Wellbrock, Märtens und Co. bekommen neue Schwimmhalle im Gerichtsgebäude

Nachdem seit Weihnachten 2025 die Elbeschwimmhalle in Magdeburg – eigentlich Trainingsstätte von Florian Wellbrock, Lukas Märtens, Isabel Gose und Co. – aus Sicherheitsgründen gesperrt ist, wurde für die Schwimm-Asse der Elbestadt nun eine ungewöhnliche Übergangslösung beschlossen.
Das Gerichtsgebäude, in dem der Prozess zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt durchgeführt wurde, wird zur Schwimmhalle umgebaut. Dazu wird in den kommenden Monate ein temporäres Schwimmbecken eigens für die Spitzenschwimmer der Elbestadt in das Gebäude eingebaut.
Einen entsprechenden Beschluss fällte der Magdeburger Stadtrat am Donnerstagabend. Schon ab November soll die neue Trainingsstätte für die Gruppe von Coach Bernd Berkhahn in Betrieb gehen. Die Übergangsösung ist bis 2028 angedacht und soll etwa 3,7 Millionen Euro kosten.
Anschließend soll 2029 das neu entstehende nationale Schwimmzentrum in Magdeburg fertig gestellt werden. Die 51-Millionen-Investition, von der knapp die Hälfte aus dem neuen Bundesprogramm für Sportstätten entstammt, bekam am Donnerstag ebenfalls vom Magdeburger Stadtrat grünes Licht.
Bild: Christian Gold / Archiv
So geht's: Power auf Dauer für den Masters-Körper

„Je älter man wird, desto besser wird man. Es sei denn, du bist eine Banane.“ Motivierende Worte, von der mehrfachen Weltmeisterin, Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin Sarah Sjöström, die für viele Masters wie Musik in den Ohren klingen. Doch kann man es wirklich wagen so optimistisch auf die Entwicklung der sportlichen Leistung zu blicken? Diese humorvolle Analogie trifft sicher für die meisten jugendlichen Sportler zu. Aber was passiert nach den angenehmen Jahren der immer fortwährenden Verbesserung? Wie entwickeln sich diejenigen, die zur Ausbildung, zum Studium oder zum Berufseinstieg nicht die Schwimmbrille an den Nagel hängen, sondern dem Schwimmsport weiterhin treu bleiben? Und wie stehen die Chancen für diejenigen, die im Erwachsenenalter den Neu- oder Wiedereinstieg ins Wettkampfbecken wagen?
Tatsächlich ist Sarah Sjöströms kurze Anekdote gar nicht so weit hergeholt. Natürlich bleiben wir nicht ewig so jung und knackig wie die grün-gelben Bananen im Supermarkt. Aber die Hoffnung ist alles andere als verloren. Seitdem immer mehr Erwachsene und auch ältere Erwachsene alle möglichen Sportarten weit über das von Wissenschaftlern festgestellte „beste Alter“ hinaus betreiben, ist auch die Forschung sehr an objektiven Markern des Alterungsprozesses und dessen Einfluss auf sportliche Leistungsfähigkeit interessiert. Doch der tatsächliche Einfluss des Alterns auf die Leistungsfähigkeit lässt sich nur grob bestimmten. Da jeder Mensch individuell altert und noch dazu einen sehr individuellen Lebensstil hat, können Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Training, vor allem aber Genetik, den Verlauf der Fitness im Alter beeinflussen und Forschungsergebnisse in Bezug auf Leistung verzerren. Doch die für uns als Schwimmer wichtigste Botschaft ist, dass viele Faktoren, die wir größtenteils selbst in der Hand haben, unsere Leistung bis ins hohe Alter deutlich verbessern können und das Eintreten der negativen Nebeneffekte des Alterungsprozesses zumindest etwas herauszögern können. Mit dem richtigen Lebensstil können wir uns also einige gute Jahre mit schnellen Zeiten im Wasser herausschlagen. Wie man das genau angeht und seiner Gesundheit dabei nicht schadet, will gelernt sein. Denn über den veränderten Körper und dessen Reaktion auf Trainingsreize ab dem 30. Lebensjahr gibt es einiges zu Wissen was den Grundstein für erfolgreiches und individuell optimiertes Training legen kann.
Leistungsfähigkeit vs. Trainierbarkeit
Um dein volles Potential auschöpfen zu können, ist es wichtig eine theoretische Grundlage zu verstehen. Die Leistungsfähigkeit, also die anhand von objektiven Parametern gemessene Leistung, nimmt ab dem 40. Lebensjahr um ungefähr 1% pro Jahr ab. Der Grund hierfür sind physiologische Alterungsprozesse, die zum Beispiel Herz und Lunge betreffen und an denen auch nichts geändert werden kann. Allerdings erhält man sich bis ins Alter hin eine gewisse Trainierbarkeit, die Eigenschaft unseres Körpers auf Trainingsbelastungen mit entsprechenden Anpassungen zu reagieren. Anstatt individuelle Fortschritte an der objektiven Leistung zu messen, ist es deshalb sinnvoller, auch im Hinblick auf den langfristigen Erhalt der Motivation, die Trainierbarkeit im Blick zu behalten und sich darauf zu fokussieren im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu arbeiten.
Die Trainierbarkeit erhält sich zwar größtenteils und fällt erst im hohen Alter leicht ab, jedoch entwickelt sich unser Körper mit jedem Jahr, in dem wir altern, und mit ihm auch unsere Fähigkeit auf bestimmte Trainingsreize zu reagieren. Konkret bedeutet das für jeden, dass man die Art des Trainings, sprich die Dauer, Intensität und den Umfang, stetig anpassen muss. Versteht man erstmal, wie sich die eigenen physiologischen Grundlagen verändern, kann man sein Training leichter auf die eigenen Anforderungen abstimmen und den Erhalt der Trainierbarkeit ausnutzen, um auch im Alter an die individuelle Leistungsgrenze zu kommen. Denn letztlich geht es vielen Masters auch um die Wettkämpfe und den Vergleich mit den Altersgenossen.
Der Ursprung der altersbedingten Leistungsabnahme
Dem 1%-igen Leistungsabfall pro Jahr liegen unweigerlichen Veränderungen im Herzkreislaufsystem und der Muskelmasse zugrunde. Zum einen nimmt die maximale Herzfrequenz um ca. 1bpm pro Jahr ab. Das kommt daher, dass die körpereigenen Schrittmacherzellen, die dem Herzen einen generellen Rhythmus vorgeben, mit der Zeit langsamer werden. Zusätzlich nimmt das maximale Herzschlagvolumen und davon abhängig der VO2max Wert ab. Diese Parameter beschreiben, wie viel Blut das Herz pro Schlag in den Kreislauf pumpen kann und wie viel Sauerstoff über die Lunge ins Blut aufgenommen werden kann. Neben dem Herzkreislaufsystem wird auch die Kraft und Muskelfaserrekrutierung mit zunehmendem Alter weniger effizient. Nach dem 40. Lebensjahr nimmt die Muskelmasse um ungefähr 1% pro Jahr ab, die resultierende Kraft verringert sich im Schnitt sogar um 3% pro Jahr. Außer der Herzfrequenz lassen sich diese Rückgänge durch kontinuierliches Training glücklicherweise verlangsamen. Um sinnvolle Trainingsreize setzen zu können, die dem Leistungsabfall entgegenwirken, sehen wir uns nun den Einfluss des Alterns auf die einzelnen leistungsbestimmenden Faktoren an.
Allgemein kann man die limitierenden Faktoren der sportlichen Leistung in folgende Untergruppen einteilen: Kondition, zu der Parameter wie Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit gehören. Technik, die von der Koordination beeinflusst wird. Und psychische Faktoren, die mit Motivation und Disziplin wichtige Einflüsse auf die letztlich abrufbare Leistung haben.
Im Bereich der Kondition ist die Kraft, neben der Ausdauer, einer der wichtigsten leistungslimitierenden Faktoren, die auch nach dem 40. Lebensjahr, wenn die Muskelmasse eigentlich abnimmt, noch gut trainierbar ist. Vor allem die sogenannten Typ II „fast twitch“ Muskelfasern, die für explosiven Kraftaufwand wichtig sind, wie man ihn beim Start, den Wenden und bei Sprints braucht, sind vom Muskelschwund betroffen. Das Protein Myostatin, das normalerweise dafür sorgt, dass unsere Muskeln nicht übermäßig verdicken, tut im Alter etwas zu viel des Guten und begünstigt den Abbau unserer Muskeln. Die Aktivität dieses Proteins kann aber durch aerobes Ausdauertraining verringert werden und die Muskelmasse länger erhalten.
Wichtig zu erkennen ist beim Betrachten der Kraftabnahme auch, dass Kraft nicht das reine Resultat der Muskelmasse ist. Im Endeffekt sind Muskeln nur die Marionetten, die vom übergeordneten Nervensystem bewegt werden. Der dickste Bizeps nützt einem nichts, wenn man nicht auch die damit verbundenen Motorneuronen und deren Synapsen untereinander, zum Muskel und zum Rückenmark und Gehirn trainiert. Ein Motorneuron und die jeweils damit assoziierten Muskelfasern bilden eine motorische Einheit. Wenn die Kraft im Alter abnimmt, dann weil unsere motorischen Einheiten weniger effizient arbeiten. Instabilere neuromuskuläre Verbindungen führen zu weniger und variablerem Input an der Synapse, der Verbindung zwischen Neuron und Muskel. Langfristig schwächere Signale am Muskel führen dazu, dass sich Muskelfasern zurückbilden, langsamer werden und weniger zuverlässig reagieren. Die Folgen sind geringere Maximalkraft, langsamere Kontraktionsgeschwindigkeit und schnellere Ermüdung.
Die gute Nachricht ist jedoch, dass diese Vorgänge durch gezieltes Krafttraining verlangsamt und teils sogar ganz verhindert werden können. Reines „Gewichte stämmen“ wird oftmals unterschätzt und teilweise sogar verspottet. Doch das völlig zu Unrecht. Im Gegensatz zu der Annahme mancher erfahrener Masterssportler ist Krafttraining nicht nur für die Jugend sinnvoll, die im Fitnesstudio gerne vor den Spiegeln posiert und neues Muskelwachstum bestaunt. Kräftigungsübungen sind vor allem im Erwachsenenalter extrem hilfreich, um Alterungsvorgängen entgegenzuwirken, ohne den Puls unnötig hoch zu drücken. Positive Aspekte von Krafttraining beinhalten zum Beispiel den verlangsamten Verlust von Typ II Muskelfasern und das Stärken von neuromuskulären Verbindungen durch willkürliche Kontraktion der Synergisten und Deaktivierung der Antagonisten (was übrigens einen essentiellen Kreislauf im Gehirn stärkt, der auch für gezielte Bewegungen im Alltag wichtig ist und für den dein 80-jähriges Ich dir danken wird). Außerdem erhöht das Training mit Gewichten die Knochendichte, ein weiterer Effekt für den du im höheren Alter aufgrund von stabileren Knochen dankbar sein wirst. Neben dem langfristigen Erhalt der Lebensqualität ist Krafttraining natürlich auch für deine aktuellen Ambitionen im Schwimmen sinnvoll. Je mehr motorische Einheiten du durch Krafttraining erhältst, desto einfacher wird es dir fallen deine vorhandene Kraft im Wasser einzusetzen.
Darauf aufbauend würde es natürlich Sinn ergeben die fleißig erhaltene Kraft auch auf den Strecken, die etwas länger als ein 50 oder 100m Sprint sind, ausspielen zu können. Eine gute Ausdauer ist deswegen unabdingbar für gute Ergebnisse im Mastersschwimmen. Generell beschreibt die Ausdauer die Ermüdungswiderstandsfähigkeit und Effizienz deines Körpers Energie zur Versorgung der leistungslimitierenden Organsysteme bereitzustellen. Ein wichtiger Maßstab der Ausdauer ist die relative maximale Sauerstoffaufnahme von der Lunge ins Blut: das VO2max. Dieser Wert spiegelt die Leistungsfähigkeit von Herz, Lunge und Muskulatur wieder, die durch Faktoren wie zurückgehende maximale Herzfrequenz und verringerte maximale Ventilation zwar nicht ganz so leicht beeinflussbar, doch immerhin bis zu einem gewissen Grad trainierbar sind. Durch Ausdauertraining im aeroben Bereich lässt sich der Verlust des VO2max verringern, da der Körper während dem Training einen hohen arteriellen O2-Partialdruck und somit eine erhöhte Diffusionskapazität erhält. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass die Aufnahme von Sauerstoff in Organe und Muskeln leichter abläuft. Mehr Sauerstoff im Blut und später in den Organen und Muskeln trägt zu langsamerer Ermüdung und somit besserer Ausdauer bei. Studien ergaben sogar, dass gut trainierte 60-Jährige einen Leistungsstand ähnlich dem von untrainierten 20-Jährigen erreichen können. Eine gewisse Abnahme der Leistung ist nicht zu verhindern. Doch mit kontinuierlichem Training kann man ein gutes Leitsungsniveau erhalten. Intensiveres Training im anaeroben Bereich, z.B. in Form von HIIT, kann übrigens laut neuester Studien auch mit zunehmendem Alter profitabel sein. Durch verbesserte Kapillarisierung können Organe und Muskeln effizienter mit Sauerstoff versorgt werden und die Ausdauer noch weiter ausbauen. Außerdem bietet anaerobe Ausdauer vermehrten antioxidativen Schutz für Herzmuskelzellen, was diese langsamer altern lässt. Hier ist jedoch bei zunehmendem Alter Vorsicht geboten. Bevor man sich eifrig in hohe Herzfrequenzstufen stürzt, ist ein Besuch beim Hausarzt und/oder Kardiologen für einen gründlichen Checkup empfehlenswert.
Ein weiterer, oft vernachlässigter Teil der Kondition ist die Beweglichkeit. Ab ca. 25 Jahren werden wir zunehmen steifer. Doch Dehnübungen können dank hoher Trainierbarkeit der Beweglichkeit zu einem Erhalt der Flexibilität beitragen. Dehnen ist für dich zu langweilig? Dann denke doch mal über die deutlich verbesserte Wasserlage nach, die Wissenschaftler für beweglichere Schwimmer nachweisen konnten. Höhere Beweglichkeit im Rumpf und der Schulter ermöglicht es uns stromlinienförmig durchs Wasser zu gleiten und den Widerstand zu verringern. Und wer damals in Physik aufgepasst hat, der weiß auch, dass sich der Wasserwiderstand bei verdoppelter Angriffsfläche sogar vervierfachen kann. Jede Reduzierung von Widerstand ist im Schwimmsport erstrebenswert und durch regelmäßiges Dehnen kann jeder Schwimmer ein bisschen stromlinienförmiger werden.
Der zweite große Pfeiler der Leistungsfähigkeit im Schwimmsport ist die Technik. Auch hier ist, wie bei der Kraft, das Nervensystem ein Hauptakteur. Das Zusammenspiel des zentralen Nervensystems und der Skelettmuskulatur innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes ist die Grundlage der für die Technik wichtigen Koordination. Feinkoordination nimmt ungefähr ab dem 50. Lebensjahr ab; nach dem 60. Lebensjahr auch die Grobkoordination. Ursachen hierfür sind Rückgänge im Nervensystem. Kompliziert-klingende Vorgänge wie Synapsenatrophie, Dendritenreduzierung, Abnahme von Ribosomen und degenerative Veränderungen im Golgi-Apparat und somit Verringerung der Neurotransmitterausschüttung haben eine nachlassende Effizienz des Nervensystems zur Folge. Einfach ausgedrückt, haben einzelne Neuronen mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten miteinander zu kommunizieren und wichtige Signale nach außen, bis hin zu den Muskeln zu tragen. Der Hauptauslöser all dieser Vorgänge ist ganz einfach ungenügende Beanspruchung. Regelmäßiges Training kann diesem langsamen aber kontinuierlichen Verfall entgegenwirken. Das vermehrte Nutzen von motorischen Leitungsbahnen zwischen Gehirn, Rückenmark und Muskeln fördert deren Verknüpfung und somit die Effizienz der Signalübertragung. Einen Hoffnungsschimmer hat die Forschung auch hier liefern können. Es konnte gezeigt werden, dass die Neuronen, die einzelne Muskeln aktivieren, normalerweise im Alter nicht absterben. Sie mögen vielleicht durch einen sesshaften Lebensstil verkümmern, aber dank der extrem hohen Plastizität unseres Nervensystems können sie auch nach langer Pause wieder fit gemacht werden. Die „Hardware“ ist also schwer zu verlieren. Man muss sie nur wieder in Schwung bringen und mit regelmäßiger Bewegung passiert das von ganz allein. Das Gute daran ist, dass unser motorisches Gedächtnis auch dann erhalten bleibt, wenn wir bestimmte Bewegungsabläufe für einige Zeit nicht ausführen. Wer also nach einigen Jahren Pause wieder mit dem Schwimmen anfangen möchte, der fühlt sich zu Beginn vielleicht etwas rostig, kommt relativ schnell wieder rein. Auch Neueinsteiger können von den Eigenschaften unseres Nervensystems profitieren. Auch, wenn man kein schwimmspezifisches motorisches Gedächtnis hat, auf das man zurückgreifen kann, hilft einem das hochgradig flexible Nervensystem auch im Alter dabei, neue Bewegungsabläufe zu erlernen.
Auch hier gibt es eine kleine Randnotiz zu den Auswirkungen von Training auf das Nervensystem – wieder im Namen der dankbaren 80-jährigen Version eines jeden Sportlers. Ein relativ neu aufkommendes Forschungsfeld zeigt, dass Bewegung, egal in welcher Form, derart positive Auswirkungen auf unser Gehirn hat, dass wir kognitive Fähigkeiten, wie Konzentration, Aufmerksamkeitsspanne und Gedächtnis spürbar verbessern können. Das funktioniert sowohl kurzfristig, mit etwas Bewegung nach der Arbeit, um die Produktivität vom nächsten Tag zu steigern, als auch langfristig, durch das Stärken von Gehirnarealen, die im hohen Alter am ehesten von kognitiven Defiziten betroffen sind.
Zu guter Letzt spielen natürlich auch psychologische Faktoren in die sportliche Leistungsfähigkeit hinein. Studien haben ergeben, dass Masters-Athleten generell engagierter und motivierter sind als jüngere Sportler. Größtenteils hängt dies damit zusammen, dass man im Erwachsenenalter nicht mehr den Wunsch verfolgt, anderen (Trainern, Kollegen, Familie) zu gefallen, sondern seinen individuellen Antrieb gefunden hat. Wie die Eigenschaft der intrinsischen Motivation zu besseren Leistungen führt, haben wir euch bereits in der Sommerausgabe 2022 erklärt. Im Allgemeinen trägt solch eine ausgeglichene Einstellung zu besseren Ergebnissen im Sport bei und erhält auch die gute Stimmung, die unter Masters-Athleten meist zu finden ist.
So weit die Theorie... Und in der Praxis?
Wir haben uns bisher weitestgehend mit den theoretischen Grundlagen der Leistung im Erwachsenenalter beschäftigt. Doch funktioniert das alles auch wirklich in der Praxis? Vor allem im Schwimmsport haben wir einige Beispiele, die dafür sprechen. Der Franzose Florent Manadou zum Beispiel ist mit 33 Jahren (Jg. 1990) noch ganz vorne in der Weltspitze zu finden. Bei den Olympischen Spielen 2021 konnte er seinen Titel auf 50m Freistil zwar nicht verteidigen, belegte aber einen dennoch sehr guten zweiten Platz. Und auch in Übersee scheint das Alter nicht unbedingt die Leistung einzuschränken. Der Brasilianer Nicholas Santos (Jg. 1980) schwimmt auch mit 43 Jahren noch Weltklasse. Bei den vergangenen Weltmeisterschaften siegte er über die 50m Schmetterling. Nun könnte man die Hypothese aufstellen, dass es an den Jahren im Pool, dem Trainingsalter liegt. Wer seinen Körper auf diesem extrem hohen Level hält, der kann die guten Jahre auch noch fast um ein Jahrzehnt strecken. Doch der US-Amerikaner Anthony Ervin (Jg. 1981) zeigt, dass es auch ohne kontinuierliches Training geht. Nachdem er bei den Weltmeisterschaften 2001 mit 20 Jahren zwei Goldmedaillen über 50 und 100m Freistil gewann, legte er eine 16 Jahre lange Pause ein und kehrte 2012 wieder mit einem 5. Platz bei den Olympischen Spielen über die 50m Freistil zurück. Bei Olympia 2016 stand er mit 35 Jahren wieder ganz oben auf dem Podest.
Auffallend ist jedoch, dass alle drei genannten Herren ihre extrem hohe Leistung über Sprintstrecken bewahren konnten. Das würde mit der Theorie übereinstimmen, dass die vielen leistungslimitierenden Faktoren wie Herzkreislaufsystem, Sauerstoffaufnahmekapazität und Muskelaktivierung mit der Zeit ineffizienter werden und vor allem bei Ausdauerbelastungen schwieriger zu kompensieren sind. Heißt das also, dass man als Mastersschwimmer nur noch auf den kurzen Strecken hohe Leistung erbringen kann? Nein. Die Leistungsfähigkeit ist auch im Langstreckenbereich nicht verloren. Das zeigt uns Profi-Athlet Ole Einar Bjørndalen. Zwar ist der Biathlet in einem anderen Aggregatzustand des uns bekannten flüssigen Wassers zu Hause, doch gerade in dieser Sportart, bei der einzelne Rennen oftmals länger als die bei Beckenschwimmern längsten 1500m Freistil andauern, sieht man sehr gut, dass auch die Ausdauer bis ins Erwachsenenalter erhalten werden kann. Mit 44 Jahren beendete Bjørndalen 2018 seine Karriere – und war bis dahin Weltspitze. Ein auffallendes Muster gibt es in unseren Beispielen allerdings noch. Alle bisher genannten Elite-Athleten im Masters-Alter sind männlich. Hat der einfachere Erhalt der Leistung vielleicht mit erhöhten Testosteronlevels zu tun, die zur Ausbildung und zum Erhalt der Muskelkraft beitragen? Gut möglich. Allerdings kann das Fehlen von weiblichen Paradebeispielen im Weltklasseniveau des Leistungssports auch andere Gründe haben, wie zum Beispiel gesellschaftliche Einschränkungen bei der Familienplanung oder anders gewichtete Prioritäten im Erwachsenenalter.
Es wird immer klarer, dass Höchstleistungen, egal in welchem Alter, zwar von zugrundeliegenden physiologischen Faktoren beeinflusst werden, diese aber von individuellen Eigenschaften abhängen und mit an die persönliche Situation angepassten Trainingsreizen optimiert werden können. Diese Theorie der Individualität wird auch durch einige Forschungsergebnisse unterstützt. Eine Langzeitstudie beobachtete Mastersschwimmer über einen Zeitraum von 20 Jahren, teilweise bis ins Alter von 96 Jahren. Dabei kam heraus, dass die Leistung zwar nach dem Erreichen des persönlichen Spitzenalters abnimmt, man durch das Ausnutzen der Trainierbarkeit aber an der oberen Grenze der 1% Leistungsabnahme pro Jahre bleiben kann. Diejenigen, die in der Studie weiter bis in höhere Altersgruppen hinein beim Schwimmen geblieben sind, kamen außerdem immer näher an die existierenden AK-Weltrekorde heran. Man muss also keine Elite sein, um irgendwann zur Spitze zu gehören. Auf welchem Leistungsniveau man letztlich landet, ist von vielen individuellen Faktoren abhängig – dabei scheint auch ein bisschen Glück im Spiel zu sein. Es kann aber mit Sicherheit gesagt werden, dass man mit kontinuierlichem Training am ehesten das Beste aus der eigenen Situation macht. Mit diesem Artikel hast du nun das nötige Grundverständnis für die allgemeinen Veränderungen deines Körpers und welche Einflüsse diese auf deine Leistung haben können. Was du nun daraus machst, liegt ganz allein bei dir. Also auf geht’s ins Schwimmbad, denn dein persönlich bestes Ergebniss kannst du nur dann erzielen, wenn du dir auch selbst die Möglichkeit gibst, daran zu arbeiten.
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Dieser Artikel erschien in der Sommerausgabe 2023 des swimsportMagazine. Alle noch verfügbaren Ausgaben der Zeitschrift für den Schwimmsport können im großen swimsportMagazine-Paket bestellt werden. Zum Sonderpreis erwarten euch hier mehr als 1500 Seiten geballtes Schwimmwissen --> Das swimsportMagazine-Paket
International Swimming League kündigt Comeback mit Rekordpreisgeld an

Die International Swimming League (ISL) hat ihre Rückkehr angekündigt. Nach einer fast fünfjährigen Pause meldet sich die Liga mit einem speziellen All-Star-Match zurück, das am 19. Dezember 2026 im London Aquatics Centre stattfinden soll.
Zwar stehen die Namen der Teilnehmenden noch nicht fest. Die ISL-Organisatoren kündigten aber an, dass die größte Summe an Preisgeld, die es jemals an einem einzigen Wettkampftag eines Schwimmevents zu gewinnen gab, bereitgestellt wird. Zur genauen Höhe wurden jedoch ebenfalls keine Details mitgeteilt.
Die International Swimming League hatte in den Jahren 2019 bis 2021 für große Wellen in der Schwimmwelt gesorgt. Spitzenschwimmer aus aller Welt gingen bei dem Mannschaftsformat für ihre jeweiligen Teams auf Punktejagd - ähnlich wie bei der DMS hierzulande.
Weite Teile des Budget für die ISL entstammten der Tasche des ukrainischen Milliardärs Konstantin Grigorishin. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine musste die 2022er Saison der ISL jedoch abgesagt werden. Auch Kontroversen um nicht bezahlte Dienstleister und ausstehende Prämien für die Schwimmprofis begleiteten das Projekt immer wieder.
Mit dem Event in London soll im Dezember ein Neustart gefeiert werden. Wie dieser konkret aussehen wird, soll im weiteren Jahresverlauf bekanntgegeben werden.
Bild: ISL / Archiv
Verkehrsunfall: Olympia-Medaillengewinner droht Haftstrafe

Der japanische Schwimm-Olympia-Medaillengewinner Tomoru Honda sieht sich einem Strafverfahren infolge eines Verkehrsunfalls gegenüber. Medienberichten zufolge hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Tokio sogar eine einjährige Haftstrafe für den Athleten gefordert.
Hintergrund ist ein Verkehrsunfall, bei dem Honda eigenen Angaben zufolge sein Auto beschleunigte, weil er den Anschluss an einen Sportwagen vor ihm nicht verlieren wollte. Infolge dieses Verhaltens kam es zu einem Unfall mit Verletzen.
Im Rahmen der gerichtlichen Auseinandersetzung hat die Verteidigung ihrerseits eine Bewährungsstrafe beantragt. Das Urteil in diesem Fall soll im September gesprochen werden.
Aufgrund des Vorfalls hatte der japanische Verband Honda zuletzt bereits aus dem Team für die Panpazifischen Meiserschaften gestrichen. Auch an den demnächst stattfindenden Asienspielen wird Honda nicht teilnehmen.
Der 24-Jährige ist amtierender Kurzbahn-Weltmeister über die 200m Schmetterling und holte 2021 in Tokio Olympia-Silber über seine Paradestrecke. Bei den Asienspielen wäre er als Titelverteidiger über die 200m Schmetterling an den Start gegangen.
Bild: Symbolfoto / Archiv
Nächster Top-Coach geht nach China: Paltrinieri-Trainer kündigt Wechsel an

Der italienische Langstrecken- und Freiwassertrainer Fabrizio Antonelli wird künftig für das chinesische Schwimm-Nationalteam arbeiten. Antonelli, bisher unter anderem Coach von Olympiasieger Gregorio Paltrinieri, tritt eine neue Stelle als Open-Water-Trainer in China an.
„Es war keine leichte Entscheidung, aber ich freue mich auf diese neue Herausforderung und die Möglichkeit, das Freiwasserschwimmen in China mitzuentwickeln“, erklärt Antonelli gegenüber dem Newsportal OA Sport.
Im Laufe der sechsjährige Zusammenarbeit holte Paltinieri vier Olympiamedaillen, fünf WM-Titel und wurde achtfacher Europameister. Für die deutschen Freiwasser-Asse um Olympiasieger Florian Wellbrock ist Paltrinieri einer der größten Dauerkonkurrenten.
Antonelli ist ein weiterer Coach in einer Reihe international erfolgreicher Trainer, die es nach China zieht. Zuletzt hatte auch der australische Spitzencoach Michael Bohl eine Trainerposition in China angenommen. Auch sein Landsmann Denis Cotterell ist dort seit längerem tätig. Im Frühjahr wechselte zudem der einstige deutsche Bundestrainer Dirk Lange von Frankfurt nach China.
Bild: Archiv
Zeitplan der Kurzbahn-WM Schwimmen 2026 in Peking - Alle Vorläufe & Finals

Vom 1. bis zum 06. Dezember 2026 sind die weltweit schnellsten Schwimmerinnen und Schwimmer bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Peking (China) gefordert. Die Vorläufe der Kurzbahn-WM 2026 finden jeweils ab 3 Uhr MEZ statt. Die Finals stehen dann ab 12 Uhr mittags auf dem Programm. Den genauen Zeitplan über die Wettbewerbe der Kurzbahn-WM 2026 findet ihr unten, die Links zu Livestreams, Ergebnissen usw. gibt es dann wie gewohnt kurz vor dem Event bei uns auf www.swimsportnews.de:
Der detaillierte Zeitplan der Kurzbahn-Weltmeisterschaften 2026 in Peking:
| Dienstag, 01.12.2026 |
| Vorläufe |
| 03:00 Uhr (MEZ) / 10 Uhr Ortszeit |
| 400m Freistil (w) |
| 100m Rücken (w) |
| 100m Rücken (m) |
| 50m Schmetterling (w) |
| 50m Schmetterling (m) |
| 200m Lagen (w) |
| 200m Lagen (m) |
| 4x100m Freistil (w) |
| 4x100m Fristil (m) |
| 1500m Freistil (m) |
| Finals |
| 12:00 Uhr (MEZ) / 19 Uhr Ortszeit |
| Finale - 400m Freistil (w) |
| Halbfinale - 50m Schmetterling (w) |
| Halbfinale - 50m Schmetterling (m) |
| Finale - 200m Lagen (w) |
| Finale - 200m Lagen (m) |
| Halbfinale - 100m Rücken (w) |
| Halbfinale - 100m Rücken (m) |
| 1500m Freistil (m) - schnellster Lauf |
| Finale - 4x100m Freistil (w) |
| Finale - 4x100m Freistil (m) |
| Mittwoch, 02.12.2026 |
| Vorläufe |
| 03:00 Uhr (MEZ) / 10 Uhr Ortszeit |
| 100m Freistil (w) |
| 100m Freistil (m) |
| 100m Brust (w) |
| 100m Brust (m) |
| 800m Freistil (w) |
| 4x50m Lagen - mixed |
| Finals |
| 12:00 Uhr (MEZ) / 19 Uhr Ortszeit |
| Finale - 100m Rücken (w) |
| Finale - 100m Rücken (m) |
| Halbfinale - 100m Freistil (w) |
| Halbfinale - 100m Freistil (m) |
| Halbfinale - 100m Brust (w) |
| Halbfinale - 100m Brust (m) |
| Finale - 50m Schmetterling (w) |
| Finale - 50m Schmetterling (m) |
| 800m Freistil (w) - schnellster Lauf |
| Finale - 4x 50m Lagen - mixed |
| Donnerstag, 03.12.2026 |
| Vorläufe |
| 03:00 Uhr (MEZ) / 10 Uhr Ortszeit |
| 50m Rücken (w) |
| 50m Rücken (m) |
| 200m Schmetterling (w) |
| 200m Schmetterling (m) |
| 100m Lagen (w) |
| 100m Lagen (m) |
| 400m Freistil (m) |
| 4x200m Freistil (w) |
| Finals |
| 12:00 Uhr (MEZ) / 19 Uhr Ortszeit |
| Finale - 100m Freistil (w) |
| Finale - 100m Freistil (m) |
| Halbfinale - 50m Rücken (w) |
| Halbfinale - 50m Rücken (m) |
| Finale - 200m Schmetterling (w) |
| Finale - 200m Schmetterling (m) |
| Finale - 100m Brust (w) |
| Finale - 100m Brust (m) |
| Halbfinale - 100m Lagen (w) |
| Halbfinale - 100m Lagen (m) |
| Finale - 400m Freistil (m) |
| Finale - 4x200m Freistil (w) |
| Freitag, 04.12.2026 |
| Vorläufe |
| 03:00 Uhr (MEZ) / 10 Uhr Ortszeit |
| 4x50m Freisil - mixed |
| 200m Brust (w) |
| 200m Brust (m) |
| 100m Schmetterling (w) |
| 100m Schmetterling (m) |
| 4x200m Freistil (m) |
| 1500m Freistil (w) |
| Finals |
| 12:00 Uhr (MEZ) / 19 Uhr Ortszeit |
| Finale - 4x50m Freistil - mixed |
| Finale - 200m Brust (w) |
| Finale - 200m Brust (m) |
| Finale - 50m Rücken (w) |
| Finale - 50m Rücken (m) |
| Halbfinale - 100m Schmetterling (w) |
| Halbfinale - 100m Schmetterling (m) |
| Finale - 100m Lagen (w) |
| Finale - 100m Lagen (m) |
| 1500m Freistil (w) - schnellster Lauf |
| Finale - 4x200m Freistil (m) |
| Samstag, 05.12.2026 |
| Vorläufe |
| 03:00 Uhr (MEZ) / 10 Uhr Ortszeit |
| 400m Lagen (w) |
| 400m Lagen (m) |
| 50m Freistil (w) |
| 50m Freistil (m) |
| 50m Brust (w) |
| 50m Brust (m) |
| 800m Freistil (m) |
| 4x100m Lagen - mixed |
| Finals |
| 12:00 Uhr (MEZ) / 19 Uhr Ortszeit |
| Finale - 100m Schmetterling (w) |
| Finale - 100m Schmetterling (m) |
| Halbfinale - 50m Brust (w) |
| Halbfinale - 50m Brust (m) |
| Halbfinale - 50m Freistil (w) |
| Halbfinale - 50m Freistil (m) |
| Finale - 400m Lagen (w) |
| Finale - 400m Lagen (m) |
| 800m Freistil (m) - schnellster Lauf |
| Finale - 4x100m Lagen - mixed |
| Sonntag, 06.12.2026 |
| Vorläufe |
| 03:00 Uhr (MEZ) / 10 Uhr Ortszeit |
| 200m Freistil (w) |
| 200m Freistil (m) |
| 200m Rücken (w) |
| 200m Rücken (m) |
| 4x100m Lagen (w) |
| 4x100m Lagen (m) |
| Finals |
| 11:00 Uhr (MEZ) / 18 Uhr Ortszeit |
| Finale - 50m Freistil (w) |
| Finale - 50m Freistil (m) |
| Finale - 50m Brust (w) |
| Finale - 50m Brust (m) |
| Finale - 200m Rücken (w) |
| Finale - 200m Rücken (m) |
| Finale - 200m Freistil (w) |
| Finale - 200m Freistil (m) |
| Finale - 4x100m Lagen (w) |
| Finale - 4x100m Lagen (m) |
Bild: Tino Henschel / Archiv
Olympiasiegerin ermöglicht 5000 Gratis-Schwimmstunden

Nicht nur in Deutschland sind die Zahlen über die mangelnden Schwimmfähigkeiten bei Kinder Besorgnis erregend, sondern auch in Großbritannien. Dort greift die olympische Goldmedaillengewinnerin Becky Adlington nun selbst ein. Die ehemalige Spitzenschwimmerin bietet über ihr Schwimmprogramm „Swim!“ landesweit 5.000 kostenlose Schwimmstunden an, um der wachsenden Problematik entgegenzuwirken.
Ein jüngster Bericht der BBC hatte verdeutlicht, dass mehr als ein Viertel der britischen Kinder nicht in der Lage ist, die Strecke von 25 Metern schwimmend zu bewältigen – eine Fähigkeit, die oft als Grundvoraussetzung für die Sicherheit im Wasser gilt. Die Zahlen schreckten die Öffentlichkeit auf und ließen auch die Schwimm-Ikone Becky Adlington nicht unberührt.
„Es ist niederschmetternd, zu sehen, wie viele Kinder nicht die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen“, erklärte Adlington in einer Stellungnahme. Für die vierfache Olympiamedaillengewinnerin ist Schwimmen keine bloße Sportart, sondern eine lebenswichtige Kompetenz.
Die Initiative, die über ihr eigenes Schwimmprogramm „Swim!“ läuft, zielt darauf ab, diese Lücke kurzfristig zu schließen. Bis September stehen 5.000 kostenlose Plätze zur Verfügung. Dabei geht es der ehemaligen Profisportlerin nicht primär um die Identifizierung neuer Olympia-Talente, sondern um die grundlegende Wassersicherheit und das Vertrauen der Kinder im nassen Element.
Adlingtons Aktion reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Engagements in anderen Ländern: Auch in Deutschland setzen ehemalige Spitzenschwimmerinnen sich für mehr Schwimmunterricht und niedrigschwellige Angebote ein. Hervorzuheben ist Franziska van Almsick, die seit Jahren öffentlichkeitswirksam für den Ausbau von Schwimmkursen und besser ausgestattete Schwimmbäder wirbt. Van Almsick arbeitet mit Verbänden und kommunalen Einrichtungen zusammen, unterstützt Initiativen zur Frühförderung im Wasser und fordert von Politik und Bildungsträgern verbindliche Schwimmstandards in Schulen.
Deutschlands Masters räumen bei den Europameisterschaften 2026 ab | Masters-EM Schwimmen

Nur wenige Tage nach den Europameisterschaften der Elite trugen auch die Masters Schwimmerinnen und Schwimmer ihre kontinentalen Titelkämpfe aus. Vom 18. August bis zum 24. August trafen sich die Sportlerinnen und Sportler der Altersklasse 20 und älter im slowakischen Samorin, um bei den Beckenevents die schnellsten Masters Europas zu ermitteln.
Die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer sorgten dabei für unzählige Medaillen und Rekorde. Insgesamt standen sie nach sieben Wettkampftagen mehr als 200-mal auf dem Siegerpodest und schwammen zu mehr als 20 Veranstaltungsrekorden.
Bereits am ersten Tag der Europameisterschaften sorgte Lukas Bücker vom SG Euregio Swim Team für einen neuen Masters-Weltrekord über die 800m Freistil in der Altersklasse (AK) 25. In 8:24,40 Minuten schwamm er damit auch einen neuen Europa- und Championship Rekord und bescherte dem deutschen Team einen gelungenen Auftakt. Auch Werner Schnabel vom USV TU Dresden war bereits am ersten Tag in Rekordlaune. Über die 800m Freistil schwamm er in 17:09,49 Minuten in der AK 90 einen neuen Europa- und Championship Rekord. Das sollte aber nicht sein einziger Rekord bleiben. Auch über die 100m Freistil (1:48,33 Minuten), 200m Freistil (3:55,85 Minuten) und 400m Freistil (8:10,31 Minuten) schwamm der Dresdner zu neuen Veranstaltungsrekorden. Über die 100m Freistil schwamm Alfred Otto Seeger in der AK85 in 1:33,06 Minuten ebenfalls einen neuen Championship Rekord. Der Schwimmer vom TSV 1850 Lindau gewann weiterhin über die 200m Lagen und 400m Lagen die Goldmedaille.
Auch die Damen schwammen über die Freistilstrecken zu neuen Bestleistungen. Helga Reich vom SC Wiking Herne 1921 belegte in der AK90 über die 400m Freistil den ersten Platz. Ihre Zeit von 9:23,70 Minuten bedeuteten außerdem einen neuen Veranstaltungsrekord. Das gleiche gelang auch Alisa Fatum-Boker von der SSV Leutzsch Leipzig in der AK 30, die nach 4:32,04 Minuten im Ziel war. Auch der Münchnerin Katja Otto schwamm über die 50m Freistil (27,27 Sekunden) und 100m Freistil (1:00,81 Minuten) zu zwei neue Veranstaltungsbestmarken.
Dass die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer aber nicht nur über die Freistilstrecken erfolgreich sind, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis. Über die 50m Schmetterling schwammen gleich drei deutsche StarterInnen neue Championship Rekorde. Katja Otto schwamm in 29,34 Sekunden zu ihrem dritten Einzelrekord in der AK45. Brigitte Merten von der SG Neukölln Berlin (45,65 Sekunden, AK80) und Lars Renner vom SCW Eschborn (26,91 Sekunden, AK55), der unter anderem auch die 100m Schmetterling und die 50m Freistil in seiner Altersklasse gewinnen konnte, sorgten für weitere Erfolge aus deutscher Sicht.
Für zwei weitere Veranstaltungsrekorde sorgte Susanne Reibel-Oberle vom SSV Lahr 1921, die über die 200m Schmetterling (2:49,57 Minuten) und 400m Lagen (5:57,79 Minuten) in der AK60 für neue Bestmarken sorgte. Zusätzlich gewann sie die 100m Schmetterling (1:15,82 Minuten). Über die Bruststrecken in der AK40 dominierte Nicole Heidemann, die über die 100m in 1:12,50 Minuten einen neuen Veranstaltungsrekord aufstellte und auch die 50m Brust in 32,70 Sekunden und die 200m Brust in 2:41,07 Minuten gewann. Trotz der erschwerten Bedingungen für die Rückenspezis, da der Wettkampf im Freibad stattfand, waren Veronika Backhaus-Ehrenbauer und Fritz Ilgen rekordmäßig schnell im Wasser. Die für die SG Stadtwerke München startende Backhaus-Ehrenbauer schwamm über 50m Rücken in 31,00 Sekunden zu einem neuen Championship Rekord und gewann auch die 100m Rücken (1:08,62 Minuten) und 200m Rücken (2:30,58 Minuten) in der AK35. Der Lindauer Fritz Ilgen schwamm über die 100m Rücken in 1:59,57 Minuten in der AK90 zu einer neuen Veranstaltungsbestmarke und gewann auch die 50m Rücken.
Katja Otto und Veronika Backhaus-Ehrenbauer waren neben ihren Einzelerfolgen auch an zwei Staffelrekorden beteiligt. Die Schwimmerinnen der SG Stadtwerke München sorgten in der Besetzung Veronika Backhaus-Ehrenbauer, Kathrin Gliesche, Karin Bartel und Katja Otto in der AK160 sowohl über die 4x 50m Freistil Staffel (1:51,55 Minuten) als auch über die 4x 50m Lagen Staffel (2:06,08 Minuten) für neue Championship Rekorden.
Nachdem es bei den Beckenevents rund ging, stehen bei der Masters-EM nun die Freiwasserevents an. Von Mittwoch bis Freitag werden im Open Water die EM-Titel vergeben.
Eine detaillierte Auflistung aller MedaillengewinnerInnen im Beckenschwimmen ist auf der Seite des DSVs einzusehen:
Die wichtigsten Links zur Masters-EM 2026
- Livetiming, Ergebnisse und Startlisten der Masters-EM 2026
- Meldergebnis Masters-EM 2026
- Veranstaltungswebsite Masters-EM 2026
- Zeitplan der Masters-EM 2026 in Samorin (Slowakei)
Bild: Symbolbild / Archiv
Schwimm-Weltmeisterin Leonie Beck: ''Ich kehre nicht mehr in den Leistungssport zurück''

Die mehrfache Freiwasser-Weltmeisterin Leonie Beck hat ihre Schwimm-Karriere für beendet erklärt. „Ich werde nicht mehr in den Leistungssport zurückkehren“, sagte die 29-Jährige am Sonntagabend im Bayerischen Rundfunk.
Die dreifache Olympia-Teilnehmerin hatte ihr letztes Freiwasserrennen im Herbst 2024 bestritten und anschließend eine Pause vom Wettkampfssport eingelegt. „Mir geht es so gut. Ich habe so viel Spaß, bei dem, was ich jetzt mache. Ich bin auf tausend Events und auch in die Medien eingestiegen“, so Beck, die im zuückliegenden Jahr unter anderem als Co-Kommentatorin für das ZDF tätig war. „Und deshalb habe ich entschieden, dass ich in die Richtung weitergehen möchte und nicht mehr in den Leistungssport zurückkehre.“
Beck feierte ihre größten Erfolge bei den Schwimm-Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka mit dem Doppelgold über 5km und 10km im Freiwasser. Ein Jahr zuvor hatte sie bei der WM 2022 den Titel mit der deutschen Freiwasserstaffel geholt. Zudem stand sie bei Europameisterschaften dreimal ganz oben auf dem Podest.
Schmerzen beim Schwimmen?! Die Signale des Körpers richtig deuten

Wer im Schwimmbecken etwas erreichen möchte, egal ob es Medaillen oder persönliche Bestzeiten sind, muss an die eigenen Grenzen gehen und diese immer weiter verschieben. Das ist selten ein Zuckerschlecken und schmerzgeplagte Körper gehören in unserem Sport zur Tagesordnung. Schmerzen sind oft sogar unvermeidbar mit den wichtigen Anpassungsprozessen verbunden, von denen wir uns sportliche Steigerungen erhoffen. Doch sie können auch auf Verletzungen hindeuten. Wo ist die Grenze und wie können wir selbst die Signale unseres Körpers richtig interpretieren?
Egal ob bei harten Serien im Training oder auf den letzten Metern im Wettkampf: Wenn das Laktat in die Muskeln schießt und wir die Belastungen spüren, denen wir uns beim Schwimmen aussetzen, heißt es Zähne zusammenbeißen. Durchhaltevermögen, Kampfgeist und die Fähigkeit, Schmerzen auszublenden, werden im Schwimmsport gern idealisiert. Doch das ist auch mit Risiken verbunden. Wenn wir die Signale unseres Körpers komplett ausblenden, drohen Überbelastungserscheinungen, die sogar in chronischen Beschwerden gipfeln können. Denn normalerweise sind Schmerzen Warnsignale. Um diese richtig zu interpretieren, könnt ihr euch vier grundlegende Fragen stellen:
- Wo sitzen die Schmerzen?
Mit regelmäßigem und oft auch sehr intensivem Training wollen wir Anpassungsreaktionen unseres Körpers erreichen. Das betrifft das Herz-Lungen-System aber vor allem natürlich die Muskulatur. Schmerzt diese, ist das oft unbedenklich und gewünscht. Etwas anders sieht es aus, wenn uns zum Beispiel Gelenke Probleme bereiten. Das ist in den seltensten Fällen ein gutes Zeichen und deutet auf Entzündungsgefahr hin. Ein Indikator dafür kann zudem leicht erhöhte Körpertemperatur sein. Doch Vorsicht: Auch hinter Muskelschmerzen können sich Warnsignale verstecken. Egal, wo der Schmerz herkommt, auch die weiteren drei Fragen sollten wir uns also noch stellen:
- Wie fühlen sich die Schmerzen an?
Der typische Muskelkater ist den meisten von uns bekannt. Es ist ein eher stumpfer Schmerz, der relativ gleichmäßig ist. Auch im Training nach hohen Belastungen fühlen sich Schmerzen oft so an und sind meist unproblematisch. Treten Schmerzen hingegen plötzlich auf und / oder fühlen sie sich stechend an, dann sollten wir das Training bzw. die Belastung unterbrechen.
- Wie stark sind die Schmerzen?
Schmerztoleranz ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite erlaubt sie es uns, die eigenen Leistungsgrenzen zu verschieben. Auf der anderen Seite verleitet sie dazu, Probleme zu ignorieren. Treten also Schmerzen auf, ist es auch wichtig, in sich hineinzuhorchen, um festzustellen wie stark diese sind. Mediziner empfehlen in diesem Zusammenhang, die Schmerzen auf einer Skala von 1 (kaum spürbar) bis 10 (nicht auszuhalten) zu bewerten. Bei allem, was über 5 liegt, sollten wir das Training abbrechen.
- Wie entwickeln sich die Schmerzen?
Um die Signale des eigenen Körpers richtig zu interpretieren, muss man sich selbst genau beobachten. Wie reagiere ich auf Reize? Wie verhält sich mein Körper bei Belastungen? Alles, was nicht ins normale Schema passt, sollte uns zunächst einmal aufhorchen lassen. Gleiches gilt für Schmerzen, die nicht nachlassen. Zu Beginn einer Trainingseinheit ist es zum Beispiel ganz normal, dass es zunächst an der einen oder anderen Stellen zwickt und zwackt. Das sollte sich nach einigen Minuten aber geben. Ist das nicht der Fall und werden die Schmerzen sogar stärker, sollten wir die Handbremse ziehen. Wenn Schmerzen zudem über einen Zeitraum von mehr als einer Woche auftreten oder sich sogar noch länger hinziehen, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Gleiches gilt für den Fall, dass Schwellungen auftreten. Wenn unser Körper sich also demnächst mal wieder schmerzend meldet, heißt es: Einen kühlen Kopf bewahren, in den Körper hineinhorchen, die eigenen Erfahrungen rekapitulieren und im Zweifelsfall keine Scheu davor haben, einen Spezialisten zu konsultieren.
Dieser Artikel erschien in der Sommerausgabe 2022 des swimsportMagazine. Alle noch verfügbaren Ausgaben der Zeitschrift für den Schwimmsport können im großen swimsportMagazine-Paket bestellt werden. Zum Sonderpreis erwarten euch hier mehr als 1500 Seiten geballtes Schwimmwissen --> Das swimsportMagazine-Paket
International Swim Cup: Die Ausschreibung des ISC Berlin 2026 ist da

Seit Jahren zählt der International Swim Cup in Berlin zu den Highlights des Schwimm-Herbstes. Hunderte Aktive aus der ganzen Republik sowie zahlreiche internationale Gäste zieht das Event immer wieder in die Bundeshauptstadt.
In diesem Jahr wird der ISC Berlin am 26. und 27. September auf der Kurzbahn in Deutschlands größter Schwimmarena, der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE), stattfinden. Auch die Ausschreibung für das Event wurde mittlerweile durch die Gastgeber von der SG Schöneberg veröffentlicht.
Die Wettkampffolge umfasst alle 50, 100 und 200m Strecken. Die Highlights sind die 50m Jugend und A-Finals sowie die SpeedRaces über die 25m Freistil. Meldungen können bis zum 16. September abgegeben werden.
Links zum Thema:
- Veranstaltungswebsite ISC Berlin
- Ausschreibung ISC 2026
- Eventshop International Swim Cup Berlin 2026
Bild: ISC / Mirko Seifert
U23-Europameisterschaften 2027 werden Teil der Europa Spiele

Aktive aus insgesamt 26 Sportarten werden im kommenden Jahr bei den European Games 2027 in Istanbul zusammenkommen. Auch Schwimmen ist nach langer Pause wieder vertreten und wie der europäische Schwimmverband nun bekanntgab, werden bei den Beckenwettbewerben auch besondere Titel vergeben:
Im Rahmen der Europa Spiele sollen die Wettbewerbe der U23-Europamisterschaften 2027 ausgetragen werden. Die U23-EM ist seit 2023 alle zwei Jahre Teil des internationalen Schwimm-Kalenders. Bisherige Austragungsorte waren Dublin (Irland, 2023) und Samorin (Slowakei, 2025).
Dass die Schwimm-Events der European Games zur Austragung eines ohnehin anstehenden Saisonhöhepunk genutzt werden, ist nicht neu. Bereits bei den ersten Europa Spielen im Jahr 2015 wurden in deren Rahmen die Titel der Junioren-Europameister im Beckenschwimmen vergeben.
2019 und 2023 hingegen gehörte Schwimmen nicht zu den Sportarten, die bei den European Games ausgetragen werden.
Schwimm-Superstar Florent Manaudou gibt offizielles Karriereende bekannt

Nun ist es offiziell: Der französische Olympiasieger Florent Manaudou hat am Rande der Europameisterschaften in Paris offiziell sein Karriereende als Leistungsschwimmer verkündet.
Seinen letzten Wettkampf hatte er 2024 bestritten. Bei den Olympischen Spielen in Paris gewann er damals zwei Bronzemedaillen. Einige Monate später, im Oktober, startete er noch bei einem 25m-Vereinswettkampf über 50m Brust und 50m Schmetterling.
Ob er noch einmal ins Wettkampfbecken springen würde, ließ er seitdem offen. Im Interview mit France TV stellte er nun aber klar: „Zwei Jahre nach den Olympischen Spielen in Paris — das war’s. Ich gebe hiermit meinen Rücktritt bekannt.“
In seiner Karriere gewann Manaudou sechs olympische Medaillen, darunter 2012 in London Gold über 50m Freistil. Vier Jahre später in Rio de Janeiro holte er zwei Silbermedaillen über 50 m Freistil und als Mitglied der französischen 4×100-m-Freistilstaffel. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio wurde er erneut Zweiter über 50 m Freistil. Seinen internationalen Abschied gab er dann in Paris 2024 mit Bronze über seine Paradestrecke und in der französischen Lagenstaffel.
Darüber hinaus errang Manaudou vier Goldmedaillen bei Langbahn-Weltmeisterschaften, insgesamt neun Medaillen bei Kurzbahn-Weltmeisterschaften sowie sieben Medaillen bei Langbahn-Europameisterschaften.
Ausschreibung und Pflichtzeiten der Kurzbahn-DM 2026 der Masters sind da

Die Ausschreibung für die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Masters 2026 ist veröffentlicht worden. Das Event findet vom 27. bis 29. November in Berlin statt.
Geschwommen werden bei der Masters-DKM 2026 die 50, 100 und 200m-Strecken. Zudem wird es zwei Mehrkampfwertungen und sechs Staffelevents geben. Meldeschluss ist am 17. November.
Für die Altersklassen AK20 bis AK80 gelten je nach Strecke vorgegebene Pflichtzeiten zur Qualifikation für die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaft der Masters 2026. Diese können der Ausschreibung entnommen werden. Ab der AK85 sowie bei den Staffeln gibt es keine Pflichtzeiten.
Links zum Thema:
Schwimm-EM 2026: Die Auferstehung des Kristof Milak

Lange war es still um Kristóf Milák. Nachdem der ungarische Ausnahmeschwimmer über Jahre hinweg das Schmetterlingsschwimmen dominiert hatte, gab es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Phasen der Abwesenheit und sogar hartnäckige Spekulationen über ein mögliches Karriereende. Doch bei den Europameisterschaften 2026 in Paris hat sich der „König des Schmetterlings“, wie er in der Heimat genannt wird, eindrucksvoll zurückgemeldet – und zwar als ein Athlet, der nicht nur zurückgekehrt ist, sondern wieder Maßstäbe setzt.
In Paris zeigte Milák jene Dominanz, die viele Fans bereits vermisst hatten. Sein wichtigstes Ausrufezeichen setzte er im 100m-Schmetterlingsfinale, wo er mit einer Zeit von 49,48 Sekunden nicht nur die Goldmedaille gewann, sondern auch einen neuen Europarekord aufstellte. Es fehlten lediglich 0,03 Sekunden zum Weltrekord, doch die Botschaft war klar: Milák ist wieder eine Benchmark auf dieser Strecke.
"Klar, bin ich zufrieden. Ein neuer Europarekord, ein Meisterschaftsrekord. Wenn ich den Weltrekord verpasst habe, dann, glaube ich, nur um drei Hundertstel...", fasste er nach dem Sieg mit selbstbewusster Stimme zusammen und hielt sich dabei bewusst mit ausufernden Erklärungen zurück.
Doch nicht nur auf seiner Paradedisziplin glänzte der Ungar. Auch über 100m Freistil bewies Milák, dass er zur absoluten Weltspitze gehört. Mit einer Bonzezeit von 46,87 Sekunden unterstrich er seine Vielseitigkeit. Besonders beeindruckend war in Paris auch sein Einsatz in der Staffel, bei dem er mit seinem Split von 46,29 Sekunden die Konkurrenz ins Staunen versetzte und maßgeblich zum Erfolg des ungarischen Teams beitrug.
Selbstverständlich war das vor Beginn der EM alles nicht. Nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris stand Milák auf dem Olymp: Gold über die 100m Schmetterling, sportlich in der absoluten Spitze, mit internationalen Titeln und Bestzeiten im Gepäck. Doch abseits der Bahn gab es Bruchstellen. Milák sorgte für Gesprächsstoff, als er unmittelbar nach großen Erfolgen wenig oder gar nicht mit den Medien kommunizierte, angeblich kaum trainierte und es immer wieder Spekulationen über ein Karriereende gab.
All das löste in Ungarn Debatten aus: War es Unzufriedenheit, Überforderung oder bewusster Schutz der eigenen Privatsphäre? Das Jahr 2025 wurde für Milák zu einer Phase der Reflexion und Neuorientierung: Trainingsanpassungen, mentale Arbeit und gezielter Entlastung, um Druck und Erwartungen langfristig handhabbar zu machen. Auf die Schwimm-WM 2025 verzichtete er komplett. In Fachkreisen und ungarischen Medien wurde betont, dass sich Milák Zeit nahm, um nicht nur physisch, sondern auch mental eine nachhaltigere Basis aufzubauen — weg von impulsiven Reaktionen, hin zu einem strukturierten Comeback-Plan.
"Ich baue mich von Null wieder auf", meinte der vierfache Olympiamedaillengewinner mit Blick auf den Angriff auf die nächsten Spiele 2028 in Los Angeles. Die Schwimm-EM war auf diesem Weg ein erstes dickes Achtungszeichen.
Die „Auferstehung“ in Paris ist daher mehr als nur ein sportliches Resultat; sie ist die Antwort eines Athleten, der die Kritiker verstummen ließ. Mit diesem Comeback hat Milák bewiesen, dass die Zweifel an seiner Karriere unbegründet waren. Paris soll für ihn als der Ort in Erinnerung bleiben, an dem er nicht nur zu alter Stärke zurückfand, sondern eine neue Ära seiner Karriere einläutete.
Bild: Archiv
Es ist soweit: Die Masters greifen nach den EM-Titeln 2026

Nachdem die Profis in Paris die EM-Medaillen unter sich ausgeschwommen haben, sind nun die Masters des Kontinents an der Reihe: Im slowakischen Samorin finden vom 18. bis 28. August die Masters-Europameisterschaften statt.
Die Stadt vor den Toren Bratislavas war 2025 bereits Austragungsort der Junioren-EM und der U23-EM. Für die Masters stehen in Samorin vom 18. bis 24. August zunächst die Wettbewerbe im Beckenschwimmen an. Anschließend geht es vom 26. bis 28. August in der Donau auf die Jagd nach den Titeln im Freiwasser.
Auch etliche bekannte Namen der deutschen Masters-Szene sind natürlich wieder mit dabei. In der AK90 lässt es sich so zum Beispiel Helga Reich nicht nehmen, in Samorin anzutreten. Über die 50, 100, 200 und 400m Freistil ist sie gemeldet. Auch die Masters-Weltrekordlerin Nicole Heidemann, Ausdauerspezialistin Alisa Fatum-Böker oder der dreifache amtierende Masters-Weltmeister Matthias Weiss sind wieder mit von der Partie, um nur beispielhaft einige Namen zu nennen.
Die Masters-EM steht 2026 erstmals im Zeichen der Inklusion. So können auch Aktive mit Behinderungen teilnehmen. Erstmals werden Sportlerinnen und Sportler mit Seh-, Hör-, körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen zugelassen.
Die wichtigsten Links zur Masters-EM 2026:
- Livetiming, Ergebnisse und Startlisten der Masters-EM 2026
- Meldergebnis Masters-EM 2026
- Veranstaltungswebsite Masters-EM 2026
- Zeitplan der Masters-EM 2026 in Samorin (Slowakei)
''Ausbleibende Erfolge": Bundesstützpunkt Freiwasser zieht von Würzburg nach München

Der Bundesstützpunkt fürs Freiwasserschwimmen wird am dem 01. Januar 2027 in München angesiedelt sein. Dies gab der Deutschen Schwimm-Verbands in der zurückliegenden Woche wenig überraschend bekannt. Bereits zu Beginn des Olympiazyklus Ende 2024 gab es Bestrebungen den Standort zu verlegen, doch der bisherige Stüzpunkt in Würzburg behielt seinen Status vorerst.
Gegenüber dem BR erklärte Harald Walter, Präsident des Bayerischen Schwimmverbands, die Entscheidung mit ausbleibenden Erfolgen und zuletzt nur wenigen Kaderathleten, die in Würzburg trainiert hätten. Aus dem Kreis der deutschen Eliteschwimmer ist noch die mehrfache Freiwasser-Weltmeisterin Lea Boy verblieben.
Nicht zuletzt wurde auch der Ruf des Standorts auch nachhaltig beschädigt durch den Fall des einstigen Cheftrainers, gegen den 2021 Vorwürfe sexualisierten Missbrauchs aufkamen und der infolgedessen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.
Auch der Deutsche Schwimm-Verband bezeichnet Würzburg in seiner Mitteilung als "aktuell nicht aktiven Olympiastützpunkt im Freiwasserschwimmen". Die Verlegung inmitten eines Olympiazyklus ist ungewöhnlich und geschah nur auf ausdrücklichen Antrag des DSV hin.
Dass der neue Bundesstützpunkt in München angesiedelt ist, erklärt der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer wiefolgt: "Mit dieser Verlegung innerhalb des Bundeslandes können wir unseren wichtigen siebten Bundesstützpunkt in München mit allen Stärken dieser Metropole im Sinne der Aktiven revitalisieren. Diese Entscheidung trägt nicht nur maßgeblich zur Stärkung des Schwimmsports in Bayern und darüber hinaus bei, sie leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von Schwimmtalenten auf dem Weg zu den Olympischen Spielen."
Neben dem Bundesstützpunkt Freiwasserschwimmen betreibt der DSV derzeit noch sechs weitere Bundesstützpunkte für das Beckenschwimmen in Berlin, Essen, Hamburg, Heidelberg, Magdeburg und Potsdam.
''Ausbleibende Erfolge'': Bundesstützpunkt Freiwasser zieht von Würzburg nach München

Der Bundesstützpunkt fürs Freiwasserschwimmen wird am dem 01. Januar 2027 in München angesiedelt sein. Dies gab der Deutschen Schwimm-Verbands in der zurückliegenden Woche wenig überraschend bekannt. Bereits zu Beginn des Olympiazyklus Ende 2024 gab es Bestrebungen den Standort zu verlegen, doch der bisherige Stüzpunkt in Würzburg behielt seinen Status vorerst.
Gegenüber dem BR erklärte Harald Walter, Präsident des Bayerischen Schwimmverbands, die Entscheidung mit ausbleibenden Erfolgen und zuletzt nur wenigen Kaderathleten, die in Würzburg trainiert hätten. Aus dem Kreis der deutschen Eliteschwimmer ist noch die mehrfache Freiwasser-Weltmeisterin Lea Boy verblieben.
Nicht zuletzt wurde auch der Ruf des Standorts auch nachhaltig beschädigt durch den Fall des einstigen Cheftrainers, gegen den 2021 Vorwürfe sexualisierten Missbrauchs aufkamen und der infolgedessen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.
Auch der Deutsche Schwimm-Verband bezeichnet Würzburg in seiner Mitteilung als "aktuell nicht aktiven Olympiastützpunkt im Freiwasserschwimmen". Die Verlegung inmitten eines Olympiazyklus ist ungewöhnlich und geschah nur auf ausdrücklichen Antrag des DSV hin.
Dass der neue Bundesstützpunkt in München angesiedelt ist, erklärt der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer wiefolgt: "Mit dieser Verlegung innerhalb des Bundeslandes können wir unseren wichtigen siebten Bundesstützpunkt in München mit allen Stärken dieser Metropole im Sinne der Aktiven revitalisieren. Diese Entscheidung trägt nicht nur maßgeblich zur Stärkung des Schwimmsports in Bayern und darüber hinaus bei, sie leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von Schwimmtalenten auf dem Weg zu den Olympischen Spielen."
Neben dem Bundesstützpunkt Freiwasserschwimmen betreibt der DSV derzeit noch sechs weitere Bundesstützpunkte für das Beckenschwimmen in Berlin, Essen, Hamburg, Heidelberg, Magdeburg und Potsdam.
''Eine Inspiration für alle Schwimmerinnen'' - Sarah Sjöström begeistert in Paris

Die Rückkehr von Sarah Sjöström auf die große internationale Bühne bei den Schwimm-Europameisterschaften 2026 in Paris war weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg – sie war ein kraftvolles Statement. Für die schwedische Ausnahmeschwimmerin markierten diese Titelkämpfe den ersten großen Wettkampf nach ihrer Babypause. Dass sie nach dieser Auszeit nicht nur zurückkehrte, sondern sofort wieder das höchste Niveau abrufen konnte, unterstreicht ihren Status als eine der beeindruckendsten Athletinnen unseres Sports.
Auch 18 Jahre nachdem sie als Teenagerin bei der Schwimm-EM 2008 zum ersten Mal auf einem internationalen Podest stand, beweist Sjösröm eindrucksvoll, dass sie nichts von ihrer Explosivität verloren hat. Ihr absolutes Highlight bei diesen Meisterschaften war der Sieg über 50m Schmetterling, wo sie sich in einer Zeit von 25,05 Sekunden die Goldmedaille sicherte. Dieser Triumph war historisch: Es war ihr 18. EM-Gold, womit sie mit der deutschen Legende Franziska van Almsick als erfolgreichste weibliche Schwimmerin in der Geschichte der Europameisterschaften gleichzog.
Die Erleichterung und Freude über diese gelungene Rückkehr waren der Schwedin anzumerken. Nach ihrem Sieg über 50m Schmetterling betonte Sjöström, wie besonders dieser Moment für sie war: „Ich bin einfach nur unglaublich dankbar, wieder hier zu sein und mich auf diesem Niveau mit den Besten messen zu können. Dieser Sport bedeutet mir nach wie vor sehr viel.“ Mit Blick auf den historischen Rekord, den sie mit diesem Sieg erreichte, fügte sie hinzu: „Es ist eine große Ehre, meinen Namen in einer Reihe mit so großen Athletinnen wie Franziska van Almsick zu sehen. Das ist ein Meilenstein, den ich mir nie hätte erträumen lassen.“
Neben diesem Gold-Erfolg zeigte sie auch über die 50m Freistil ihre Extraklasse. Obwohl sie sich hier knapp geschlagen geben musste und mit einer starken Leistung die Silbermedaille holte, unterstrich sie durch ihre Präsenz im Finale und ihre konstanten Zeiten (darunter ein starker Halbfinal-Auftritt in 23,83 Sekunden) ihre Ausnahmestellung. Bereits zuvor hatte Sjöström anderthalb Dutzend Mal die Marke von 24 Sekunden über die 50m Freistil unterboten - öfter als jede andere Athletin.
"Es war eine Herausforderung zurückzukommen, aber ich bin wirklich glücklich, dass ich die Chance ergriffen habe, und ich bin dankbar, dass ich wieder auf diesem Niveau bin“, freute sich Sjösröm in Paris und betonte zudem wiederholt, wie sehr sie es schätzt, nach der Geburt ihres Kindes wieder in den Wettkampfsport zurückgekehrt zu sein und diesen neuen Lebensabschnitt mit ihrer Karriere zu verbinden.
Dass Sjöström nach ihrer Babypause sofort wieder angreifen konnte, beeindruckt auch ihre Konkurrentinnen zutiefst. Deutschlands Weltmeisterin Angelina Köhler brachte die Bewunderung vieler Athletinnen auf den Punkt:
„Sarah ist eine der krassesten Schwimmerinnen aller Zeiten", erklärte sie in Paris im Anschluss an das Finale über die 50m Schmetterling. "Sie ist eine Inspiration für mich und für alle Schwimmerinnen. Auch weil sie zeigt, dass es möglich ist, Karriere und Kind zu vereinbaren. Ich finde das einfach toll, für alle Frauen auf dieser Welt. Und ich hoffe, dass das auch in Deutschland bald machbar sein wird.“
Sjöströms Auftritt in Paris 2026 wird als ein beeindruckendes Comeback in Erinnerung bleiben. Sie hat nicht nur Edelmetall gewonnen, sondern auch gezeigt, dass Spitzenleistung und Familienleben keine Gegensätze sein müssen und nicht sein dürfen – ein Signal, das über das Schwimmbecken hinausreicht.
Bild: Archiv
Schwimm-EM 2026: Der finale Medaillenspiegel nach Tag 7

NEWS zur Schwimm-EM 2026 powered by Speedo
Die Schwimm-EM 2026 ist beendet und zum Abschluss konnte das deutsche Team noch einmal Medaillen von Isabel Gose, Maya Werner und Lukas Märtens feiern.
Insgesamt erkämpften sich die Beckenschwimmer damit 14 Medaillen bei der Schwimm-EM 2026. Die Highlights waren die beiden EM-Titel von Johannes Liebmann über die 800 und 1500m Freistil. Damit gab es im Medaillenspiegel der Schwimm-EM den siebten Platz.
An der Spitze des Medaillenrankings landete das Team aus Großbritannien, das wie die deutsche Mannschaft insgesamt 14 Medaillen holte. Nur Italien und die unter neutraler Flagge startende russische Mannschaft standen öfter auf dem Podium.
Der finale Medaillenspiegel der Schwimm-EM 2026 (Becken):
|
Platz |
Nation |
Gold |
Silber |
Bronze |
Gesamt |
|
1 |
Großbritannien |
8 |
2 |
4 |
14 |
|
2 |
Italien |
6 |
8 |
6 |
20 |
|
3 |
Neutrale Athleten B |
5 |
5 |
9 |
19 |
|
4 |
Frankreich |
4 |
4 |
3 |
11 |
|
5 |
Ungarn |
4 |
4 |
2 |
10 |
|
6 |
Niederlande |
2 |
7 |
0 |
9 |
|
7 |
Deutschland |
2 |
6 |
6 |
14 |
|
8 |
Irland |
2 |
1 |
2 |
5 |
|
9 |
Tschechien |
2 |
0 |
0 |
2 |
|
9 |
Rumänien |
2 |
0 |
0 |
2 |
|
11 |
Belgien |
1 |
1 |
1 |
3 |
|
11 |
Schweden |
1 |
1 |
1 |
3 |
|
11 |
Griechenland |
1 |
1 |
1 |
3 |
|
14 |
Litauen |
1 |
1 |
0 |
2 |
|
15 |
Polen |
1 |
0 |
1 |
2 |
|
16 |
Ukraine |
1 |
0 |
0 |
1 |
|
17 |
Spanien |
0 |
1 |
1 |
2 |
|
18 |
Dänemark |
0 |
1 |
0 |
1 |
|
|
Portugal |
0 |
1 |
0 |
1 |
|
|
Serbien |
0 |
1 |
0 |
1 |
| 21 | Österreich | 0 | 0 | 1 | 1 |
| Schweiz | 0 | 0 | 1 | 1 | |
| Neutr. Athl. A | 0 | 0 | 1 | 1 | |
| Kroatien | 0 | 0 | 1 | 1 |
.
Der finale Medaillenspiegel Schwimm-EM 2026 (Freiwasser):
|
Platz |
Nation |
Gold |
Silber |
Bronze |
Gesamt |
|
1 |
Deutschland |
4 |
0 |
1 |
5 |
|
2 |
Italien |
2 |
1 |
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Zeitplan der Schwimm-EM 2026 in Paris | Alle Vorläufe und Finals
Bild: European Aquatics
Zeitplan der Masters-EM 2026 in Samorin (Slowakei)

Nachdem die Profis in Paris die EM-Medaillen unter sich ausgeschwommen haben, sind nun die Masters des Kontinents an der Reihe: Im slowakischen Samorin finden vom 18. bis 28. August die Masters-Europameisterschaften statt. Wir haben hier für euch den Zeitplan der Masters-EM 2026:
Beckenschwimmen:
| 18. Aug | 800m Freistil (w) |
| 800m Freistil (m) | |
| 19. Aug | 200m Freistil (m) |
| 200m Freistil (w) | |
| 200m Lagen (m) | |
| 200m Lagen (w) | |
| 20. Aug | 100m Brust (w) |
| 100m Brust (m) | |
| 50m Rücken (w) | |
| 50m Rücken (m) | |
| 400m Lagen (w) | |
| 400m Lagen (m) | |
| 21. Aug | 50m Brust (m) |
| 50m Brust (w) | |
| 100m Schmetterling (m) | |
| 100m Schmetterling (w) | |
| 200m Rücken (m) | |
| 200m Rücken (w) | |
| 50m Freistil (m) | |
| 50m Freistil (w) | |
| 22. Aug | 4x50m Freistil (w) |
| 4x50m Freistil (m) | |
| 4x50m Lagen Mixed | |
| 4x50m Freistil Mixed | |
| 4x50m Lagen (w) | |
| 4x50m Lagen (m) | |
| 23. Aug | 400m Freistil (w) |
| 400m Freistil (m) | |
| 200m Brust (w) | |
| 200m Brust (m) | |
| 50m Schmetterling (w) | |
| 50m Schmetterling (m) | |
| 24. Aug | 200m Schmetterling (m) |
| 200m Schmetterling (w) | |
| 100m Freistil (m) | |
| 100m Freistil (w) | |
| 100m Rücken (m) | |
| 100m Rücken (w) |
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Freiwasser:
| 26. Aug | 4x 1km-Staffeln (w / m) |
| 27. Aug | 1,5km (w / m) |
| 28. Aug. | 3km (w / m) |
Isabel Gose und Maya Werner glänzen mit Medaillen-Triple zum EM-Abschluss

NEWS zur Schwimm-EM 2026 powered by Speedo
Es ist mittlerweile ein bekanntes Bild: Isabel Gose und Maya Werner stehen bei den Beckenwettbewerben der Schwimm-EM in Paris gemeinsam auf dem Siegerpodest – und zwischen ihnen ihre italienische Dauerrivalin Simona Quadarella. Auch zum Abschluss der Titelkämpfe in Paris machten Gose und Werner über die 400m Freistil das doppelte Medaillenglück perfekt. Aber auch zu Gold fehlte dieses Mal nicht viel.
Erst auf der letzten Bahn zog Quadarella an Isabel Gose vorbei, die nach zwei Goldmedaillen im Freiwasser nun insgesamt fünf Medaillen in Paris gewinnen konnte. In einem neuen EM-Rekord von 4:01,34 Minuten kürte sich Simona Quadarella ein drittes Mal zur Europameisterin und war dabei schneller als der Deutsche Rekord von Gose (4:02,14). An diese Bestmarke schwamm auch die frischgebackene EM-Zweite in 4:02,41 Minuten dicht heran. Mit Blick auf ihre dritte Silbermedaille hinter Quadarella zeigte sich Gose dennoch enttäuscht: "Zweimal ist in Ordnung, ein drittes Mal tut echt weh. Fünf Strecken, fünf Medaillen– da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Aber es ist schade". In herausragender neuer Bestzeit von 4:03,73 Minuten freute sich Maya Werner über das komplettierte Bronze-Triple in Paris.
Auch bei den Herren sorgte Olympiasieger Lukas Märtens dafür, dass die deutschen Farben bei der Siegerehrung über die 400m Freistil vertreten waren. Mehr dazu gibt es hier: Schwimm-EM 2026: Lukas Märtens erkämpft sich Bronze | Lagenstaffel landet auf Rang fünf
Für einen tollen EM-Abschluss sorgte auch die 4x100m Lagenstaffel der Damen. In der selben Besetzung wie schon im Vorlauf steigerten Lise Seidel (1:00,71), Anna Elendt (1:05,83), Angelina Köhler (56,26) und Nina Holt (53,41) allesamt ihre Einzelzeiten und landeten in 3:56,21 Minuten auf einem starken vierten Platz. Die Zeit aus dem Vorlauf verbesserte das Quartett somit um satte neun Zehntelsekunden. Gold ging an die Staffel aus Großbritannien, die in einer neuen EM-Rekordzeit von 3:53,50 Minuten auf den letzten Metern noch an den Italienerinnen (3:53,60) vorbeizog. Ebenfalls nur knapp dahinter erkämpften sich die Neutralen Athletinnen aus Russland (3:53,79) die Bronzemedaille.
Bereits zuvor war Anna Elendt in ihrem dritten Einzelfinale über die 50m Brust gefordert. In 30,35 Minuten sprintete die Deutsche Rekordhalterin – wie schon über die 200m Brust – auf den fünften Platz. "Ich bin wirklich mehr als glücklich", verriet Elendt nach ihrem Rennen. Für einen Platz auf dem Podium wäre eine Zeit von unter 30 Sekunden erforderlich gewesen. In einem Wimpernschlagfinale setzte sich die Weltrekordhalterin Ruta Meilutyte in 29,93 Sekunden gegenüber der Silbermedaillengewinnerin Benedetta Pilato (29,94) aus Italien durch. Bronze schnappte sich die Irin Mona McSharry (29,95), wiederum nur eine Hundertstelsekunde vor der Viertplatzierten Eneli Jefimova aus Estland.
Im einzigen Damenfinale ohne deutsche Beteiligung kürte sich die Britin Keanna Macinnes zur Europameisterin über die 200m Schmetterling. In 2:05,90 Minuten setzte sie sich gegenüber der dänischen Titelverteidigerin Helena Rosendahl Bach (2:06,14) und Laura Cabanes Garzas (2:07,21) aus Spanien durch.
Mit insgesamt 14 Medaillen, einem Welt- und Europarekord, sowie zahlreichen neuen nationalen Bestmarken gehen für das deutsche Team äußerst erfolgreiche Titelkämpfe zu Ende!
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Zeitplan der Schwimm-EM 2026 in Paris | Alle Vorläufe und Finals
Bild: Tino Henschel
Schwimm-EM 2026: Lukas Märtens erkämpft sich Bronze | Lagenstaffel landet auf Rang Fünf

NEWS zur Schwimm-EM 2026 powered by Speedo
Einen versöhnlichen Abschluss fanden die Europameisterschaften für Lukas Märtens auf seiner Paradestrecke über 400m Freistil. In 3:44,57 Minuten blieb der amtierende Olympiasieger zwar deutlich über seiner eigenen Weltrekordzeit, konnte sich mit einer starken Schlussbahn (27,09 Sekunden) jedoch noch auf den Bronzerang schieben. Mit gerade einmal sieben Hundertsteln Vorsprung hielt er den Belgier Lucas Henveaux auf Distanz. Über weite Teile des Rennens hatte allerdings wenig auf eine Medaille für den Magdeburger hingedeutet. Märtens, von Bahn acht aus startend, lag lange Zeit auf Rang fünf, ehe er auf den letzten Metern noch einmal entscheidend zulegen konnte.
Gold sicherte sich der französische Superstar Leon Marchand. Angefeuert vom Pariser Publikum feierte er in 3:43,14 Minuten einen Start-Ziel-Sieg. Silber ging an den Ungarn Oliver Papai (3:44,46). Der zweite deutsche Starter Oliver Klemet schlug in 3:45,16 Minuten als Fünfter an. Nach einem schnellen Angang lag der Magdeburger zunächst auf Medaillenkurs, musste seinem hohen Tempo auf den letzten 50 Metern jedoch Tribut zollen und wurde noch von Rang zwei zurückgereicht.
Ohne Medaille blieb das deutsche Team in der 4x100m Lagenstaffel der Herren. In einer unveränderten Besetzung mit Cornelius Jahn (54,09), Melvin Imoudu (58,76), Kaii Winkler (51,32) und Josha Salchow (47,38) belegte das DSV-Quartett am Ende in 3:31,55 Minuten auf einen guten fünften Rang. Damit konnte die deutsche Staffel im Vergleich zum Vorlauf ihre Zeit um 0,6 Sekunden verbessern. Über die Goldmedaille jubeln konnte am Ende die Mannschaft der neutralen Athleten in 3:28,67 Minuten mit Kliment Kolesnikov (53,00), Ivan Kozhakin (58,48), Andrei Minakov (50,34) und Egor Kornev (46,85). Knapp dahinter landeten die Teams aus Italien (3:28,86) und Frankreich (3:29,03) auf den weiteren Medaillenrängen.
Den Verzicht von Weltrekordhalter Leon Marchand über die 200m Lagen nutzte dessen Trainingspartner Hubert Kos (Ungarn) und verteidigte seinen Titel von den vergangenen Europameisterschaften erfolgreich. In 1:54,24 Minuten war Kos schneller als jeder Schwimmer zuvor bei den Titelkämpfen und unterstrich damit einmal mehr, dass die Trainingsgruppe von Bob Bowman auf den Lagenstrecken derzeit das Maß aller Dinge ist. Knapp dahinter schlug der Spanier Hugo Gonzalez de Oliveira (1:54,44) an. Für einen weiteren Rekord sorgte Mikhail Shcherbakov (Neutrale Athleten), der in 1:56,16 Minuten einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellte.
Auch über die 50m Freistil wurde am Abschlusstag ein neuer Europameister gesucht. Den Titel sicherte sich der Ukrainer Nikita Sheremet, der in 21,13 Sekunden zugleich einen neuen Landesrekord aufstellte. Der 19-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr mit 21,75 Sekunden den Junioren-Weltrekord über diese Strecke aufgestellt und seitdem eine beeindruckende Leistungsexplosion hingelegt. Dahinter teilten sich Egor Kornev (Neutrale Athleten) und Andrej Barna (Serbien) in 21,37 Sekunden den Silberrang.
Ein packendes Duell lieferten sich Thomas Ceccon (Italien) und Apostolos Christou (Griechenland) über die 100m Rücken. Christou, der bereits bei den vergangenen Europameisterschaften über diese Strecke triumphiert hatte, schwamm dabei erneut zu Gold. In 52,27 Sekunden schob sich der Grieche erst auf den letzten Metern an dem lange führenden Weltrekordhalter Ceccon vorbei und hatte im Anschlag schließlich die Hand um 0,01 Sekunden vorn. Pavel Samusenko (Neutrale Athleten) komplettierte das Podium in 52,57 Sekunden.
Die Zusammenfassung der Damenfinals, wo das deutsche Team ebenfalls über Edelmetall jubeln durfte, gibt es hier: Isabel Gose und Maya Werner glänzen mit Medaillen-Triple zum Abschluss der Schwimm-EM 2026
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Bild: Tino Henschel
Perfekte Finalausbeute zum Abschluss der Schwimm-EM 2026 | Olympiasieger Märtens greift auf der Außenbahn nach Gold

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In den Vorläufen am letzten Wettkampftag bei der Schwimm-EM in Paris standen über die 400m Freistil die innerdeutschen Duelle um die zwei möglichen Finalplätze im Fokus. Und das deutsche Team begeisterte erwartungsgemäß mit der perfekten Finalausbeute, auch wenn es Olympiasieger und Weltrekordhalter Lukas Märtens dabei äußerst spannend machte.
In 3:46,33 Minuten qualifizierte sich Märtens als Achter gerade so für die Medaillenentscheidung am Abend. Dort könnte er von der Außenbahn aus historisches erreichen und sich nach dem Olympiasieg, WM-Gold und dem Weltrekord nun auch den EM-Titel sichern. Doch die Konkurrenz ist stark: In 3:45,22 Minuten glänzte Oliver Klemet mit der Topzeit des Feldes. Und auch der französische Superstar Léon Marchand (3:45,85) wird über die 400m Freistil erstmals in einem internationalen Finale mit von der Partie sein.
Dreieinhalb Zehntel hinter Märtens verpasste Sven Schwarz als Neuntplatzierter und drittschnellster Deutscher in 3:46,68 Minuten den Sprung in das Finale. Und auch Johannes Liebmann (3:47,58 | 11.) wird nur wenige Stunden nach seiner Weltrekord-Sensation nicht noch einmal in den Kampf um die Medaillen eingreifen können.
Bei den Damen war Linda Roth die unglückliche Dritte, die trotz Rang 5 im Gesamtklassement nicht im Finale zu sehen sein wird. In 4:08,42 Minuten musste sich Roth sowohl Maya Werner als auch Isabel Gose geschlagen geben – alle drei schwammen im Vorlauf nebeneinander. Werner (4:05,40) und Gose (4:06,37) werden auch am Abend erneut Seite an Seite schwimmen, denn mit den deutlich schnellsten Zeiten schnappten sie sich die Mittelbahnen für das Finale. Beide standen bereits über die 800m und 1500m Freistil gemeinsam auf dem Podium. Ohnehin gab es bei diesen Titelkämpfen bislang kein Finale über die lange Freistilstrecken, wo es für das deutsche Team nicht zwei Medaillen zu bejubeln gab.
Über die 4x100m Lagenstaffeln stand dann wiederum der Kampf gegen die anderen Nationen im Fokus – aber auch hier sicherten sich die deutschen Quartette souverän die begehrten Finaltickets. Die Damenstaffel um Lise Seidel (1:00,85), Anna Elendt (1:06,13), Angelina Köhler (56,36) und Nina Holt (53,78) steht mit der zweitschnellsten Zeit aller Teams aussichtsreich im Endlauf. In 3:57,12 Minuten blieb die Staffel lediglich eine Hundertstelsekunde hinter den Damen aus Italien. Der Deutsche Rekord aus dem Jahr 2009 liegt übrigens bei 3:55,79 Minuten.
Auch die deutschen Männer werden in der Finalentscheidung zum Abschluss der Titelkämpfe mitten drin im Geschehen sein. In 3:32,18 Minuten zogen Cornelius Jahn (54,51), Melvin Imoudu (58,81), Kaii Winkler (50,94) und Josha Salchow (47,92) als Vierte in den Endlauf ein. Für die Topzeit am Morgen sorgte hier die Mannschaft der Neutralen Athleten aus Russland (3:30,81).
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Bild: Tino Henschel
23,19! Kate Douglass stellt ihren eigenen WELTREKORD in den Schatten

23,19 Sekunden über 50m Freistil! Kate Douglass verbesserte bei den Pan Pacific Championships in Irvine (Kalifornien) ihren eigenen Weltrekord zum zweiten Mal innerhalb eines Tages und ist mit dieser Hammerzeit in eine neue Dimension vorgestoßen. Die Weltrekordzeit aus dem Vorlauf pulverisierte Douglass in der Medaillenentscheidung am Abend um satte drei Zehntelsekunden.
Noch vor wenigen Wochen stand der Weltrekord über die 50m Freistil bei 23,61 Sekunden – gehalten von Sarah Sjöström. Daraufhin verbesserten zunächst Douglass (23,59), gefolgt von Gretchen Walsh (23,55) und nun wieder Douglass (23,49) die Allzeit-Bestmarke schrittweise um eine paar Hundertstelsekunden. Umso unerwarteter kam der riesige Leistungssprung von Kate Douglass auf 23,19 Sekunden – eine Bestmarke, die zumindest in diesem Sommer nicht mehr angreifbar sein sollte.
Nach der Weltrekord-Überraschung durch Johannes Liebmann über die 1500m Freistil, wo sich der deutsche Youngster mit einer Fabelzeit von 14:26,79 Minuten in die Rekordbücher eintrug, waren auch Sam Short und der bisherige Weltrekordhalter Bobby Finke über eben diese Strecke gefordert. Short zeigte ebenso ein rekordwürdiges Rennen und knackte in starken 14:33,97 Minuten den Australischen Rekord von Schwimm-Legende Grant Hackett – als nun sechstschnellster Schwimmer aller Zeiten. Olympiasieger Finke wurde in 14:44,26 Minuten Dritter.
Zum Abschluss der Pan Pacs mussten die beiden Ausnahmeschwimmerinnen Summer McIntosh und Katie Ledecky überraschend jeweils geschlagen geben – und das in ihren Weltrekord-Events. Über die 800m Freistil schwamm Ledecky in 8:07,26 Minuten zu Silber hinter der Vize-Weltmeisterin Lani Pallister, die in 8:06,10 Minuten bis auf zwei Sekunden an Ledecky's Weltrekord herankam. McIntosh fehlten über die 200m Lagen in 2:07,47 Minuten zwei Hundertstelsekunden, um sich gegenüber der Chinesin Yu Yiting durchzusetzen.
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Bild: World Aquatics
