Schwimmereltern, die Alleskönner: Der schmale Grat zwischen Motivation und Druck

Im Zusammenspiel zwischen Schwimmern, Trainern und Verein darf eine wichtige Größe natürlich nicht fehlen: Die Eltern. Im Kinder- und Jugendbereich tragen sie auf ihren breiten Schultern viele organisatorische und finanzielle Lasten, engagieren sich im Verein und sind daheim sowohl Motivator als auch Tröster. Unsere Autorin Melanie Ragot ist nicht nur Trainerin, sondern auch Schwimmermama, kann dieses komplexe Zusammenspiel also aus mehreren Perspektiven betrachten. Im folgenden Artikel hat sie sich eingehend der Rolle der Schwimmereltern gewidmet.
„Mama, warum bekomme ich keine Medaille?“ An diese Frage meines damals sechsjährigen Sohnes erinnere ich mich noch gut. Mein Sohn war noch neu im Schwimmverein und nahm das erste Mal an einem vereinsinternen Wettkampf teil. Er musste 25m Freistilbeine und 25m Rücken schwimmen. Am Ende gab es eine Siegerehrung und Medaillen für die schnellsten drei Schwimmer. Mein Sohn hatte bei Bambiniläufen gelernt, dass jeder Teilnehmer ein Gewinner ist und es am Ende immer eine glitzernde Medaille gibt. Er stand erwartungsvoll mit vielen anderen Kindern vor dem Podium und wartete darauf, dass auch er für seine Leistung belohnt wird. Ich hatte bemerkt, dass die drei besten Schwimmer in seinen Wettkämpfen schon geehrt worden sind. Er gehörte leider nicht dazu. Als ich ihm sagte, dass wir nach Hause fahren, wollte er nicht mitkommen und als ich ihm erklärte, dass er keine Medaille bekommt, war er ganz traurig. Ich komme selbst aus dem Schwimmsport und weiß, dass der Umgang mit Niederlagen zum Wettkampfsport dazugehört. Dass mein Sohn dies jedoch mit sechs Jahren erfahren musste, tat mir als Mutter weh. Ich tröstete ihn auf der Rückfahrt.
Zum Jahresende 2021 zählt der Deutsche Schwimmverband 534.152 Mitglieder, wovon mit knapp 54 Prozent mehr als die Hälfte der Mitglieder Kinder und Jugendliche sind. 240.823 Mitglieder, also 45 Prozent der Gesamtmitgliederzahl, sind Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren. „Leistungssport ist nicht nur eine Herausforderung für den Sportler, sondern auch für dessen Eltern“, heißt es im Vorwort von Klaus Rudolph in seiner Elternfiebel „Mein Kind Schwimmt“. Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung ihrer Kinder und beim Heranführen an den Sport. Sind die Eltern selbst sportlich oder sportinteressiert, so können sie für ihre Kinder erste sportliche Vorbilder sein. Aber auch ohne eigene Sporterfahrung können Eltern in ihre Rolle als Schwimmereltern hineinwachsen.
Am Anfang stehen Spaß und Vielseitigkeit
In einem Artikel der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2014 zum Thema „Eltern im Leistungssport“ wird über ein Elterncoaching berichtet, welches für Eltern zweier Jugendmannschaften eines Zweitligisten im Fußball entworfen wurde. Interessant ist das darin vermittelte dreistufige Phasenmodell, welches sich auch gut auf den Schwimmsport übertragen lässt. Demnach sollte zu Beginn der Spaß an der Bewegung und der Fokus auf Lernerfolge stehen. Im weiteren Verlauf sollten Eltern ihre Kinder gezielt unterstützen und mit sanftem Druck an das Training erinnern. In der dritten Phase sollten sich die Eltern sich dann immer weiter zurücknehmen und den Kindern neben emotionalem Rückhalt eine finanzielle Sicherheit geben und bei Bedarf als Berater zur Verfügung stehen.
Der Deutsche Schwimmverband betont in seiner „Nachwuchskonzeption Schwimmen 2020“ die Wichtigkeit einer vielseitigen, motorischen Grundausbildung der Kinder. Hier sind Eltern und Trainer gleichermaßen gefordert, den Kindern spielerisch vielseitige Bewegungserfahrungen zu ermöglichen. Sportliche Bewegung unterstützt Kinder nicht nur in ihrer motorischen Entwicklung, sondern beeinflusst außerdem maßgeblich die Entwicklung der Persönlichkeit. Schwimmereltern können feststellen, dass sich ihre Kinder mit der Zeit immer besser, losgelöst von Mama und Papa, im Sportumfeld gemeinsam mit anderen Sportlern zurechtfinden und dort auch behaupten. Diese Selbständigkeit gilt es als Eltern zu fördern und zu unterstützen.
Organisatoren des Schwimmalltags
Im Volksmund heißt es „ohne Fleiß kein Preis“ und im Schwimmsport ist diese Aussage nur allzu wahr. Für den schwimmsportlichen Erfolg sind neben Talent vor allen Dingen sehr viel Fleiß und Disziplin gefragt. Je länger die Kinder im Wettkampfsport Schwimmen aktiv sind, umso höher wird der wöchentliche Trainingsaufwand und damit auch der Aufwand, der für Fahrtzeiten zum Training eingeplant werden muss. Viele Schwimmer müssen gemeinsam mit ihren Eltern täglich den Spagat zwischen Schule, Training und Freizeit meistern. Insbesondere die Distanz zur Trainingsstätte und die Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr sind dabei wichtig. Während es bei jüngeren Sportlern nach wie vor unerlässlich ist, dass Eltern ihre Kinder auf der Fahrt zum Training begleiten, sollte mit zunehmendem Alter die Autonomie auch im eigenständigen Zurücklegen der Wege zum und vom Training gefördert werden.
Schwimmereltern können ihre Kinder gezielt unterstützen, indem sie den Familienalltag weitgehend nach dem Sport ausrichten. Das kann der für einen Wettkampf verschobene Familienausflug sein oder das Elterntaxi, um dem Kind einen kleinen Gewinn an Freizeit, an mehr Zeit zum Lernen oder einfach an Erholungszeit zu verschaffen. Eltern sollten dabei im Schwimmalltag ihrer Kinder auf eine Balance zwischen Trainingsbelastung und Erholung zu Hause achten. Damit Kinder im Leistungssport langfristig aktiv und erfolgreich sein können, spielen Erholungsphasen durch Freizeit und genügend Schlaf eine große Rolle. Auch das Thema gesunde und ausgewogene Ernährung trägt zu einer besseren Regeneration nach einem harten Training bei und sollte von den Eltern gefördert werden.
Sobald die Kinder an den ersten Schwimmwettkämpfen teilnehmen, bestimmen dann frühes Aufstehen, Hin- und Herfahrten zu den Wettkampfstätten und das Vorbereiten der obligatorischen „Fresspakete“ für lange Wettkampftage die Wochenendplanung der Familie. Wer den Verein und somit auch seine Kinder in einer besonderen Art unterstützen möchte, kann sich als Kampfrichter engagieren. Eine Vorerfahrung ist zwar hilfreich, wird aber nicht vorausgesetzt. Jeder Verein freut sich immer über Elternengagement als Kampfrichter, denn ohne „Karis“ gibt es keine Wettkämpfe. Als neutrale Beobachter sind Eltern als solche nah am Wettkampfgeschehen dran, entwickeln ein besseres Verständnis für die spezifischen Anforderungen im Schwimmsport und können so noch viel direkter am Sport ihrer Kinder teilhaben.
Finanzielle Unterstützung und emotionaler Rückhalt
Zum Schwimmen braucht man nicht viel, denn Badebekleidung, Kappe und Schwimmbrille reichen aus, denken Eltern, die noch neu im Schwimmsport sind. Doch schnell merken sie, dass dies im Wettkampfsport bei weitem nicht ausreicht. Ausrüstungsgegenstände wie Brett, Pullbuoy, Paddles, Schnorchel und Kurzflossen kommen dazu. Kaum sind die ersten Wettkämpfe geschwommen, fragen die Kinder nach Wettkampfanzügen und -hosen. Auch hier reicht die einfache Ausstattung irgendwann nicht mehr aus und das Zauberwort « Carbon » fällt. Spätestens dann, gehen für ein klitzekleines Stückchen Stoff mehrere Hundert Euro über den Ladentisch. Hinzu kommen Kosten für Trainingslager und Wettkampfreisen, bei denen insgesamt schnell drei bis vierstellige Beträge zusammenkommen können.
Neben der finanziellen Unterstützung ist es in dieser Phase wichtig, dass sich die Eltern immer mehr zurücknehmen, zwar beratend und emotional zur Seite stehen, aber die sportliche Leistungsmotivation von den Kindern selbst kommt. Je weiter Kinder die „Karriereleiter“ im Schwimmsport hinaufklettern und an ersten regionalen bis hin zu nationalen oder gar internationalen Meisterschaften teilnehmen, umso wichtiger wird der emotionale Rückhalt durch die Eltern. Gerade wenn es mal nicht gut läuft und Kinder mit Niederlagen oder gar Verletzungen umgehen müssen, hilft es, wenn Eltern ihre Kinder emotional unterstützen. Auch der Umgang mit Erfolg und Erfolgsdruck sollte geübt werden. Druck kann von außen, wie zum Beispiel dem Trainer, oder vom Sportler selbst kommen. Schwierig wird es dann, wenn ein solcher „Überehrgeiz“ primär von den Eltern ausgeht. Eltern sollten sich deshalb immer bewusst sein, dass der Grat zwischen gut gemeintem Motivieren und Erfolgsdruck ausüben recht schmal ist.
Meine Sichtweise als Trainer
Als Trainerin des jüngsten Wettkampfnachwuchses in einem Schwimmverein empfinde ich es als meine Pflicht, die Eigenmotivation der Kinder zu fördern, aber auch regelmäßig zu überprüfen. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als ein Leistungsschwimmer, der nie wieder eine Schwimmhalle von innen sehen möchte, weil er als Kind zum Schwimmsport „gezwungen“ wurde. Lieber rechtzeitig den Weg aus dem Leistungssport suchen und ein Leben lang den Spaß am Schwimmen behalten. Nicht nur die Einstellung der Kinder zum Wettkampfsport ist wichtig, sondern auch die der Eltern. Es hilft, wenn Eltern die an sie gestellten Anforderungen verstehen, Verständnis für den hohen Aufwand haben und ihre Kinder im Sport voll unterstützen. Wichtig ist dabei der offene Dialog zwischen Eltern und Trainern. Dabei erwarte ich von Eltern, dass sie mir als Expertin am Beckenrand vertrauen und mir das Training sowie die Bewertung von Technik und Leistungen überlassen. „Zu viele Köche verderben den Brei“, heißt es und so ist es auch mit vielleicht gut gemeinten Tipps von Eltern zur Schwimmtechnik oder dem Rennverlauf ihrer Kinder. Ich empfehle Eltern außerdem, dass sie sich untereinander vernetzen, um die organisatorischen Herausforderungen als Schwimmereltern gemeinsam zu meistern.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Rolle als Schwimmereltern nicht immer einfach ist. Sie erfordert einiges an persönlichem und finanziellem Engagement sowie häufig auch viel Kreativität in der Familienorganisation, aber sie wird dadurch belohnt, dass Kinder im Schwimmsport so viel mehr lernen als „nur" schnell zu schwimmen.
Da mein Sohn bei seinem ersten Wettkampf mit „leeren Händen“ nach Hause fuhr, entschloss ich mich noch am selben Abend, ihm eine Teilnehmerurkunde am Computer zu gestalten. Zusammen mit einer kleinen Tüte Gummibärchen versteckte ich die Urkunde heimlich in unserem Briefkasten. Als mein Sohn den Umschlag und seinen Inhalt am nächsten Morgen fand, strahlten seine Augen überglücklich. Kurz darauf fragte er mich, wann der nächste Wettkampf stattfindet. Seine Begeisterung für den Wettkampfsport Schwimmen war geweckt, den er bis heute – mehr als 10 Jahre später – nun auch gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester ausübt.
Dieser Artikel erschien in der Herbstausgabe 2022 des swimsportMagazine. Alle noch verfügbaren Ausgaben der Zeitschrift für den Schwimmsport können im großen swimsportMagazine-Paket bestellt werden. Zum Sonderpreis erwarten euch hier mehr als 1500 Seiten geballtes Schwimmwissen --> Das swimsportMagazine-Paket
Schwimmereltern, die Alleskönner: Der schmale Grat zwischen Motivation und Druck

Im Zusammenspiel zwischen Schwimmern, Trainern und Verein darf eine wichtige Größe natürlich nicht fehlen: Die Eltern. Im Kinder- und Jugendbereich tragen sie auf ihren breiten Schultern viele organisatorische und finanzielle Lasten, engagieren sich im Verein und sind daheim sowohl Motivator als auch Tröster. Unsere Autorin Melanie Ragot ist nicht nur Trainerin, sondern auch Schwimmermama, kann dieses komplexe Zusammenspiel also aus mehreren Perspektiven betrachten. Im folgenden Artikel hat sie sich eingehend der Rolle der Schwimmereltern gewidmet.
„Mama, warum bekomme ich keine Medaille?“ An diese Frage meines damals sechsjährigen Sohnes erinnere ich mich noch gut. Mein Sohn war noch neu im Schwimmverein und nahm das erste Mal an einem vereinsinternen Wettkampf teil. Er musste 25m Freistilbeine und 25m Rücken schwimmen. Am Ende gab es eine Siegerehrung und Medaillen für die schnellsten drei Schwimmer. Mein Sohn hatte bei Bambiniläufen gelernt, dass jeder Teilnehmer ein Gewinner ist und es am Ende immer eine glitzernde Medaille gibt. Er stand erwartungsvoll mit vielen anderen Kindern vor dem Podium und wartete darauf, dass auch er für seine Leistung belohnt wird. Ich hatte bemerkt, dass die drei besten Schwimmer in seinen Wettkämpfen schon geehrt worden sind. Er gehörte leider nicht dazu. Als ich ihm sagte, dass wir nach Hause fahren, wollte er nicht mitkommen und als ich ihm erklärte, dass er keine Medaille bekommt, war er ganz traurig. Ich komme selbst aus dem Schwimmsport und weiß, dass der Umgang mit Niederlagen zum Wettkampfsport dazugehört. Dass mein Sohn dies jedoch mit sechs Jahren erfahren musste, tat mir als Mutter weh. Ich tröstete ihn auf der Rückfahrt.
Zum Jahresende 2021 zählt der Deutsche Schwimmverband 534.152 Mitglieder, wovon mit knapp 54 Prozent mehr als die Hälfte der Mitglieder Kinder und Jugendliche sind. 240.823 Mitglieder, also 45 Prozent der Gesamtmitgliederzahl, sind Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren. „Leistungssport ist nicht nur eine Herausforderung für den Sportler, sondern auch für dessen Eltern“, heißt es im Vorwort von Klaus Rudolph in seiner Elternfiebel „Mein Kind Schwimmt“. Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung ihrer Kinder und beim Heranführen an den Sport. Sind die Eltern selbst sportlich oder sportinteressiert, so können sie für ihre Kinder erste sportliche Vorbilder sein. Aber auch ohne eigene Sporterfahrung können Eltern in ihre Rolle als Schwimmereltern hineinwachsen.
Am Anfang stehen Spaß und Vielseitigkeit
In einem Artikel der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2014 zum Thema „Eltern im Leistungssport“ wird über ein Elterncoaching berichtet, welches für Eltern zweier Jugendmannschaften eines Zweitligisten im Fußball entworfen wurde. Interessant ist das darin vermittelte dreistufige Phasenmodell, welches sich auch gut auf den Schwimmsport übertragen lässt. Demnach sollte zu Beginn der Spaß an der Bewegung und der Fokus auf Lernerfolge stehen. Im weiteren Verlauf sollten Eltern ihre Kinder gezielt unterstützen und mit sanftem Druck an das Training erinnern. In der dritten Phase sollten sich die Eltern sich dann immer weiter zurücknehmen und den Kindern neben emotionalem Rückhalt eine finanzielle Sicherheit geben und bei Bedarf als Berater zur Verfügung stehen.
Der Deutsche Schwimmverband betont in seiner „Nachwuchskonzeption Schwimmen 2020“ die Wichtigkeit einer vielseitigen, motorischen Grundausbildung der Kinder. Hier sind Eltern und Trainer gleichermaßen gefordert, den Kindern spielerisch vielseitige Bewegungserfahrungen zu ermöglichen. Sportliche Bewegung unterstützt Kinder nicht nur in ihrer motorischen Entwicklung, sondern beeinflusst außerdem maßgeblich die Entwicklung der Persönlichkeit. Schwimmereltern können feststellen, dass sich ihre Kinder mit der Zeit immer besser, losgelöst von Mama und Papa, im Sportumfeld gemeinsam mit anderen Sportlern zurechtfinden und dort auch behaupten. Diese Selbständigkeit gilt es als Eltern zu fördern und zu unterstützen.
Organisatoren des Schwimmalltags
Im Volksmund heißt es „ohne Fleiß kein Preis“ und im Schwimmsport ist diese Aussage nur allzu wahr. Für den schwimmsportlichen Erfolg sind neben Talent vor allen Dingen sehr viel Fleiß und Disziplin gefragt. Je länger die Kinder im Wettkampfsport Schwimmen aktiv sind, umso höher wird der wöchentliche Trainingsaufwand und damit auch der Aufwand, der für Fahrtzeiten zum Training eingeplant werden muss. Viele Schwimmer müssen gemeinsam mit ihren Eltern täglich den Spagat zwischen Schule, Training und Freizeit meistern. Insbesondere die Distanz zur Trainingsstätte und die Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr sind dabei wichtig. Während es bei jüngeren Sportlern nach wie vor unerlässlich ist, dass Eltern ihre Kinder auf der Fahrt zum Training begleiten, sollte mit zunehmendem Alter die Autonomie auch im eigenständigen Zurücklegen der Wege zum und vom Training gefördert werden.
Schwimmereltern können ihre Kinder gezielt unterstützen, indem sie den Familienalltag weitgehend nach dem Sport ausrichten. Das kann der für einen Wettkampf verschobene Familienausflug sein oder das Elterntaxi, um dem Kind einen kleinen Gewinn an Freizeit, an mehr Zeit zum Lernen oder einfach an Erholungszeit zu verschaffen. Eltern sollten dabei im Schwimmalltag ihrer Kinder auf eine Balance zwischen Trainingsbelastung und Erholung zu Hause achten. Damit Kinder im Leistungssport langfristig aktiv und erfolgreich sein können, spielen Erholungsphasen durch Freizeit und genügend Schlaf eine große Rolle. Auch das Thema gesunde und ausgewogene Ernährung trägt zu einer besseren Regeneration nach einem harten Training bei und sollte von den Eltern gefördert werden.
Sobald die Kinder an den ersten Schwimmwettkämpfen teilnehmen, bestimmen dann frühes Aufstehen, Hin- und Herfahrten zu den Wettkampfstätten und das Vorbereiten der obligatorischen „Fresspakete“ für lange Wettkampftage die Wochenendplanung der Familie. Wer den Verein und somit auch seine Kinder in einer besonderen Art unterstützen möchte, kann sich als Kampfrichter engagieren. Eine Vorerfahrung ist zwar hilfreich, wird aber nicht vorausgesetzt. Jeder Verein freut sich immer über Elternengagement als Kampfrichter, denn ohne „Karis“ gibt es keine Wettkämpfe. Als neutrale Beobachter sind Eltern als solche nah am Wettkampfgeschehen dran, entwickeln ein besseres Verständnis für die spezifischen Anforderungen im Schwimmsport und können so noch viel direkter am Sport ihrer Kinder teilhaben.
Finanzielle Unterstützung und emotionaler Rückhalt
Zum Schwimmen braucht man nicht viel, denn Badebekleidung, Kappe und Schwimmbrille reichen aus, denken Eltern, die noch neu im Schwimmsport sind. Doch schnell merken sie, dass dies im Wettkampfsport bei weitem nicht ausreicht. Ausrüstungsgegenstände wie Brett, Pullbuoy, Paddles, Schnorchel und Kurzflossen kommen dazu. Kaum sind die ersten Wettkämpfe geschwommen, fragen die Kinder nach Wettkampfanzügen und -hosen. Auch hier reicht die einfache Ausstattung irgendwann nicht mehr aus und das Zauberwort « Carbon » fällt. Spätestens dann, gehen für ein klitzekleines Stückchen Stoff mehrere Hundert Euro über den Ladentisch. Hinzu kommen Kosten für Trainingslager und Wettkampfreisen, bei denen insgesamt schnell drei bis vierstellige Beträge zusammenkommen können.
Neben der finanziellen Unterstützung ist es in dieser Phase wichtig, dass sich die Eltern immer mehr zurücknehmen, zwar beratend und emotional zur Seite stehen, aber die sportliche Leistungsmotivation von den Kindern selbst kommt. Je weiter Kinder die „Karriereleiter“ im Schwimmsport hinaufklettern und an ersten regionalen bis hin zu nationalen oder gar internationalen Meisterschaften teilnehmen, umso wichtiger wird der emotionale Rückhalt durch die Eltern. Gerade wenn es mal nicht gut läuft und Kinder mit Niederlagen oder gar Verletzungen umgehen müssen, hilft es, wenn Eltern ihre Kinder emotional unterstützen. Auch der Umgang mit Erfolg und Erfolgsdruck sollte geübt werden. Druck kann von außen, wie zum Beispiel dem Trainer, oder vom Sportler selbst kommen. Schwierig wird es dann, wenn ein solcher „Überehrgeiz“ primär von den Eltern ausgeht. Eltern sollten sich deshalb immer bewusst sein, dass der Grat zwischen gut gemeintem Motivieren und Erfolgsdruck ausüben recht schmal ist.
Meine Sichtweise als Trainer
Als Trainerin des jüngsten Wettkampfnachwuchses in einem Schwimmverein empfinde ich es als meine Pflicht, die Eigenmotivation der Kinder zu fördern, aber auch regelmäßig zu überprüfen. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als ein Leistungsschwimmer, der nie wieder eine Schwimmhalle von innen sehen möchte, weil er als Kind zum Schwimmsport „gezwungen“ wurde. Lieber rechtzeitig den Weg aus dem Leistungssport suchen und ein Leben lang den Spaß am Schwimmen behalten. Nicht nur die Einstellung der Kinder zum Wettkampfsport ist wichtig, sondern auch die der Eltern. Es hilft, wenn Eltern die an sie gestellten Anforderungen verstehen, Verständnis für den hohen Aufwand haben und ihre Kinder im Sport voll unterstützen. Wichtig ist dabei der offene Dialog zwischen Eltern und Trainern. Dabei erwarte ich von Eltern, dass sie mir als Expertin am Beckenrand vertrauen und mir das Training sowie die Bewertung von Technik und Leistungen überlassen. „Zu viele Köche verderben den Brei“, heißt es und so ist es auch mit vielleicht gut gemeinten Tipps von Eltern zur Schwimmtechnik oder dem Rennverlauf ihrer Kinder. Ich empfehle Eltern außerdem, dass sie sich untereinander vernetzen, um die organisatorischen Herausforderungen als Schwimmereltern gemeinsam zu meistern.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Rolle als Schwimmereltern nicht immer einfach ist. Sie erfordert einiges an persönlichem und finanziellem Engagement sowie häufig auch viel Kreativität in der Familienorganisation, aber sie wird dadurch belohnt, dass Kinder im Schwimmsport so viel mehr lernen als „nur" schnell zu schwimmen.
Da mein Sohn bei seinem ersten Wettkampf mit „leeren Händen“ nach Hause fuhr, entschloss ich mich noch am selben Abend, ihm eine Teilnehmerurkunde am Computer zu gestalten. Zusammen mit einer kleinen Tüte Gummibärchen versteckte ich die Urkunde heimlich in unserem Briefkasten. Als mein Sohn den Umschlag und seinen Inhalt am nächsten Morgen fand, strahlten seine Augen überglücklich. Kurz darauf fragte er mich, wann der nächste Wettkampf stattfindet. Seine Begeisterung für den Wettkampfsport Schwimmen war geweckt, den er bis heute – mehr als 10 Jahre später – nun auch gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester ausübt.
Dieser Artikel erschien in der Herbstausgabe 2022 des swimsportMagazine. Alle noch verfügbaren Ausgaben der Zeitschrift für den Schwimmsport können im großen swimsportMagazine-Paket bestellt werden. Zum Sonderpreis erwarten euch hier mehr als 1500 Seiten geballtes Schwimmwissen --> Das swimsportMagazine-Paket
Olympiasieger Ryan Lochte startet Trainerkarriere

Der US-amerikanische Schwimm-Star Ryan Lochte startet ein neues Kapitel abseits des Beckens: Der zwölfmalige Olympiamedaillengewinner wird ab der kommenden Saison das Schwimmteam der Missouri State University als Assistant Coach unterstützen. Medienberichten zufolge soll Lochte für diese Tätigkeit rund 34 US-Dollar pro Stunde verdienen.
Ryan Lochte selbst blickt mit großer Freude und Zuversicht auf seine neue Aufgabe. Besonders die Stimmung innerhalb des Programms habe ihn überzeugt: "Was mich an der Missouri State besonders beeindruckt hat, ist die Kultur", erklärte Lochte. "Es gibt dort ein starkes Gefühl von Zielstrebigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist. Man merkt, dass hier etwas Bedeutendes und Nachhaltiges aufgebaut wird."
Der frühere Star-Schwimmer zählt zu den erfolgreichsten Athleten seiner Generation. Insgesamt nahm er an vier Olympischen Spielen teil, gewann dabei zwölf Medaillen – sechs davon Gold – und stellte acht Weltrekorde auf der Langbahn auf. Seine aktive Karriere beendete Lochte im Jahr 2021.
Während seiner eigenen Collegezeit trainierte Ryan Lochte in Florida. Zudem stammt Lochte aus einer Familie mit Trainerhintergrund – auch sein Vater war über viele Jahre als Coach tätig.
Bild: Archiv
DKM-Sieger Maurice Grabowski schließt sich US-Elitegruppe an

Für Maurice Grabowski war seine Collegezeit an der Lynn University in Florida von großen Erfolgen geprägt. Nach Ende seines Studiums entschied sich der amtierende Deutsche Kurzbahnmeister über die 50m Schmetterling nun, auch zukünftig in den USA zu trainieren.
Grabowski schließt sich dort der Wolfpack Elite Group in Raleigh (North Carolina) an, wo zahlreiche nationale wie internationale Topstars – beispielsweise Katharine Berkhoff, Eneli Jefimova und Coleman Stewart – ebenfalls ihre Bahnen ziehen.
Die Krönung seiner Collegekarriere erlebte der 24-jährige Sprintspezialist in diesem Jahr mit eindrucksvollen vier Einzelsiegen bei den nationalen College-Meisterschaften in der Division II. Im letzten Dezember feierte Maurice Grabowski zudem bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Lublin sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft.
Bild: Lynn University
Jetzt buchen! Masters-Camp in Soma Bay im Juni 2026

Vorbereitung auf die Masters-Höhepunkte des Sommers unter der Sonne Ägyptens: Ihr könnt mit dabei sein; ONEflow Sports veranstaltet vom 22. bis 29. Juni 2026 ein Masters-Trainingslager in Soma Bay, Ägypten.
Geleitet wird das Camp von Jan Jünemann, international erfolgreichem Schwimm- und Athletiktrainer mit über 20 trainierten Olympioniken und nachgewiesenen Medaillenerfolgen bei Welt- und Europameisterschaften, sowie Nicole Heidemann, mehrfache Weltrekordhalterin auf den Bruststrecken in der AK 40.
Die Trainer entwickeln für euch einen Trainingsplan gemäß der persönlichen Zielsetzung, Fokusstrecken und Hauptlage jedes Teilnehmers — mit Fokus auf Technik, Ausdauer, Speed, Starts und Wenden. Trainiert wird in der olympischen Aquatik-Anlage von ONEflow Sports, die als Partner von über 30 Nationalmannschaften weltweit für professionelle Trainingsbedingungen steht.
Die Anlage umfasst ein 50m-Becken mit 10 Bahnen, ein 25m-Becken mit 5 Bahnen sowie einen Indoor und Outdoor Gym-Bereich.
Untergebracht sind die Teilnehmer im 4-Sterne Kaktus Hotel mit Vollpension und 43 m² Zimmern.
Die wichtigtens Infos zum Masters Camp in Soma Bay:
- Preise: 1.300 € p.P. (DZ) / 1.400 € p.P. (EZ) — inkl. Hotel, Vollpension, Training & Transfer.
- Weitere Informationen: https://oneflow-sports.com/masters-2026.html
- Anmeldung: Jan Jünemann · +49 178 8098508 (WhatsApp) · info@fast-langenau.de
Von Peking bis Los Angeles: Wie die Olympia-Ticketpreise explodierten

Die Olympischen Spiele waren schon immer ein teures Vergnügen für alle Fans vor Ort. Doch wer die Schwimm-Wettbewerbe in Los Angeles 2028 live erleben möchte, muss so tief wie nie zuvor in die Tasche greifen – sofern überhaupt noch Tickets erhältlich sind. Ein Blick auf die vergangenen Olympischen Spiele seit Peking 2008 zeigt, wie stark die Preise in den vergangenen Jahren gestiegen sind.
Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking waren selbst Finaltickets noch für vergleichsweise günstige 80€ zu bekommen. Bei den darauffolgenden Spielen in London 2012 stiegen die Ticketpreise aufgrund der hohen Nachfrage dann bereits auf bis zu 515€ an. Um die Schwimm-Wettbewerbe 2016 in Rio Vorort mitzuverfolgen, zahlten die Fans bis zu 295€. Auch wenn die Olympischen Spiele 2021 in Tokio schlussendlich ohne Zuschauer stattfanden, waren die Tickets im Vorfeld für bis zu 850€ verkauft worden, was das Schwimmen zur teuersten Sportart der Titelkämpfe machte. Dieser Trend setzte sich zuletzt auch in Paris 2024 fort, wo ausgewählte Finaltickets bis zu 980€ kosteten.
Die anstehenden Olympischen Spiele werden für Schwimm-Fans nun die teuersten Titelkämpfe aller Zeiten: Die Preise für die Finalabschnitte liegen je nach Kategorie zwischen 161€ und 1600€ – die Ticketpreise für die Vorläufe sind mit 80-700€ nur minimal überschaubarer. Es gibt allerdings Hinweise auf ein günstigeres Kontingent an Tickets – ähnlich wie auch in Paris 2024. Etwa eine Million Tickets für die gesamten olympischen Titelkämpfe sollen für einen Preis von etwa 24 Euro zu bekommen sein – der Verkauf hierfür hat jedoch noch nicht begonnen. Aber trotz der höchsten Ticketpreise der Olympia-Geschichte war das Interesse enorm. Bereits die erste Verkaufsrunde für die Schwimm-Wettbewerbe in Los Angeles war innerhalb weniger Tage ausverkauft. Ob weitere Tickets verfügbar gemacht werden, ist bislang unklar. Zusätzliche Kontingente würden aber vermutlich nochmals teurer werden.
Die Ticketpreise für die olympischen Schwimm-Wettbewerbe in der Übersicht:
|
Olympische Spiele |
mind. Preis |
max. Preis |
|
Los Angeles 2028 |
80€ (24€) |
1600 € |
|
Paris 2024 |
24 € |
980 € |
|
Tokio 2021 |
46 € |
850 € |
|
Rio de Janeiro 2016 |
53 € |
295 € |
|
London 2012 |
23 € |
515 € |
|
Peking 2008 |
k.A. |
80 € |
Eine Gemeinsamkeit zieht sich dann aber doch durch alle olympischen Titelkämpfe der letzten Jahre: Die Tickets für die Freiwasser-Wettbewerbe waren stets deutlich günstiger als die Rennen im Becken.
Die allgemeine Entwicklung der Ticketpreise zeigt deutlich, wie stark die Nachfrage nach olympischem Spitzensport – insbesondere im Schwimmen – in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Für Schwimmfans wird der Traum vom Olympia-Besuch damit allerdings zunehmen zu einem Luxusgut.
Meldeergebnis der DHM Schwimmen veröffentlicht

Das Meldeergebnis für die Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) im Schwimmen 2026 wurde veröffentlicht. Die renommierten Titelkämpfe finden in diesem Jahr vom 29. bis 31. Mai in Hannover statt. Angekündigt haben sich etwa 800 Aktive von 91 Hochschulen und Universitäten.
Mit dabei sind auch Aaron Schmidt und Theresa Bechtel, die bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin zuletzt beide im A-Finale standen. Und auch Felix Berling, Rebecca Dany und Malin Grosse sorgen für namenhafte Verstärkung bei den Titelkämpfen.
Im letzten Jahr präsentierte sich die Uni Bochum als stärkstes Team und sammelte die meisten Punkte im Gesamtklassement.
Hier geht es zu den Meldelisten: Meldeliste DHM 2026
Taliso Engel & Janis McDavid begeistern mit Weltrekorden bei IDM

Mit den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) stand in den letzten Tagen ein weiteres großes Highlight im Para-Schwimmen an. Direkt im Anschluss an die World Series zeigten vor allem auch die deutschen Para-Asse ein noch stärkeres Abschneiden und sorgten in Berlin mit mehreren Weltrekorden und zahlreichen nationalen Bestmarken für Begeisterung.
Dass Taliso Engel aktuell in Weltrekord-Form schwimmt, hatte der Paralympicssieger zuletzt bereits bei den Deutschen Meisterschaften eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nun konnte sich Engel auch offiziell in die Rekordbücher eintragen und jubelte über gleich zwei neue Weltrekorde. Über die 50m Brust sprintete er bereits im Vorlauf zu einer neuen Rekordzeit in der Starklasse SB13 und war im Finale in 28,01 Sekunden dann nochmals deutlich schneller. Auch seine bisherige Bestzeit von den DM, wo der sehbeeinträchtigte Schwimmer im A-Finale einen bemerkenswerten siebten Platz belegte, verbesserte er erneut um zweieinhalb Zehntel. Und auch über die 200m Brust durfte sich Taliso Engel in 2:20,78 Minuten über einen neuen Weltrekord freuen.
Ebenfalls frischgebackener Weltrekordhalter ist nun Janis McDavid, der über die 100m Brust in der Startklasse SB1 neue Maßstäbe setzte. Auch McDavid stellte bereits im Vorlauf einen neuen Weltrekord auf, den er dann direkt im Finale auf eine Zeit von 3:04,96 Minuten verbesserte.
Den Sprung zurück auf das Siegerpodest schaffte Paralympicssiegerin Elena Semechin. Über die 100m Brust (1:16,22) wurde Semechin nur wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes starke Dritte und bewies mit ihrer vierten 1:16er Zeit innerhalb weniger Tage bereits wieder eine beeindruckende Konstanz.
Die IDM bildeten in diesem Jahr zudem den Abschluss des Qualifikationszeitraums für die Para-Europameisterschaften, die Anfang September in Kocaeli (Türkei) stattfinden werden. Zur Nominierung für einen Platz im deutschen EM-Team werden 23 Aktive vorgeschlagen.
Diese Aktiven werden für eine EM-Nominierung vorgeschlagen:
- Elena Semechin (Berliner Schwimmteam)
- Tanja Scholz (PSV Union Neumünster)
- Gina Böttcher (SV Motor Babelsberg)
- Mira Jeanne Maack (Berliner Schwimmteam)
- Johanna Döhler (Berliner Schwimmteam)
- Nisanur Kocabas (SV Motor Babelsberg)
- Verena Schott (BPRSV)
- Charlotte Kast (Berliner Schwimmteam)
- Mieke Leiße (SG Essen)
- Tabea Teschauer (Berliner Schwimmteam)
- Judith Pein (SG PSV-MFZK Schwerin)
- Alessia Tina Kollmer (SC Regensburg)
- Josia Topf (SV Motor Babelsberg)
- Taliso Engel (SG Bayer)
- Maurice Wetekam (SG Bayer)
- Philip Hebmüller (SG Neuss)
- Janis McDavid (Berliner Schwimmteam)
- Julian Füllgraf (VfL Osnabrück)
- Marlon Jung (SSV Leutzsch)
- Balent Köszegvary (SC Delphin Lübeck)
- Linus Harms (SV Motor Babelsberg)
- Kimi Brückner (SG Bamberg)
- Florian Reiter (Berliner Schwimmteam)
Bild: Tino Henschel
Mare Nostrum Tour: Elendt und Imoudu treffen auf Weltstars

Mit der Mare Nostrum Tour steht noch in diesem Monat ein renommiertes Highlight im internationalen Wettkampfkalender auf dem Programm, das auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schwimm-Asse zusammenbringt. Mit Anna Elendt und Melvin Imoudu sind auch zwei deutsche Hoffnungsträger mit von Partie, die jeweils die gesamte dreiteilige Wettkampfserie bestreiten werden.
Im letzten Jahr glänzte Weltmeisterin Anna Elendt nicht nur mit insgesamt sechs Einzelsiegen bei der Mare Nostrum Tour, sondern sicherte sich auch einen starken dritten Platz in der Gesamtwertung. Mit diesen Erfolgen einhergehend waren traditionell lukrative Preisgelder, die auch in diesem Jahr wieder zahlreiche internationale Topstars an die Mittelmeerküste locken.
So werden neben Elendt und Imoudu unter anderem auch Marrit Steenbergen, Caspar Corbeau, Nyls Korstanje, Maxime Grousset, Noè Ponti und Simona Quadarella bei der Mare Nostrum Tour ins Wettkampfbecken springen. Und auch von außerhalb Europas reisen mit Siobhan Haughey, Chad Le Clos, Jack Alexy, Claire Curzan und Ilya Kharun einige namenhafte Schwimmstars an.
Ihren Auftakt erlebt die Tour erneut in Monaco (23./24. Mai) bevor es weiter ins französische Canet-en-Roussillon (27./28. Mai) geht. Den krönenden Abschluss der Mare Nostrum Tour bilden in diesem Jahr dann zwei Wettkampftage in Barcelona (30./31. Mai), wo dann auch die Entscheidung um die Gesamtwertung fallen wird.
Bild: Speedo | Wade
Sarah Wellbrock ins HSV-Präsidium gewählt

Die ehemalige Erfolgsschwimmerin Sarah Wellbrock verstärkt künftig den Vorstand des Hessischen Schwimm-Verbands (HSV). Wellbrock wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung zur neuen Vizepräsidentin Recht gewählt.
Sarah Wellbrock (geb. Köhler) stammt ursprünglich aus Hessen und trainierte danach lange Zeit bei Bernd Berkhahn in Magdeburg. Zu den größten Erfolgen ihrer aktiven Karriere zählen die Bronzemedaille über die 1500 Meter Freistil bei den Olympischen Spielen 2021 sowie mehrere Titel bei Welt- und Europameisterschaften.
Nach dem Ende ihrer Schwimmlaufbahn vor etwa drei Jahren beendete Wellbrock ihr Jurastudium und arbeitet aktuell als Rechtsanwältin. Mit dem Wechsel in den Vorstand des hessischen Schwimm-Verbands legt sie zugleich ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende am Schiedsgericht des Deutschen Schwimm-Verbands nieder, das sie bis dato inne hatte.
"Ich freue mich, dass ich gewählt wurde und die Mitglieder Vertrauen in mich haben. Mit meiner Kandidatur und jetzt im Rahmen der Amtsausübung möchte ich einfach etwas zurückgeben, nachdem ich als Sportlerin über Jahrzehnte unterstützt und gefördert wurde.“, erklärte Sarah Wellbrock nach ihrer Vorstandsberufung.
An der Spitze des hessischen Landesverbands steht weiterhin Michael Scragg, der seit 2018 Präsident des HSV ist und einstimmig im Amt bestätigt wurde.
Masters glänzen mit Europa- und Deutschen Rekorden in Berlin

Am zurückliegenden Wochenende setzten die deutschen Masters beim 14. Internationalen Berlin Masters-Cup wieder einmal Achtungszeichen und begeisterten mit einer Reihe von Rekorden.
Für einen doppelten Rekordstreich sorgte Alexander Kahl. Der Hamburger Schwimmer der Altersklasse 50 stellte über die 50m Schmetterling (25,74) und 50m Freistil (24,39) jeweils neue Europarekorde auf. Bereits im April hatte Kahl über beide Strecken auf der Kurzbahn mit neuen europäischen Bestmarken geglänzt.
Zudem trug sich Olympiateilnehmer und Europameister Robin Backhaus ein weiteres Mal in die Masters-Rekordbücher ein. Über die 200m Lagen durfte sich Backhaus in 2:10,58 Minuten über einen neuen Deutschen Rekord in der AK 35 freuen. Für einen weiteren Deutschen Rekord sorgte Andrea Kutz (AK 55) über die 50m Rücken (33,20).
Hier gibt es alle Ergebnisse: Ergebnisse Internationaler Berlin Masters-Cup 2026
Erfolgreiches Comeback für Elena Semechin | Vier Deutsche Rekorde bei World Series

Die Para Swimming World Series machte am vergangenen Wochenende Station in Berlin und lockte zahlreiche nationale und internationale Schwimm-Asse in die Hauptstadt. Aus deutscher Sicht sorgten nicht nur mehrere Podestplätze, sondern auch mehrere Deutsche Rekorde sowie zahlreiche EM-Normerfüllungen für Aufsehen.
Besonders emotional war das Comeback von Elena Semechin. Nach ihrer Babypause überzeugte die Paralympics-Siegerin über die 100m Brust mit einer Zeit von 1:16,16 Minuten. Damit blieb Semechin nicht nur unter der Normzeit für die Europameisterschaften, sondern sammelte auch die meisten Punkte in ihrer Startklasse S12. Im Gesamtklassement belegte sie einen guten sechsten Platz. "Ich bin total happy mit der Zeit", sagte Elena Semechin nach dem Rennen, auch wenn sich ihr Körper durch die Geburt verändert habe und noch etwas zur alten Form fehle.
Ebenfalls stark präsentierte sich mit Taliso Engel ein weiterer deutscher Paralympics-Sieger. Über die 100m Brust schwamm Engel in 1:02,20 Minuten nochmals schneller als zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften und durfte sich somit deutlich über den Sieg freuen.
Für eine besondere Geschichte sorgte Janis McDavid. Der Athlet der Startklasse S1, der erst vor eineinhalb Jahren mit dem Leistungssport begonnen hat, stellte über die 50m Brust in 1:26,63 Minuten einen deutschen Rekord auf und jubelte über die Silbermedaille. Auch über die 50m Rücken (1:30,79) trug sich McDavid in die deutschen Rekordbücher ein und qualifizierte sich zudem souverän für die Para-EM diesen Sommer.
Mit weiteren Deutschen Rekorden glänzte auch Julian Füllgraf in der Startklasse S14. Über die 100m Freistil verbesserte Füllgraf die bisherige Bestmarke auf 56,82 Sekunden, über die 200m Freistil auf 2:03,22 Minuten. Medaillen gab es außerdem für Josia Topf. Der Paralympics-Sieger schwamm über die 50m Rücken (47,22) zu Silber und über die 150m Lagen (2:58,92) zu Bronze.
Neben der Rekord- und Medaillenjagd stand bei der World Series auch die Qualifikation für die Para-Europameisterschaften im Vordergrund. Für die Titelkämpfe konnten sich auch Gina Böttcher, Verena Schott, Mira Jeanne Maack, Tanja Scholz und Maurice Wetekam empfehlen. Und auch zahlreiche Nachwuchs-Normen wurden geknackt, unter anderem durch Nisanur Kocabas, Tabea Nele Teschauer, Judith Pein, Johanna Döhler, Charlotte Kast, Balint Koeszegvary und Philip Hebmüller.
Aktuell läuft in Berlin mit dem Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) bereits das nächste Highlight in der Para-Schwimmszene. Einen Zusammenfassung des Events gibt es demnächst dann hier auf www.swimsportnews.de.
Bild: Tino Henschel
Norddeutsche Meisterschaften locken Top-Talente nach Braunschweig

Es ist Zeit für die nächsten Meistertitel! An diesem Wochenende (8. bis 10. Mai) sind die Norddeutschen Meisterschaften zu Gast in Braunschweig.
Mit von der Partie ist mit Viktoria Hoffmann auch eine frischgebackene Deutsche Meisterin. Hoffmann hatte bei der DM zuletzt überraschend Gold über die 50m Rücken gewonnen. Und auch DKM-Siegerin Lily-Fay Wallbaum wird bei den NDM auf Titeljagd gehen.
Neben Viktoria Hoffmann sind mit Evelyn Wegrotzki, Leonie Mau, Ronja Gerling, Alina Meyer und Georg-Alexander Kloss einige weitere Nachwuchstalente in Braunschweig am Start, die das deutsche Team in diesem Sommer bei den Europameisterschaften der Junior*innen vertreten werden. Für packende Rennen und schnelle Zeiten dürfte also gesorgt sein.
Hier gibt es das gesamte Meldeergebnis: Meldeergebnis NDM 2026
Bild: HD Media
Deutsches Team für die Freiwasser-EM in Paris nominiert

Für die Freiwasser-Europameisterschaften vom 4. bis 8. August in Paris hat der Deutsche Schwimm-Verband ein achtköpfiges Team nominiert, das mit großen Medaillenambitionen zu den Titelkämpfen reisen dürfte. Angeführt wird das deutsche Aufgebot erwartungsgemäß von Florian Wellbrock, der bei den vergangenen Weltmeisterschaften mit viermal Gold die perfekte Medaillenausbeute geschafft hatte.
Dieses Kunststück könnte sich bei der EM nun wiederholen, denn auf Wellbrock warten in Paris erneut vier von vier mögliche Starts. Zusätzlich zur olympischen Distanz von 10km, stehen auch ein Einzelrennen über die 5km, der Knockout Sprint sowie die 4x1,5km Mixedstaffel auf dem Programm. Auch Lea Boy und Oliver Klemet sind für alle vier Wettbewerbe eingeplant.
Neben Klemet erwartet auch Isabel Gose, Johannes Liebmann und Leonie Märtens ein doppeltes EM-Programm: Alle vier treten zunächst im Freiwasser an, bevor sie in der Woche drauf bei den Europameisterschaften ins Becken springen.
Komplettiert wird das hoffnungsvolle deutsche EM-Team von Julia Ackermann und Fabienne Wenske.
Die Starts des deutschen Teams bei der Freiwasser-EM 2026:
10km Frauen: Lea Boy, Leonie Märtens
10km Männer: Florian Wellbrock, Oliver Klemet
5km Frauen: Lea Boy, Julia Ackermann, Fabienne Wenske
5km Männer: Florian Wellbrock, Oliver Klemet
Knockout Sprint Frauen: Isabel Gose, Leonie Märtens, Lea Boy
Knockout Sprint Männer: Florian Wellbrock, Johannes Liebmann, Oliver Klemet
4x1,5km Mixedstaffel: Leonie Märtens, Lea Boy, Oliver Klemet, Florian Wellbrock
Bild: World Aquatics
Weltelite des Para-Schwimmens in Berlin zu Gast | Elena Semechin feiert Comeback

Berlin steht in diesen Tagen ganz im Zeichen des Para-Schwimmens: Gleich zwei renommierte Veranstaltungen bringen nationale und internationale Schwimm-Asse in die Hauptstadt. Von Donnerstag bis Samstag (7. bis 9. Mai) macht zunächst die World Series Station in Berlin – direkt im Anschluss folgen von Sonntag bis Dienstag (10. bis 12. Mai) die Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM).
Mit der World Series findet erstmals ein neues Format des Para-Schwimmens in Berlin statt. Mehr als 400 Aktive aus über 60 Nationen werden erwartet. Mit dabei sind auch zahlreiche deutsche Para-Stars: Paralympics-Sieger*innen wie Taliso Engel, Elena Semechin, Josia Topf und Tanja Scholz wollen vor heimischen Publikum mit starken Leistungen glänzen.
Besonders im Fokus steht das langerwartete Comeback von Elena Semechin nach ihrer Babypause. Und auch Taliso Engel könnte in Topform nach Berlin reisen, nachdem er zuletzt bei der Schwimm-DM mit zwei inoffiziellen Weltrekorden begeistert hatte. Gleichzeitig geht es für die deutschen Aktiven auch um die Qualifikation für die anstehenden Europameisterschaften in Kocaeli (Türkei).
Direkt nach der World Series folgen die IDM mit rund 250 erwarteten Aktiven – darunter erneut zahlreiche namenhafte nationale und internationale Para-Stars.
Die Wettbewerbe beider Veranstaltungen werden im Livestream von Sporteurope.TV übertragen. Die World Series ist kostenfrei zu sehen, für die IDM werden Tagespässe (3,99€) oder ein Eventpass (7,49€) angeboten.
Wichtige Links zum Thema:
• Startlisten & Ergebnisse World Series Berlin 2026
• Livestream World Series Berlin & IDM 2026
• Startlisten & Ergebnisse IDM 2026
Bild: Tino Henschel
AP Race London: EM-Test für Gose, Liebmann Köhler und Co.

Das AP Race International macht vom 23. bis 25. Mai erneut Station in London. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung vom britischen Schwimmstar Adam Ramsay-Peaty und auch in diesem Jahr locken hohe Preisgleder zahlreiche Top-Athletinnen und -Athleten in die britische Hauptstadt.
Das Meeting gilt als wichtiger internationaler Formtest – auch für Teile des deutschen EM-Teams. So reist unter anderem die Magdeburger Trainingsgruppe von Bernd Berkhahn mit Isabel Gose, dem frischgebackenen Europarekordhalter Johannes Liebmann, Oliver Klemet, Linda Roth, Nina Holt und Leonie Märtens an. Auch Florian Wellbrock und Moesha Johnson wagen einen Ausflug ins Becken. Ursprünglich waren auch Lukas Märtens und Maya Werner gemeldet, zogen ihre Starts jedoch zurück. Und auch Berlin schickt mit Angelina Köhler, Ole Braunschweig und Vincent Passek das komplette EM-Aufgebot nach London.
International ist das Feld ebenfalls hochkarätig besetzt, unter anderem mit Daniel Wiffen, Ellen Walsh, Tessa Giele, Helena Bach, Martine Damborg, Eneli Jefimova und Henrik Christiansen. Doch nicht nur internationale Stars versprechen spannende Rennen: Auch das britische Team selbst ist prominent besetzt. Neben Adam Ramsay-Peaty sind auch Angharad Evans, Duncan Scott, Freya Colbert, Lauren Cox und viele weitere Schwimm-Asse angekündigt.
Diese deutschen EM-Teilnehmer*innen sind für das AP Race 2026 gemeldet:
Jarno Bäschnitt, Noelle Benkler, Julianna Dora Bocska, Ole Braunschweig, Cedric Büssing, Isabel Gose, Nina Holt, Oliver Klemet, Angelina Köhler, Johannes Liebmann, Lena Ludwig, Leonie Märtens, Lucas Matzerath, Vincent Passek, Linda Roth, Mathis Schönung, Lise Seidel, Timo Sorgius, Florian Wellbrock (Freiwasser-EM*)
Bild: Christian Gold
AP Race London: EM-Test für Gose, Liebmann Köhler und Co.

Das AP Race International macht vom 23. bis 25. Mai erneut Station in London. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung vom britischen Schwimmstar Adam Ramsay-Peaty und auch in diesem Jahr locken hohe Preisgleder zahlreiche Top-Athletinnen und -Athleten in die britische Hauptstadt.
Das Meeting gilt als wichtiger internationaler Formtest – auch für Teile des deutschen EM-Teams. So reist unter anderem die Magdeburger Trainingsgruppe von Bernd Berkhahn mit Isabel Gose, dem frischgebackenen Europarekordhalter Johannes Liebmann, Oliver Klemet, Linda Roth, Nina Holt und Leonie Märtens an. Auch Florian Wellbrock und Moesha Johnson wagen einen Ausflug ins Becken. Ursprünglich waren auch Lukas Märtens und Maya Werner gemeldet, zogen ihre Starts jedoch zurück. Und auch Berlin schickt mit Angelina Köhler, Ole Braunschweig und Vincent Passek das komplette EM-Aufgebot nach London.
International ist das Feld ebenfalls hochkarätig besetzt, unter anderem mit Daniel Wiffen, Ellen Walsh, Tessa Giele, Helena Bach, Martine Damborg, Eneli Jefimova und Henrik Christiansen. Doch nicht nur internationale Stars versprechen spannende Rennen: Auch das britische Team selbst ist prominent besetzt. Neben Adam Ramsay-Peaty sind auch Angharad Evans, Duncan Scott, Freya Colbert, Lauren Cox und viele weitere Schwimm-Asse angekündigt.
Diese deutschen EM-Teilnehmer*innen sind für das AP Race 2026 gemeldet:
Jarno Bäschnitt, Noelle Benkler, Julianna Dora Bocska, Ole Braunschweig, Cedric Büssing, Isabel Gose, Nina Holt, Oliver Klemet, Angelina Köhler, Johannes Liebmann, Lena Ludwig, Leonie Märtens, Lucas Matzerath, Vincent Passek, Linda Roth, Mathis Schönung, Lise Seidel, Timo Sorgius, Florian Wellbrock (Freiwasser-EM*)
Bild: Christian Gold
Mehr als 1100 Tests: World Aquatics veröffentlicht Anti-Doping-Bilanz für Jahresbeginn 2026

Die Aquatics Integrity Unit (AQIU) hat ihre Anti-Doping Statistik für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach wurden im Auftrag der Weltverbands durch die International Testing Agency ingesamt 1.103 Proben von 527 Athletinnen und Athleten aus 68 Nationen entnommen.
Der Großteil der Kontrollen – 1.044 Proben – erfolgte außerhalb von Wettkämpfen. Die Statistik umfasst neben dem Becken- und Freiwasserschwimmen auch das Synchronschwimmen, Wasserball und Wasserspringen.
Mit 60,6 Prozent entfiel die deutliche Mehrheit der Tests auf Europa. Das Geschlechterverhältnis war hingegen nahezu ausgeglichen: 49 Prozent der getesteten Personen waren männlich, 51 Prozent weiblich.
Insgesamt wurden 697 Urin- und 405 Blutproben analysiert. Darüber hinaus gingen 13 Anträge auf therapeutische Ausnahmegenehmigungen ein. Zwei davon wurden zurückgezogen, einer ist noch ausstehend, während zehn Anträge genehmigt wurden.

Quelle: World Aquatics
Mehr als 1100 Tests: World Aquatics veröffentlicht Anti-Doping-Bilanz für Jahresbeginn 2026

Die Aquatics Integrity Unit (AQIU) hat ihre Anti-Doping Statistik für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach wurden im Auftrag der Weltverbands durch die International Testing Agency ingesamt 1.103 Proben von 527 Athletinnen und Athleten aus 68 Nationen entnommen.
Der Großteil der Kontrollen – 1.044 Proben – erfolgte außerhalb von Wettkämpfen. Die Statistik umfasst neben dem Becken- und Freiwasserschwimmen auch das Synchronschwimmen, Wasserball und Wasserspringen.
Mit 60,6 Prozent entfiel die deutliche Mehrheit der Tests auf Europa. Das Geschlechterverhältnis war hingegen nahezu ausgeglichen: 49 Prozent der getesteten Personen waren männlich, 51 Prozent weiblich.
Insgesamt wurden 697 Urin- und 405 Blutproben analysiert. Darüber hinaus gingen 13 Anträge auf therapeutische Ausnahmegenehmigungen ein. Zwei davon wurden zurückgezogen, einer ist noch ausstehend, während zehn Anträge genehmigt wurden.

Quelle: World Aquatics
EM-Teilnehmer Julian Koch wechselt nach Tennessee

Der mehrfache Altersklassenrekordhalter Julian Koch setzt seine College-Karriere in den USA künftig an neuer Stelle fort: Koch verlässt die University of Pittsburg, wo er die ersten beiden Jahre seiner Collegezeit verbracht hat, und wechselt an die University of Tennessee.
In Tennessee wartet eine starke Sprintgruppe auf den deutschen Youngster, zu der mit Jordan Crooks auch der Kurzbahn-Weltrekordhalter über die 50m Freistil gehört. Koch folgt damit unter anderem auch der Olympiateilnehmerin Julia Mrozinski und dem frischgebackenen Deutschen Meister über 200m Schmetterling Björn Kammann nach Tennessee, die dort ebenfalls langezeit trainierten.
Für seine starken Leistungen in der vergangenen Saison wurde Julian Koch kürzlich mit dem NCAA Swammy Award als "Breakout Swimmer of the Year" ausgezeichnet, nachdem er bei den US College-Meisterschaften mit einem starken vierten und achten Platz überzeugte.
Zuletzt hatte Koch kurzfristig seinen Start bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin absagen müssen, wo er auf den kurzen Freistil- und Schmetterlingsstrecken durchaus zu den aussichtsreichsten Medaillenkandidaten gezählt hätte. Nichtsdestotrotz wurde er nun unter Vorbehalt für die anstehenden Europameisterschaften nominiert.
Auch international konnte Julian Koch bereits auf sich aufmerksam machen: Im vergangenen Sommer schwamm er bei den U23-Europameisterschaften gemeinsam mit der 4x100m Freistil Mixedstaffel zur Silbermedaille.
Bild: Tino Henschel
Deutschland schickt 38 Nachwuchstalente zur JEM 2026


Auch für die Europameisterschaften der Junior*innen steht das deutsche Team seit dieser Woche fest: 38 Nachwuchstalente werden in diesem Sommer bei den Heim-Titelkämpfen in München vom 7. bis 12. Juli die deutschen Farben vertreten.
Das Aufgebot umfasst 21 Schwimmerinnen und 17 Schwimmer der Jahrgänge 2008 bis 2010, die in großen Teilen bereits JEM-Erfahrung mitbringen. Unter den Nominierten sind mit Linda Roth, Yara Fay Riefstahl, Viktoria Hoffmann und Mira Helget auch vier frischgebackene Deutsche Meisterinnen der offenen Klasse.
„Wir bringen bei der JEM in München ein sehr talentiertes Team an den Start und hoffen natürlich auch auf eine ansehnliche Medaillenausbeute. Das besondere Flair der Olympiahalle und der Heimvorteil werden uns sicherlich zusätzlich beflügeln“, betonte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
Neben Viktoria Hoffmann wurden auch Sydney Savannah Ferch, Leni Labarre und Moritz Erkmann zunächst unter Vorbehalt nominiert, da sie während des Qualifikationsfensters mit gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen hatten. Um sich ihren JEM-Startplatz endgültig zu sichern, findet im Rahmen der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften eine zusätzliche Leistungsüberprüfung statt.
Das deutsche Team für die JEM 2026:
Frauen: Linda Roth, Alina Baievych, Juliana Buttler, Leni Labarre (alle SC Magdeburg),Yara Fay Riefstahl, Melina Nitschke (beide SC Chemnitz), Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg), Luisa Marie Herrmann (SG Bayer), Laura Sophie Kohlmann, Lara Vandenhirtz (beide SG Essen), Zarina Selimovic, Sydney Savannah Ferch (beide SG Dortmund), Leonie Mau (SSV PCK90 Schwedt), Hannah Schneider (Hofheimer SC), Cara Vogt (SG Neuss), Alina Bettke (SV Halle), Ronja Gerling (Potsdamer SV), Evelyn Wegrotzki (SG HT16 Hamburg), Alina Meyer (Waspo 98 Hannover), Marlene Chrustowski (SG Heddesheim), Viktoria Hoffmann (SG Lübeck)
Männer: Mitja Bauer, Lius Pepe Baumeister (beide SSG Leipzig), Larus Thiel (SG Bayer), Rudolf Bordas, Hugo Engelien (beide SC Magdeburg), Fabian Mager, Gerard Norwisz (beide SG Neuss), Felix Brandner, Alexander Giesbrecht (beide 1. FCN Schwimmen), Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin), Georg-Alexander Kloss (Potsdamer SV), Jannes Schmidt (SC Wiesbaden 1911), Nils Nolte (Berliner TSC), Simon Brugger (SG Stadtwerke München), Matteo Straßburger (STV Limbach-Oberfrohna), Jonas Lieschke (Hamburger SC), Moritz Erkmann (SC Chemnitz).
Bild: Tino Henschel | JEM 2025
Schwimm-EM 2026: 40-köpfiges deutsches Team nominiert

Das deutsche Team für die Beckenwettbewerbe bei den Europameisterschaften in Paris steht fest! Für die kontinentalen Titelkämpfe, die vom 10. bis 16. August 2026 stattfinden, nominierte der Deutsche Schwimm-Verband ein 40-köpfiges Team. Dieses wird angeführt von den WM-Medaillengewinnern des letzten Jahres Lukas Märtens, Anna Elendt und Sven Schwarz.
Insgesamt werden 15 Schwimmerinnen und 25 Schwimmer bei der EM für Deutschland auf Titel- und Medaillenjagd gehen. Mit dabei sind neben international erprobten Aktiven wie Angelina Köhler, Isabel Gose und Melvin Imoudu auch zahlreiche Youngsters und erstmalige EM-Teilnehmende.
Auf Linda Roth und Yara Fay Riefstahl wartet in diesem Sommer sogar ein doppeltes EM-Programm, denn die beiden Nachwuchstalente werden auch bei den Europameisterschaften der Junior*innen die deutschen Farben vertreten. Den Fokus ausschließlich auf die JEM legen hingegen Mitja Bauer und Juliana Buttler, die beide jeweils auch U23-Normzeiten für die EM der "Großen" unterbieten konnten, aber nun nicht unter den Nominierten zu finden sind.
Eine weitere Besonderheit beinhaltet die Nominierung von Julian Koch, der zunächst unter Vorbehalt für die EM in Paris aufgestellt wurde. Koch hatte zuletzt aus gesundheitlich Gründen auf die DM in Berlin verzichten müssen und verpasste so die Chance, sich für die Europameisterschaften zu qualifizieren. Im Rahmen der US-Collegesaison glänzte er jedoch mit eindrucksvollen Leistungen, die nun auch einen EM-Start mit sich ziehen könnten. Dafür ist vor Beginn der Titelkämpfe eine gesonderte Leistungsüberprüfung für Koch orgesehen.
Wer in Paris schlussendlich über welche Einzelstrecken an den Start gehen wird, ist tatsächlich noch nicht final entschieden. Gleiches gilt auch für die Staffelbesetzungen, die bei der Nominierung zwar berücksichtigt wurden, aber noch Spielraum für kurzfristige Änderungen offen lassen.
Das deutsche Team für die Schwimm-EM 2026 (Becken):
Frauen: Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin), Julianna Dora Bocska, Nina Sandrine Jazy (beide SG Essen), Isabel Gose, Nina Holt, Linda Roth, Maya Werner, Leonie Märtens (alle SC Magdeburg), Nicole Maier (Athletic Club Palaio Faliro/GRE), Anna Elendt (SG Frankfurt), Lise Seidel, Yara Fay Riefstahl (beide SC Chemnitz), Noelle Benkler, Lena Ludwig (beide SV Nikar Heidelberg), Maya Tobehn (Dresdner SC)
Männer: Ole Braunschweig, Kaii Liam Winker, Luca Nik Armbruster (alle SG Neukölln Berlin), Lukas Märtens, Johannes Liebmann (beide SC Magdeburg), Melvin Imoudu, Jan Malte Gräfe, Ole Mats Eidam (alle Potsdamer SV), Fritz Dietz, Oliver Klemet (beide SG Frankfurt), Sven Schwarz, Martin Wrede (beide Waspo 98 Hannover), Cedric Büssing, Finn Hammer, Julian Koch (alle SG Essen), Jarno Bäschnitt, Lucas Matzerath (beide Team Bochum), Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg), Timo Sorgius (SC Wiesbaden 1911), Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV), Vincent Passek (Berliner TSC), Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg), Jeremias Pock (1. FCN Schwimmen), Subäjr Biltaev (SV Cannstatt), Mathis Schönung (SG EWR-Rheinhessen Mainz)
Bild: Archiv
54,33! Gretchen Walsh schmettert zum nächsten Weltrekord

Mit einem neuen Weltrekord über die 100m Schmetterling sorgte Gretchen Walsh im Rahmen der Fort Lauderdale Open an diesem Wochenende für große Begeisterung. In 54,33 Sekunden drückte die amtierende Weltmeisterin ihre bisherige Rekordmarke erneut um satte 2,7 Zehntel nach unten.
Auch den alten Weltrekord hatte Walsh im letzten Jahr bei den Fort Lauderdale Open aufgestellt und hält nun die Top 13 schnellsten je geschwommenen Zeiten über die 100m Schmetterling. Und auch in diesem Jahr steht die amerikanische Starschwimmerin mit fast zwei Sekunden Vorsprung an der Spitze der Weltjahresbestenliste. In dieser hält sich Angelina Köhler weiterhin auf einem starken dritten Platz.
Doch der Weltrekord von Gretchen Walsh war nicht das einzige Achtungszeichen bei den diesjährigen Fort Lauderdale Open, wo im vergangenen Jahr auch Katie Ledecky mit einem Weltrekord geglänzt hatte. Auch wenn es dieses Mal nicht zu einer neuen Allzeit-Bestmarke reichte, untermauerte Ledecky dennoch ihre Dominanz über die 800m (8:12,66) und 1500m Freistil (15:25,62). Letzteres stellt die fünftschnellste je geschwommene Zeit dar. Lediglich über die 400m Freistil musste sich der Langstrecken-Star in einem packenden Zweikampf wieder einmal Summer McIntosh (3:58,91) um 11 Hundertstel geschlagen geben, die auch über die 200m Freistil (1:54,36) einen weiteren Sieg feierte.
Für weitere Weltjahresbestzeiten sorgten zudem Gretchen Walsh über die 50m Schmetterling (25,08), sowie Regan Smith über die 100m Rücken (57,49) und Isabel Stadden über die 200m Rücken (2:04,37).
In vielversprechender Form präsentierte sich auch Topstar Léon Marchand, der wie bei den letzten Olympischen Spielen in Paris das Gold-Quartett über die 200m Lagen (1:57,28), 400m Lagen (4:09,33), 200m Brust (2:09,04) und 200m Schmetterling (1:53,08) perfekt machte.
Bild: Arena
Freiwasser-Weltcup: Silber für Isabel Gose im Knockout-Sprint

Auch bei der dritten Station des Freiwasser-Weltcups in Golfo Aranci durfte sich das deutsche Team über eine Medaille freuen. Für diese sorgte Isabel Gose im Knockout-Sprint – und auch Lea Boy und Oliver Klemet schwammen jeweils dicht an die Podestplätze heran.
Beim Knockout Sprint werden die Medaillenränge über drei Runden hinweg ermittelt. Erst werden 1500m geschwommen, dann 1000m und zum krönenden Abschluss ein 500m Rennen. Das Ganze folgt einem Eliminierungsprinzip: Nach jeder Runde scheiden die langsamsten Schwimmer*innen aus.
Isabel Gose meisterte alle drei Distanzen mit Bravour und musste sich in der Entscheidung um Gold lediglich Moesha Johnson geschlagen geben, die ihre eindrucksvolle Siegesserie im Freiwasser somit weiter fortsetzt. Den Bronzerang sicherte sich dahinter die Spanierin Paula Otero Fernandez. Als Vierte verpasste Lea Boy, wie schon gestern über die 10km, nur knapp die Podestplätze, kann aber dennoch voller Zuversicht auf das anstehende Weltcup-Finale blicken.
Auch Oliver Klemet landete auf einem starken vierten Platz. Hier ging der Sieg an den Ungarn David Betlehem, vor Paulo Strehlke Delgado, der letzte Woche bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin Silber über die 1500m Freistil gewann, international aber für Mexiko startet. Das Podium komplettierte Gregorio Paltrinieri aus Italien.
Paltrinieri führte zuvor bereits das italienische Quartett zu Gold über die 4x1,5km Mixedstaffel. Ein deutsches Team war hier nicht am Start.
Das große Weltcup-Finale findet dann Ende Juni im portugiesischen Setubal statt.
Wichtige Links zum Thema:
Bild: Tino Henschel
Freiwasser-Weltcup: Lea Boy verpasst Podest nur knapp | Auch Klemet unter Top 10

Bei der dritten Station des Freiwasser-Weltcups in Golfo Aranci gab es für die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer im 10km Rennen zwar keine Podestplätze zu feiern – aber insbesondere Lea Boy sammelte wichtige Punkte für den Gesamtweltcup.
Nicht zu schlagen war wieder einmal Moesha Johnson. Die in Magdeburg trainierende Australierin bleibt in dieser Weltcup-Saison weiterhin ungeschlagen und feierte in 1:54:12,10 Stunden einen souveränen Sieg - mit mehr als einer halben Minute Vorsprung. Den Silberrang sicherte sich die Spanierin Angela Martinez-Guillen (1:54,37,20), gefolgt von Caroline Jouisse (1:54:38,60) aus Frankreich. Beide setzten sich im Zielsprint knapp gegen Lea Boy durch, die somit starke Vierte wurde und in der Gesamtwertung auf Rang Drei kletterte - beste Aussichten auf eine Topplatzierung beim großen Weltcup-Finale Ende Juni in Setubal (Portugal).
Isabel Gose schied hingegen vorzeitig aus dem Rennen aus. Die frischgebackene vierfache Deutsche Meisterin hatte zuletzt mit Schulterproblemen zu kämpfen. Dennoch zeigte Gose ein starkes Rennen und war lange Zeit in der Spitzengruppe ganz vorne mit dabei.
Bei den Männern durfte sich Oliver Klemet über eine weitere Top 10 Platzierung freuen. In 1:49:20,70 Stunden beendete der Vizeolympiasieger von Paris das Rennen aus Rang Zehn. Zwischenzeitlich hatte Klemet die Führungsarbeit übernommen, musste diesem hohen Tempo am Ende jedoch Tribut zollen. Zum Sieg schwamm der Franzose Sacha Velly in 1:49:07,50 Stunden, knapp vor seinem Landsmann Marc-Antone Olivier (1:49:07,80) und dem Italiener Andrea Filadelli (1:49:08,30). Letztere Zwei stehen nun geteilt an der Spitze des Gesamtweltcups.
Morgen steht zum Abschluss des Weltcup-Wochenendes in Italien dann noch der Knockout Sprint auf dem Programm – erneut mit Medaillenchancen für das deutsche Team.
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