''Du schwimmst nicht nur für dich, sondern für’s Team'' | Der Trainingsalltag am US-College

Seit mehr als einem Jahr schwimmt Jasmin Kroll schon für die Florida Gulf Coast University in den USA. Wie sehr sie sich dort dank des Uni-Schwimmteams sportlich sowie persönlich weiterentwickelt hat, haben wir euch in früheren Teilen unerer Scholarbook-Artikelserie erzählt. Doch warum zieht es immer mehr Top-Athleten und Talente aus der ganzen Welt in die Teams der US-Colleges? Auch der Trainingsalltag an den nordamerikanischen Unis spielt dabei eine Rolle.

Die größten Unterschiede zwischen dem Training in deutschen Teams und den Uni-Teams der USA liegen vermutlich in der Mentalität und dem Fokus auf Wettkampfhärte. Anders als in Deutschland werden College Wettkämpfe meistens als „dual meets“ durchgeführt. Das heißt, dass zwei Universitäten aufeinandertreffen und als Teams gegeneinander schwimmen. „Du schwimmst nicht nur für dich, sondern für’s Team“ ist eine Mentalität, die man bei uns meistens nur von den DMS kennt. In den USA ist das allerdings Alltag, und das bekommt man auch im Training zu spüren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass während eines harten Trainings Motivationsrufe von der Nebenbahn kommen. „Go Eagles!“ dröhnt nicht nur am Wettkampftag über das Schwimmbecken. So werden tägliche Trainingseinheiten durch die einzigartige Mentalität besonders.

Dieses hohe Motivationslevel ist aber auch enorm wichtig um gut durch die anpruchsvollen Trainingswochen zu kommen. Vorbereitend auf die drei bis vier Stunden andauernden dual meets, während denen jeder Schwimmer bis zu vier oder fünf Mal an den Start geht, sind intensive Tests im Training nicht selten.

Allgemein lässt sich nicht sagen, inwiefern das Training in den USA für jeden Sportler neuland ist, denn selbst bei großen Teams von bis zu 30 Schwimmern sind die meisten Einheiten sehr individuell abgestimmt. Doch eins ist sicher: es ist sehr fordernd. Gleichzeitig ist aber auch für die Regeneration der Sportlerinnen und Sportler gesorgt. Physios, Masseure und Sportärzte betreuen neben den Coaches die Uni-Teams und stehen stets mit kreativen Erholungsmaßnahmen bereit. Nicht selten sieht man am Beckenrand ein aufblasbares Planschbecken mit eisigem Wasser oder die dicken „Normatech-Stiefel“, die durch Kompression und Massage eine schnellere Regeneration versprechen.

Viele dieser Dinge waren für Jasmin anfangs neu, doch dank des lockeren und offenen Umgangs im Team hat sie sich schnell einleben können. Man wächst mit der Zeit wie in einer zweiten Familie zusammen. Und dass viele der College-Teams sehr international aufgestellt sind, hilft hierbei noch mehr. Jeder bringt ein bisschen eigene Kultur mit und so wird ein einzigartiges Klima geschaffen, in dem man sich nur wohlfühlen kann. Hierzu hat Jasmin noch einen wichtigen Tipp für alle, die mit dem Gedanken spielen in die USA zu wechseln: „Suche vor deinem Commitment den Kontakt zu den Teamkollegen.“ Dass die Atmosphäre im Team zu einem passt, ist enorm wichtig – mit den Teamkollegen verbringt man schließlich den Großteil seiner Zeit. Doch hat es wie bei Jasmin Klick gemacht, wird die Zeit am US-College auf jeden Fall etwas ganz Besonderes.

TIPP: Falls ihr ebenfalls Interesse am Studium in den USA und den Möglichkeiten eines Sportstipendiums habt, dann hilft euch das Team von Scholarbook gern weiter. Klickt euch einfach rein und testet eure Chancen auf ein Stipendium:

Technik Thema: Effizienz statt Keulerei

Ellenbogen anstellen! Länger gleiten! Niedrigere Frequenz! Höhere Frequenz! … Techniktipps für Schwimmer gibt es so einige und gerade für die langen Strecken wird oft die Frage nach der perfekten Technik gestellt. Die Antwort lautet – auf die Gefahr hin, euch zu enttäuschen: Es gibt sie nicht. Körperbau, muskuläre Voraussetzungen und Vorerfahrung spielen hier eine zu große Rolle, als dass man eine Schablone vorgeben könnte. Aber: Ein wichtiger Punkt, den alle Schwimmer sich zu Herzen nehmen sollten, ist der Blick auf den sinnvollen Energieeinsatz und die Effizienz der Schwimmbewegungen. Dies ist bei allen Schwimmarten von großer Bedeutung, besonders dann, wenn es auf die Mittel- und Langstrecken geht. Wir haben uns diesem Thema einmal genauer gewidmet.

„Schwimmen“ ist nicht gleich „Schwimmen“. Wenn wir uns mit Technik und Stil beschäftigen, sollten wir nicht nur nach den vier Schwimmarten unterscheiden. Eine immens wichtige Rolle bei der Frage, wie eine möglichst optimale individuelle Technik aussehen sollte, spielt nämlich auch die Streckenlänge, die wir schwimmen wollen. Schaut man sich so zum Beispiel die Spitzensprinter dieser Welt an, sei es beim Kraul-, Brust- oder auch Schmetterlingsschwimmen, so fällt zum einen auf, dass sie auf den 50m und 100m mit äußerst hohen Frequenzen durchs Wasser pflügen. Zum anderen richten sie dabei mit ihren relativ geraden, fast schon steifen Armen, eine vergleichsweise große Kraft nach unten statt nach vorn. Das Ziel dabei ist, den Körper möglichst hoch im Wasser zu halten und quasi auf der Oberfläche zu surfen, um so dem Wasserwiderstand eine geringe Angriffsfläche zu bieten. Detailliert könnt ihr das in unserem Sprintspecial in der Frühjahresausgabe 2019 nachlesen. Das Problem bei dieser Art zu schwimmen: Es lässt sich nur eine recht kurze Zeit durchhalten. Unter Ausdauer verstehen wir, wie ihr bereits lesen konntet, ganz allgemein die Fähigkeit eine Bewegung in gleicher Intensität möglichst oft zu wiederholen. Sprinter absolvieren sehr viele Bewegungen in hoher Intensität. Da ist es klar, dass bei einer solchen Keulerei die Energiereserven des Körpers und seine Fähigkeiten, neue Energie bereit zu stellen, schnell an ihre Grenzen stoßen.

Mit der optimalen Frequenz zum Energiegleichgewicht

Die Frage auf den mittleren und langen Strecken ab 200m ist also nicht „Wie schwimme ich möglichst hohe Geschwindigkeiten?“ sondern „Wie kann ich hohe Geschwindigkeiten möglichst lange durchhalten?“ Das Zauberwort dafür lautet, egal bei welcher Schwimmart: „Effizienz“. Umso länger die Strecke wird, umso wichtiger wird ein ökonomischer Stil. Das Ziel besteht darin, möglichst schnell zu schwimmen, dabei aber die Energiereserven des Körpers zu schonen und nur langsam aufzuzehren beziehungsweise in einem Gleichgewicht zwischen Energieverbrauch- und Energiebereitstellung zu schwimmen. Um immer wieder Power nachproduzieren zu können, benötigt der Körper nicht nur Energieträger wie Glukose oder Fette, sondern vor allem Zeit. Diese bekommen die jeweiligen Muskeln vor allem dann, wenn sie gerade keine Arbeit verrichten, also zum Beispiel in den Streck- oder Rückholphasen des Schwimmzyklus. Es ist also wenig verwunderlich, dass auf den langen Strecken mit deutlich geringeren Frequenzen geschwommen wird als bei den Sprintern, bei denen die „Ruhephasen“ im Grunde keine Rolle spielen. Bei den Ausdauerspezialisten sind sie hingegen deutlich wichtiger, weswegen viele Spitzenschwimmer zum Beispiel beim Freistilschwimmen auf die Front-Quadrant-Technik bei der Armarbeit setzen. Dabei beginnt der neue Zug erst kurz bevor der Gegenarm in die Streckung übergeht. Dies ermöglicht lange, kraftvolle Züge mit ausgeprägt langen Rückholphasen. Doch dieses niedrigfrequente Schwimmen will gelernt sein und nicht jeder wird im Stile eines Florian Wellbrock mit 30er Frequenzen sein optimales Energiegleichgewicht erzielen können. Dazu lohnt es sich im Training durchaus einmal von außen bei den einzelnen Schwimmern zu messen, mit welchen Frequenzen sie welche Geschwindigkeiten realisieren können. Daraus lässt sich eine Frequenz-Geschwindigkeits-Kurve ermitteln, mit der man mit Blick auf die Zielstrecke nun überlegen kann, welche Frequenzen man bei den jeweiligen Sportlern trainiert. Dies gilt nicht nur für die Freistil-Asse sondern lässt sich bei allen Schwimmarten anwenden.

Energie sparen statt hohe Wellen schlagen

Auch bei den Top-Schwimmern gibt es dabei natürlich Ausnahmen. Italiens Olympiasieger Gregorio Paltrinieri ist einer der besten Schwimmer aller Zeiten auf den 1500m Freistil. Sein Stil sieht aber eher unruhig aus mit hohen Frequenzen und wild spritzendem Wasser. Ihm gelingt es damit zwar, sich immer wieder im Wasser in eine hohe Lage zu heben. Das würde aber wahrscheinlich kaum ein anderer so lange durchhalten. Dass Paltrinieri dennoch eine solche Ausdauer Power hat, liegt vor allem daran, dass er diese Art zu schwimmen über mittlerweile Jahrzehnte hinweg sehr sehr hart trainiert hat und sein vergleichsweise leicht gebauter Körper genau darauf konditioniert ist. Trotzdem ist dies von außen betrachtet sehr aufwendig. Denn mit jedem Wasserspritzer, mit jedem Klatschen des Arms auf die Oberfläche gibt der Körper Energie ans Wasser ab, die nicht für Vortrieb sorgt. Neben des richtigen Gleichgewichts zwischen Energieverbrauch und –bereitstellung spielt es gerade bei den langen Strecken nämlich auch eine wichtige Rolle, wie ich die Power einsetze. Es nützt mir recht wenig, wenn ich viel Energie erzeuge, diese aber durch ineffiziente Bewegungen oder hohen Wasserwiderstand verschwende. Gut erkennt man das bei den Brustschwimmern auf der 200m-Strecke. Marco Koch galt hier als einer der Vorreiter für eine beeindruckende Gleitlage. Der russische Weltrekordhalter Anton Chupkov hat dies noch perfektioniert. Bei den Brustschwimmern bildet sich in der Phase des Aufrichtens des Oberkörpers eine deutliche Welle. Um möglichst effizient zu schwimmen, gilt es nun in der Streckphase unter diese Welle zu kommen und diese mit dem Beinschlag hinter dem Körper zurückzulassen. Chupkov gelingt dies wie keinem Zweiten. Andere hingegen schleppen diese Welle mit der Hüfte oder sogar frontal vor sich mit. Eine Welle ist nichts anderes als bewegtes Wasser und bildet sich nicht allein. Dafür wird Energie benötigt, die unser Körper an sie abgibt. Umso länger die Welle also mitgeschleppt wird, umso mehr bremst sie die Schwimmbewegung, weswegen das Brustschwimmen bei vielen Athleten, die vielleicht sonst eher in den anderen Schwimmarten zu Hause sind, aussieht wie eine Stop-And-Go-Bewegung. Die Voraussetzungen, um dies zu vermeiden, sind ein gut trainiertes Timing der Arm- und Beinarbeit sowie eine hohe Beweglichkeit im Hüftbereich.

Taktisches Umschalten im Energiemix

Nicht nur dank seiner Technik lohnt es sich, mal ein Finale von Anton Chupkov anzuschauen sondern auch wegen dessen Renneinteilung. Bei den Weltmeisterschaften in Korea wendete er bei 100m noch an achter und damit letzter Stelle des Finals über die 200m Brust, nur um dann von hinten das Feld aufzupflügen. Die Renneinteilung ist ein weiterer immens wichtiger Punkt für die Mittel- und Langstrecken. Auch hier geht es wieder um den Energiehaushalt. Theoretisch gibt es zwei Wege: Entweder ich verteile die Energie gleichmäßig auf die gesamte Strecke. Das heißt, ich gebe von Beginn an Gas und vertraue darauf, dass ich hinten nicht einbreche. Oder ich schwimme das Rennen kontrollierter und verhaltener an, um dann zum Beispiel aus der letzten Wende heraus einen kräftigen Schlussspurt anzusetzen. Letzteres sieht man im Spitzenbereich mittlerweile immer öfter über die Strecken ab 200m. Die Gründe dafür dürften ebenfalls im Energiehaushalt liegen. Wer darauf trainiert ist, mit niedrigen Frequenzen hohe Geschwindigkeiten zu erzielen, kann variabler schwimmen und ist so am Ende des Rennens in der Lage, durch die Frequenzsteigerung noch einen Gang hoch zu schalten. Das muss auch nicht unbedingt eine höhere Frequenz der Arme sein, sondern kann auch über die Beinarbeit geschehen. Das lässt sich gerade bei den Freistilschwimmern oft beobachten. Während man zuvor weitgehen im Energiegleichgewicht geschwommen ist, geht es jetzt an die Grenzen. Durch die höheren Frequenzen verschieben sich im Körper die Prozesse zur Energiebereitstellung in Richtung der anaeroben ATP-Gewinnung (siehe auch S. 16 bis 18). Diese kann man vorher nur begrenzt nutzen, da sich ansonsten das lähmende Laktat anreichern und man im Rennen den Schwimmertod „sterben“ würde. Auf der letzten Bahn aber spielt das keine Rolle mehr, hier geht es darum, alle möglichen verbliebenen Energiereserven zu nutzen. Umso länger die Strecke wird, umso mehr Varianten gibt es, mit den Geschwindigkeiten zu taktieren. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob ich nur eine bestimmte Zeit schwimmen möchte – dann sind Antritte mitten im Rennen eher kontraproduktiv – oder ob ich mich im Kampf um eine Platzierung mit einem bestimmten Gegner befinde. In dem Fall können Zwischenspurts oder plötzliche Steigerungen der Geschwindigkeit durchaus geeignete taktische Mittel sein. Gerade im Freiwasser lässt sich das immer wieder beobachten.

Wenden! Die unterschätzte Geheimwaffe

Etwas, das den Open Water Kämpfern erspart bleibt, sind die Wenden der Beckenschwimmer. Zum einen unterbrechen diese zwar immer wieder den vorherigen Energiefluss für einen plötzlichen anderen Bewegungsablauf. Zum anderen verstecken sich hier aber wichtige Sekundenbruchteile. Gerade Langstreckenliebhaber im Breitenbereich nutzen die Wenden gern als „Erholungspausen“. Damit sollte man vorsichtig sein. Was sich im Training einschleift, lässt sich im Wettkampf nur schwer abstellen. Dabei lohnt es sich gerade bei den langen Strecken einen Fokus auf die Wendenarbeit zu legen. Ein bis zwei Zehntel bei jeder Wende klingt nach nicht viel. In einem 1500m-Rennen summiert sich das dann aber zu einem Unterschied von mehreren Sekunden. Verstecken können sich diese Reserven in mehreren Bereichen. Zum einen ist da die Drehbewegung an sich. Egal in welcher Schwimmart: Wer agil die Richtung wechselt, hat so stets einen Vorteil gegenüber denjenigen, die sich behäbig drehen. Zum anderen bilden der Abstoß, die Unterwasserphase und der Übergang  in die Schwimmbewegung wichtige Stellschrauben. Auch hier gilt es wieder möglichst viel Energie aus dem Abstoß in die Schwimmbewegung mitzunehmen. Nicht für jeden Schwimmer eignen sich dabei lange Tauchphasen. Das sollte man ganz individuell bestimmen. Eine wichtige Kenngröße dabei ist die Geschwindigkeit, mit der die Schwimmbewegung begonnen wird.

Effizienz will geübt sein

Schnelle Wenden, ein effizienter Stil und geschickte Renneinteilung – so etwas kommt natürlich nicht von heute auf morgen, sondern will gut trainiert sein. Womit wir wieder bei unserem Anfangsstatement wären: Die perfekte Technik gibt es nicht. Wie finde ich nun aber heraus, wie der optimale Stil für mich persönlich aussieht? Genau diesem Zweck dienen Übungen für das Wassergefühl, die ebenso wie das Kilometer schrubben bei jedem Ausdauerschwimmer zum festen Bestandteil des Trainings gehören sollten. Geeignet sind zum Beispiel Kontrastübungen, bei denen man mal bewusst „falsche“ Techniken einbaut, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich dies auf Wasserlage, Widerstand und das individuelle Empfinden beim Schwimmen auswirkt. Blättert doch einfach mal unsere zurückliegenden Ausgaben durch, da gibt es einige Übungen, die hierfür perfekt sind. Wie das Kontrasttraining zum Beispiel auf den Kraul-Armzug angewandt werden kann, erfahrt ihr in der Herbstausgabe 2017. Unser Autor Marco Wolf hat dafür einige tolle Drills zusammengestellt, die dabei helfen können. Also: Energie sparen statt verschwenden und effizient schwimmen statt durchs Wasser keulen – dann klappt‘s auch mit der Ausdauer Power.

Der komplette Artikel erschien erstmals in der Herbstausgabe 2019 des swimsportMagazine. Alle noch verfügbaren Ausgaben der Zeitschrift für den Schwimmsport können im großen swimsportMagazine-Paket bestellt werden. Zum Sonderpreis erwarten euch hier mehr als 1500 Seiten geballtes Schwimmwissen --> Das swimsportMagazine-Paket

Süddeutsche Meisterschaften 2025 in Stuttgart: Programmankündigung veröffentlicht

Die Süd- und Norddeutschen Meisterschaften sowie die NRW-Titelkämpfe sind deutschlandweit Jahr für Jahr die zweithöchsten überregionalen Meisterschaften. Die Süddeutschen Meisteschaften der kürzeren Strecken werden 2025 in Stuttgart stattfinden. Vom 23. bis 25. Mai wird im Sportbad Neckarpark um Titel und Medaillen gekämpft.

Ausrichter der Süddeutschen Meisterschaften 2025 ist der TB Cannstatt. Wie der nun veröffentlichten Programmankündigung zu entnehmen ist, läuft der Qualifikationszeitraum für die Titelkämpfe bis zum 18. Mai 2025. Der Meldeschluss ist einen Tag später, am 19. Mai um 20 Uhr.

Die Qualifikation zu den Süddeutschen Meisterschaften 2025 erfolgt auf Basis von Pflichtzeiten, die sich an der Rudolph-Punktetabelle orientieren und ebenfalls der Programmankündigung zu entnehmen sind.

Links zum Thema:

Ariarne Titmus verzichtet auf WM-Titelverteidigung

Auch die australische Topschwimmerin Ariarne Titmus entschied sich, die Zeit nach den Olympischen Spielen von Paris abseits des Schwimmbeckens zu verbringen. Dort hatte Titmus erfolgreich ihren Titel über die 400m Freistil verteidigt und mit zwei weiteren Einzelmedaillen und Staffelgold glänzen können. Nun gab die Freistilspezialistin aus Australien bekannt, ihre Auszeit noch um einige Monate zu verlängern und erst im Juli wieder ins Training einzusteigen.

Damit steht schon jetzt fest, dass Ariarne Titmus diesen Sommer nicht bei den Weltmeisterschaften in Singapur auf die Jagd nach Titeln und Medaillen gehen wird. Dort hätte sie ihren WM-Titel über die 400m Freistil bereits zum zweiten Mal verteidigen können. 

Dass die 24-Jährige nach Paris eine längere Auszeit nehmen würde, hatte sie bereits vor den olympischen Titelkämpfe beschlossen. In einem Interview mit einer australischen Zeitung erklärte die Erfolgsschwimmerin: "Ich wusste einfach, dass ich nach Paris einige Zeit pausieren musste. Ich bin seitdem ich 16 war, Teil der Nationalmannschaft gewesen und ich brauchte einfach eine mentale Pause von der Intensität des Sports."

Eine Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles habe Ariarne Titmus weiterhin aber fest im Blick. 

Beim ersten Wettkampf nach Olympia: Angelina Köhler schneller als die WM-Norm

Nach ihrem vierten Platz bei den Olympischen Spielen meldete sich Angelina Köhler nach längere Wettkampfpause eindrucksvoll zurück. Denn über ihre Paradestrecke den 100m Schmetterling unterbot Köhler als erste deutsche Schwimmerin in diesem Jahr eine der vom DSV geforderten Normzeiten für die Weltmeisterschaften in Singapur.

Im Rahmen eines Stützpunktwettkampfes in Berlin schmetterte die Schwimmerin der SG Neukölln in 57,92 Sekunden acht Hundertstel unter die WM-Norm. Auch wenn der Qualifikationszeitraum erst im April beginnt, ist Angelina Köhler bereits fest für die Weltmeisterschaften in Singapur (27.Juli - 3.August) gesetzt, wo sie über die 100m Schmetterling als Titelverteidigerin an den Start gehen wird.

In den Wochen nach den Olympischen Spielen von Paris hatte sich Angelina Köhler eine längere Trainings- und Wettkampfpause genommen. Zum Jahresende hatte sie zudem aus gesundheitlichen Gründen auf eine Teilnahme an der Kurzbahn-WM verzichten müssen. Umso höher anzusehen ist die Leistung, die die Wahl-Berlinerin am Wochenende zeigte. Auch Trainer Lasse Frank gab sich äußerst zufrieden: „Zu diesem Zeitpunkt ist das schon eine sehr ordentliche Zeit, erzielt aus vollem Training heraus“. Köhlers Bestzeit, die gleichzeitig dem Deutschen Rekord entspricht, steht bei 56,11 Sekunden. 

Euro Meet 2025: Imoudu und Armbruster triumphieren in Luxemburg

Für die beiden Olympiateilnehmer Melvin Imoudu und Luca Nik Armbruster hätte der Start in die neue Wettkampfsaison wohl kaum besser laufen können. Beim renommierten Euro Meet, das an diesem Wochenende in Luxemburg ausgetragen wurde, setzten sich die beiden deutschen Topschwimmer gegen teils starke internationale Konkurrenz durch und glänzten mit insgesamt drei Goldmedaillen. 

Gleich zweimal stand der Potsdamer Melvin Imoudu ganz oben auf dem Siegertreppchen. Über die 50m Brust blieb Imoudu in 27,31 Sekunden knapp sechs Zehntel über seiner Bestzeit, setzte sich aber souverän gegenüber dem 100m-Olympiasieger Nicolo Martinenghi (27,59) durch. Der Italiener musste sich mit Bronze zufrieden geben. Und auch über die doppelte Distanz war der amtierende Europameister in 1:00,19 Minuten nicht zu schlagen. Auch hier war Martinenghi mit am Start, wurde aber disqualifiziert.

Dank seines vierten Platzes bei den Olympischen Spielen ist Imoudu bereits fest für die Weltmeisterschaften in Singapur gesetzt. Dicht an die WM-Norm heran schwamm Luca Nik Armbruster bei seinem Sieg über die 100m Schmetterling. In 52,05 Sekunden blieb der Schwimmer der SG Neukölln Berlin nur wenige Zehntel über der vom DSV geforderten Quali-Zeit (51,60), die es dann zwischen Anfang April und den Deutschen Meisterschaften im Mai zu knacken gilt.  

Neben den Siegen von Imoudu und Armbruster durften sich die deutschen Schwimmer in Luxemburg über zwei weitere Medaillen freuen. Über die 800m Freistil schwamm der Münchener Moritz Bockes (8:04,50) auf den Silberrang. Gleiches gelang auch Fritz Dietz von der SG Frankfurt über die 50m Rücken (26,09). 

Die Ergebnisse vom Euro Meet 2025 gibt es hier: https://www.euromeet.lu/live/# 

Ukrainischer Paralympics-Finalist zu Dopingstrafe verurteilt

Direkt im Anschluss an die Paralympics von Paris wurde eine vorläufige Dopingsperre gegen den ukrainischen Schwimmer Roman Bondarenko verhängt. Das Internationale Paralympische Committee legte die Strafe nun auf drei Jahre fest. 

Der Dopingfall von Roman Bondarenko sorgte in Paris für Aufsehen, nachdem bei einer Dopingkontrolle verbotene Substanzen im Blut des dreimaligen Paralympics-Teilnehmer nachgewiesen wurde. Zusätzlich zu seiner dreijährigen Suspension, die bis September 2027 angesetzt ist, wurde Roman Bondarenko rückwirkend auch für alle seine Rennen in Paris disqualifiziert. Dort war ihm der Sprung in einige Finals gelungen. Eine paralympische Medaille hatte der Ukrainer während seiner aktive Karriere nicht erzielt. 

Schwimm-DM 2025: Ausschreibung der Deutschen Meisterschaften online

Der Deutsche Schwimm-Verband hat die Ausschreibung für die Deutschen Meisterschaften 2025 im Beckenschwimmen veröffentlicht. Der Zeitraum, in dem Qalifikationszeiten für die vom 1. bis 4. Mai in Berlin stattfindenden Titelkämpfe erbracht werden können, endet am 06. April 2025.

Dabei kommt der Schwimm-DM erneut eine besondere Rolle zu: Der Wettkampf in Berlin ist für die Schwimmelite der Republik die letzte Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaften 2025 zu qualifizieren. Die vom 11. Juli bis 3. August stattfindende Schwimm-WM in Singapur stellt den internationalen Saisonhöhepunkt des Jahres dar.

Die Qualifikation zur Schwimm-DM 2025 erfolgt über Normzeiten, die der Ausschreibung zu entnehmen sind, sowie die DSV-Bestenliste. Meldeschluss für die Schwimm-DM 2025 ist der 17. April.

Links zum Thema:

Imoudu, Koch & Armbruster starten in Luxemburg ins Schwimmjahr 2025 

Traditionell findet zum Jahresanfang das Euro Meet in Luxemburg statt, in diesem Jahr bereits zum fünfundzwanzigsten Mal. An diesem Wochenende (31.Januar bis 2.Februar) ist es erneut soweit und mehr als 600 Aktive aus 25 Ländern werden in Luxemburg erwartet. 

Mit den Olympiateilnehmern Melvin Imoudu, Luca Nik Armbruster und Routinier Marco Koch wird auch ein starkes deutsches Team mit dabei sein.

Auch zahlreiche JEM-Teilnehmer des letzten Jahres sind in den Startlisten zu finden. Mit dem Italiener Nicolo Martinenghi wird auch ein amtierender Olympiasieger in Luxemburg ins Geschehen eingreifen. Die Niederländerinnen Tessa Giele und Kira Toussaint sowie Beryl Gastaldello aus Frankreich verstärken das Aufgebot an international Topstars.

Für viele Nationen dient das Euro Meet, das auf der Langbahn ausgetragen wird, als erster offizieller Qualifikationswettkampf für die Weltmeisterschaften in Singapur. Für die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer ist der Wettkampf hingegen lediglich ein erster Formtest im neuen Jahr. 

Wichtige Links zum Euro Meet 2025:

Veranstaltungs-Website https://www.euromeet.lu/ 

Ergebnisse https://www.euromeet.lu/live/ 

Schwimmerin Mira Jeanne Maack ist "Eliteschülerin des Sports 2024"

Bei den Paralympics in Paris glänzte Mira Jeanne Maack mit der Bronzemedaille über die 100m Rücken in der Startklasse S8. Nun wurde die Para-Schwimmerin aus Berlin für ihre Erfolge vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit einer Auszeichnung geehrt. 

Der DOSB wählte Mira Jeanne Maack zur "Eliteschülerin des Sports 2024". Der mit 5000 Euro von der Sparkassen-Finanzgruppe dotierte Preis wurde bereits zum fünfzehnten Mal verliehen. Neben herausragender sportlicher Erfolge wurden auch die schulischen Leistungen der zweifachen Paralympics-Teilnehmerin hervorgehoben.

Die 21-Jährige wird voraussichtlich in diesem Sommer ihr Abitur am Berliner Schul- und Leistungssportzentrum ablegen. Mira Jeanne Maack setzte sich bei der Wahl zur Eliteschülerin des Jahres unter Anderem gegenüber der Biathletin Julia Tannheimer und der Hochspringerin Ella Obeta durch.

Bild: Henschelmedia

Schwimmerin Mira Jeanne Maack ist ‚,Eliteschülerin des Sports 2024‘‘

Bei den Paralympics in Paris glänzte Mira Jeanne Maack mit der Bronzemedaille über die 100m Rücken in der Startklasse S8. Nun wurde die Para-Schwimmerin aus Berlin für ihre Erfolge vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit einer Auszeichnung geehrt. 

Der DOSB wählte Mira Jeanne Maack zur "Eliteschülerin des Sports 2024". Der mit 5000 Euro von der Sparkassen-Finanzgruppe dotierte Preis wurde bereits zum fünfzehnten Mal verliehen. Neben herausragender sportlicher Erfolge wurden auch die schulischen Leistungen der zweifachen Paralympics-Teilnehmerin hervorgehoben.

Die 21-Jährige wird voraussichtlich in diesem Sommer ihr Abitur am Berliner Schul- und Leistungssportzentrum ablegen. Mira Jeanne Maack setzte sich bei der Wahl zur Eliteschülerin des Jahres unter Anderem gegenüber der Biathletin Julia Tannheimer und der Hochspringerin Ella Obeta durch.

Bild: Henschelmedia

WM-Qualifikation im Freiwasser 2025: Oliver Klemet bereits für WM gesetzt

Sein Erfolg von Paris veschafft ihm nun auch das Ticket nach Singapur: Als Olympiazweiter ist Oliver Klemet bereits sicher für Weltmeisterschaften im Freiwasser gesetzt. Diese werden vom 15. bis 20. Juli im südostasiatischen Stadtstaat ausgetragen und stellen den Höhepunkt für die internationalen Freiwasser-Asse in diesem Jahr dar. Wer das deutsche Team neben Oliver Klemet verstärken wird, zeigt sich bereits in wenigen Wochen beim Auftakt der Weltcup Serie im ägyptischen Soma Bay (21.-22.02). 

Wie der Deutsche Schwimm-Verband vor wenigen Tagen offiziell bekannt gab, dient das Weltcup-Wochenende in Soma Bay als erste entscheidende Qualifikationsmöglichkeit für die Freiwasser-WM. Da Oliver Klemet sowohl über die 10km als auch über die 5km bereits sicher qualifiziert ist, ist bei den Männern jeweils nur noch ein einziger Startplatz zu vergeben.

Bei den Frauen haben hingegen jeweils noch zwei Schwimmerinnen die Möglichkeit, sich einen Platz im WM-Team zu erkämpfen. Anders als über die 10km, wo die erbrachte Leistung in Soma Bay ausschlaggebend ist, wird über die halbe Distanz zusätzlich auch eine im Becken geschwommene Zeit berücksichtigt. 

Zum ersten Mal zählt bei den Weltmeisterschaften in Singapur auch der sogenannte Knockout-Sprint zum Wettkampfprogramm. Dabei werden insgesamt drei Rennen absolviert - zunächst 1500m, dann 1000m und abschließend 500m - und die Aktiven auf den hintersten Plätzen scheiden jeweils aus. Um sich für den Knockout-Sprint zu qualifizieren, müssen die deutschen Freiwasser-Asse schnelle Zeiten über die 1500m, 800m und 400m Freistil im Becken bis Anfang Mai vorweisen. Ähnliches gilt auch für 4x1,5km Mixedstaffel, deren Besetzung sich anhand der Beckenzeiten über die 1500m Freistil entscheiden wird. 

Für die Junioren-Europameisterschaften im Freiwasser, die vom 20. bis 22. Juni in Sétubal (Portugal) stattfinden werden, sind ebenso die Beckenzeiten ausschlaggebend. Der Qualifikationszeitraum umfasst hier die zweite Märzhälfte. Für die schnellsten drei Aktiven der beiden älteren Altersklassen geht die JEM-Qualifikation Ende April auf Ibiza in eine zweite Runde, wo ein Ausschwimmen um die jeweils zwei zu vergebenen Startplätze ausgetragen werden wird. 

Die ausführlichen Nominierungsrichtlinien des DSV gibt es hier: 

Nominierungskriterien Freiwasser 2025

Bild: Christian Gold / Archiv

Das richtige Maß: Übertraining vs. Unterforderung

Um im Wettkampf an die eigenen Leistungsgrenzen gehen zu können, müssen auch im Training gezielt große Reize gesetzt werden. Gibt man als Schwimmer in den täglichen oder mehrfach wöchentlichen Einheiten immer nur 80 Prozent, erreicht man nicht das, was das eigene Potential eigentlich hergeben würde. Deshalb wird richtig rangeklotzt, Kilometer geschrubbt und Gewichte gestemmt. Doch Vorsicht: Wer zu viel will, der läuft Gefahr ins Übertraining abzurutschen. Und dann gibt es statt neuer Bestzeiten ein schmerzhaftes, langwieriges Leistungstief.

Viele Schwimmer kennen das: Man quält sich stundenlang im Wasser, richtet Ernährung und Lebensweise nach dem Sport aus und trotzdem rückt die erhoffte Bestzeit immer weiter in Ferne. Die Reaktion: Man versucht noch härter zu trainieren. Schnell kann man so in eine teuflische Spirale geraten, denn die Ursache für die ausbleibenden Erfolge ist oft nicht zu wenig sondern zu viel Belastung. „Übertraining“ ist keine Ausrede für mangelnden Leistungswillen sondern ein wissenschaftlich nachgewiesenes Phänomen, das gerade in unserem Sport häufig zu beobachten ist. Je nach Studie gelten zwischen 15 und 25 Prozent der Leistungsschwimmer als übertrainiert. Egal, welche Untersuchung man betrachtet, die Zahl ist durchaus alarmierend. Je höher das Leistungsniveau, desto höher ist auch die Gefahr mindestens einmal in seiner Laufbahn davon betroffen zu sein.

Die Angst vor dem verschwendeten Potential

Leistungswille und Ehrgeiz – als Schwimmer ist man immer darum bestrebt, die nächste Bestzeit hinzulegen. Wie kann ich noch schneller werden? Was steckt in mir? Wo liegen meine Grenzen? Das eigene Potential, bzw. aus Trainersicht das Potential der trainierten Athleten, will erschlossen werden. Im Wettkampf kann aber nur das abgerufen werden, wozu der Körper vorher ausgebildet wurde. Deshalb fürchten viele, dies durch eine Unterforderung im Training zu verhindern. Tatsächlich kann es gerade bei jugendlichen Athleten vorkommen, dass eine Unterforderung und die daraus resultierenden geringeren Leistungszuwächse verhindern, dass sie ihr eigenes Potential überhaupt erkennen. Andere Lebensinhalte können dann schnell wichtiger werden als der Sport und so wird das Talent nicht weiter ausgebildet. Die größte Gefahr bei Unterforderung ist im Grunde „nur": Man schöpft sein Potential nicht aus und der Sport als Ganzes verliert möglicherweise ein hoffnungsvolles Talent. Überforderung hingegen kann für den einzelnen Sportler ernsthafte Folgen haben. Dabei muss man unterscheiden: Hartes und ermüdendes Training führt nicht zwangsweise zu Übertraining. Im Gegenteil, oft sind kurzzeitige Überbelastungen sogar gewollt. Gerade in mehrwöchigen Trainingslagern ist dies oft der Fall, statt Übertraining spricht man hier jedoch von gezieltem „Overreaching“. Für Sportler ist es von grundlegender Bedeutung, dass die bisherigen Grenzen immer wieder überschritten werden, um die gewünschten Anpassungsreaktionen und Leistungsfortschritte zu erzielen. Wichtig ist es dabei jedoch, dass das individuelle Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung nicht aus den Fugen gerät. Nach bewusst gesetzten Overreaching-Phasen kann es durchaus zwei Wochen dauern, bis man von den Strapazen nichts mehr spürt.

Die Anzeichen

Bleiben die Ermüdungserscheinungen aber dauerhaft, kann das ein Symptom für Übertraining sein. Es äußert sich unter anderem dadurch, dass zum Beispiel Muskelkater nicht wie gewohnt nach ein paar Tagen verschwunden ist, sondern sich lange hinzieht. Typisch sind auch langwierige Gelenk- oder Gliederschmerzen. Jeder kennt das von der letzten Erkältung, doch diesmal fühlt man sich auch ohne Erkrankung total schlapp. Zudem scheint nicht nur der Körper erschöpft. Übertraining wirkt sich auch auf den Kopf aus. Anhaltende Lustlosigkeit, fehlende Motivation aber auch grundlose Gereiztheit über mehrere Tage und Wochen hinweg sind typisch. Und: Obwohl Körper und Geist ermüdet sind, gibt es Probleme beim Ein- bzw. Durchschlafen. Ein handfestes Anzeichen für Übertraining zeigt sich zudem beim Blick auf die sportlichen Leistungen. Eigentlich sollen gesteigerte Trainingsumfänge oder –intensitäten zu schnelleren Zeiten führen. Wenn aber über Monate oder sogar noch länger hinweg keine Verbesserungen auftreten und man sogar Leistungseinbrüche verzeichnet, kann Übertraining ein Grund dafür sein.

Die Ursachen

Es wird also hart trainiert, doch die erhofften Anpassungserscheinungen bleiben aus. Damit sind wir direkt bei der Frage: Wie kommt es zu Übertraining? Einfach gesagt, kann es dann auftreten, wenn man so oft bzw. intensiv trainiert, dass dem Körper nicht genug Zeit bleibt, sich zu regenerieren. Die Gründe dafür liegen Sportwissenschaftlern zu Folge sowohl auf neuronaler als auch auf hormoneller Ebene. Durch permanente Überlastung kann es dazu kommen, dass die Nervenimpulse, die das Gehirn sendet, um die Muskeln zu steuern, schwächer werden. Das ist im Grunde nichts anderes als ein Schutzmechanismus des überreizten Nervensystems, um Schädigungen in Muskeln bzw. Sehnen und Gelenken zu vermeiden. Spürbar wird es dadurch, dass sich der Körper – obwohl man ihm die gewohnten Signale gibt – träger anfühlt.

Die hohen Belastungen ohne ausreichende Regeneration können auch hormonelle Auswirkungen haben. Studien haben festgestellt, dass der Körper bei Übertraining zu wenig Testosteron und vermehrt Cortisol ausschüttet. Testosteron begünstigt den Muskelaufbau bzw. die Muskelanpassung beim Sport. Cortisol wiederum ist ein Stresshormon, das sich unter anderem auf den Fettstoffwechsel auswirkt. Entscheidend ist das Verhältnis beider Hormone. Es wird vermutet, dass dieses durch Übertraining durcheinander gerät. Letztendlich führt dies dazu, dass die für die Muskelanpassungen wichtige Proteinsynthese gestört wird und der Körper dazu angeregt wird, Energiereserven in Form von Fettpolstern aufzubauen. Die über die Nahrung zu sich genommenen Kalorien werden gespeichert statt verbrannt. Die Folge sind eine geringere Belastbarkeit im Training sowie ausbleibende Leistungsverbesserungen.

Übertraining erkennen

Nun ist es natürlich nicht möglich, ständig komplette Blutbilder erstellen zu lassen, um zu prüfen, ob sich auffällige Hormonkonstellationen zeigen. Nach wie vor ist die Sportwissenschaft auf der Suche nach einer in der Praxis anwendbaren Möglichkeit, um Übertraining eindeutig zu diagnostizieren. Meist wird es erst erkannt, wenn die Spirale steigender Umfänge und Intensitäten zu Verletzungen der Muskeln, Gelenke oder Sehnen geführt hat. Als derzeit bester Weg, um Übertraining frühzeitig zu identifizieren, gilt ein Ausschlussverfahren aller ansonsten in Frage kommenden Gründe für die Symptome und die ausbleibenden Leistungszuwächse. Das ist gar nicht so einfach. Oftmals zeigt sich bei Übertraining ein höheres Infektrisiko. Die typische Schlappheit und Antriebslosigkeit wird dann auf eine Erkältung zurückgeführt, obwohl diese gar nicht der Auslöser, sondern lediglich ein weiteres Symptom ist. Die ausbleibenden Leistungszuwächse werden häufig erst erkannt, wenn die Wettkampfperformance nicht wie erhofft ist. Zuvor werden die mangelnden Trainingsleistungen auf die normalen Ermüdungserscheinungen des regelmäßigen Trainings, auf mangelnde Motivation, schlechte Ernährung oder äußere Stressfaktoren (Schule, Studium, etc.) geschoben. Nach harten Trainingsphasen ist es normal, dass die Leistungen erst einmal um ein gewisses Maß zurückgehen. Ist jedoch ein Einbruch von mehr als zehn Prozent zu beobachten, sollte die Bremse gezogen werden. Als Faustregel gilt: Treten mindestens drei Anzeichen für Übertraining (z.B. mangelnde Trainingsleistungen, Antriebslosigkeit, Gliederschmerzen) auf, ohne dass es dafür andere Erklärungen gibt, sollte man wachsam sein, die Erholungsphasen stärker betonen und wenn möglich auch einen Mediziner zu Rate ziehen.

Übertraining vermeiden

Am effizientesten ist es, Übertraining von vorn herein zu vermeiden oder zumindest die Anzeichen so früh wie möglich zu erkennen. Dass das leichter gesagt als getan ist, zeigt der hohe Anteil an Leistungsschwimmern, bei denen das Phänomen auftritt. Erfahrung und Feingefühl bei der Trainingssteuerung sind hier von Vorteil. Nach harten Trainingsperioden müssen angemessene Erholungsphasen eingeräumt werden. Dabei hilft es, wenn sich Trainer und Schwimmer bereits lange kennen und der Coach über die individuellen Anpassungen seiner Athleten Bescheid weiß. Um nicht nur nach dem Gefühl gehen zu müssen, sondern konkrete Daten zu erhalten, können regelmäßige Testserien im Training analysiert werden. Gibt es Fortschritte zu verzeichnen? Wie stark geht die Leistung nach Overreaching-Phasen zurück? Wie sieht die Entwicklung über einen längeren Zeitraum aus? Auf höheren Leistungsniveaus können mögliche Übertrainingsanzeichen auch bei Laktattests festgestellt werden. Bringt der Athlet bei den üblichen Laktakkonzentrationen schwächere Leistungen bzw. zeigen sich Auffälligkeiten im Verlauf der Laktatkurve oder erreicht der Schwimmer nicht mehr die einstigen maximalen Laktatwerte, können auch dies Anzeichen für Übertraining sein. Fingerspitzengefühl ist angebracht, wenn neue Inhalte ins Training eingebracht werden sollen, vor allem wenn es sich um hohe Intensitäten bzw. neue Belastungen handelt. Eine Studie unter australischen Leistungsschwimmern hat gezeigt, dass bei Mittel- und Langstreckenspezialisten zusätzliches Krafttraining mit Gewichten sehr schnell dazu führen kann, dass Überlastungserscheinungen auftreten. Hier muss also gerade zu Beginn behutsam vorgegangen werden.

Aber auch der Athlet selbst muss wachsam sein und in seinen Körper hineinhorchen. Treten Symptome des Übertrainings auf, gilt es ehrlich zu analysieren, ob dafür andere Ursachen verantwortlich sein könnten. Bin ich abgelenkt durch Studium, Beruf, Familie? Ernähre ich mich ausreichend und angemessen? Gab es Krankheiten oder Verletzungen, die für Leistungsschwächen verantwortlich sein können? Diese Punkte gilt es zu hinterfragen, um zu vermeiden, dass man in die Überlastungsspirale hineingerät. Mangelnde Ernährung kann so zum Beispiel auch ein Grund dafür sein, dass der Körper nicht ausreichend regenerieren kann und man somit ins Übertraining hinüberkippt. Daher kann es auch sinnvoll sein, ein Trainingstagebuch zu führen, in dem man festhält, welche Inhalte auf dem Programm standen, wie sich der Körper danach anfühlte, aber auch Punkte wie Ernährung, Schlafverhalten und Gesundheitszustand können hier betrachtet werden. Dabei sollte man alles auf einer Skala (z.B. 1 bis 7) bewerten, um es später vergleichen zu können. Die oben genannte Studie aus Australien stellte so zum Beispiel fest, dass längere Phasen mit Schlafproblemen vor allem in der Saisonmitte ein typisches Anzeichen für Übertraining sind. Dies kann über ein Trainingstagebuch festgestellt werden.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Übertraining ist nicht nur hart zu erkennen. Es hat auch langwierige Folgen. Wenn ein Schwimmer betroffen ist, hilft erst einmal nichts anderes als die Handbremse zu ziehen. Medikamentöse Behandlungen können zwar die Symptome kaschieren, aber nur eine radikale Reduzierung der Belastungen beseitigt die Ursache des Übels. Bis der Körper wieder normal belastungsfähig ist, können nicht nur Wochen sondern Monate vergehen. Das Problem sind dabei weniger die muskulären Beanspruchungen der Übertrainingsphase. Gravierender sind die hormonellen und neuronalen Auswirkungen. Bis hier wieder ein Gleichgewicht hergestellt ist, benötigt es Zeit. Dabei können verschiedene Maßnahmen unterstützend eingesetzt werden. So hilft Yoga zum Beispiel dabei, das Körpergefühl zurückzuerlangen. Auch Mediationstechniken sowie Akkupunktur sollen Erfahrungsberichten zufolge positive Ergebnisse erzielen. Das Wichtigste ist aber: Zeit. Überehrgeiz hat die Probleme ausgelöst, nun ist Geduld gefragt.

Der komplette Artikel erschien erstmals in der Frühjahresausgabe 2019 des swimsportMagazine. Alle noch verfügbaren Ausgaben der Zeitschrift für den Schwimmsport können im großen swimsportMagazine-Paket bestellt werden. Zum Sonderpreis erwarten euch hier mehr als 1500 Seiten geballtes Schwimmwissen --> Das swimsportMagazine-Paket

Sportuhr, Tracker und Co.: Wie beeinflussen Wearables das Schwimmtraining?

Hast du ein Wearable, also zum Beispiel eine Trainingsuhr, das du regelmäßig beim Schwimmen nutzt? Oder interessierst du dich für die Auswirkungen von Technologie auf Sporttraining und Motivation?

Im Rahmen einer Bachelorarbeit an der TU München wird derzeit untersucht, wie Wearables die Motivation und die Trainingsgestaltung von Freizeitschwimmer*innen beeinflussen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der intrinsischen Motivation – also dem Spaß und der Freude am Schwimmen – sowie darauf, wie Wearables das Training durch Planung, Feedback und Zielsetzung unterstützen. Zusätzlich wird betrachtet betrachte, inwiefern extrinsische Faktoren wie Zielverfolgung oder sozialer Vergleich eine Rolle spielen.

Die Umfrage richtet sich an Freizeitschwimmer*innen, die ein Wearable nutzen, und dauert etwa 10 Minuten. Deine Teilnahme hilft dabei, wertvolle Einblicke zu gewinnen und die zukünftige Gestaltung von Wearables im Freizeitsport zu verbessern.

Hier geht’s zur Umfrage:

Warum mitmachen?

  • Trage dazu bei, das Verständnis von Motivation und Technologie im Sport zu vertiefen.
  • Teile deine Erfahrungen und lass uns herausfinden, wie Wearables dich in deinem Training unterstützen.

Vielen Dank für deine Unterstützung! Deine Teilnahme erfolgt anonym, und die Ergebnisse werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet.
Die wichtigsten Erkenntnisse werden außerdem später auf  swimsportnews.de veröffentlicht.

Back to the Roots: Neuer Coach für Adam Peaty

Nach Olympiasilber von Paris hatte der britische Topstar Adam Peaty die vergangenen Monate abseits des Schwimmbeckens verbracht. Seit dieser Woche zieht Peaty nun wieder fleißig seine Bahnen, mit neuem Coach und an einem neuen, aber gleichzeitig altbekannten Trainingsstandort.

Fast zwei Jahrzehnte lang arbeiteten Adam Peaty und seine bisherige Trainerin Mel Marshall eng zusammen, bevor diese nun nach Australien an die Griffith University wechselte. Das neue Gesicht an der Seite des mehrfachen Olympiasiegers ist Jamie Main, der das Repton Swim Team anführt. Repton ist Peaty alles andere als unbekannt, denn dort trainierte der mittlerweile 30-jährige Brustspezialist bereits bis 2016. 

Euphorisch auf seinen neuen Trainingsstandort blickend, schrieb Adam Peaty auf Instagram: "Ich habe mich entschieden, ins Repton Swim Team zurückzukehren und dort unter Jamie Main zu trainieren. Es ist ein Ort, an dem ich schon viele Jahre verbracht habe und ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen, um meine Karriere fortzusetzen. Lasst die Arbeit beginnen.". 

Ob Adam Peaty die nächsten Olympischen Spiele in Los Angeles ins Auge fasst, bleibt abzuwarten. Zuletzt hatte er diesbezüglich das Gespräch mit Superstar Michael Phelps gesucht und daraus offensichtlich neue Kraft und Motivation geschöpft. 

Deutsche Masters starten in Ingelheim mit Weltrekorden ins Jahr 2025

Auch die deutschen Masters sind mittlerweile offiziell in das neue Schwimmjahr 2025 gestartet und glänzten gleich zu Beginn mit neuen Rekorden. Bei den am vergangenen Wochenende in Ingelheim ausgetragenen 34. Internationalen Masters waren zusätzlich zu den nationalen Masters auch Aktive aus fünf anderen europäischen Ländern mit am Start.

Neben einer Rekordzahl vom neuen nationalen Altersklassenrekorden sorgten insbesondere zwei neue Weltrekorde sowie fünf Europarekorde für Begeisterung. Fleißigster Rekordsammler war Frank Gruner.

Der Schwimmer des SCW Eschborn stellte über die 200m Freistil einen neuen Weltrekord in der Altersklasse 55 auf und durfte sich darüber hinaus auch über eine neue europäische Bestmarke über die 800m Freistil freuen. Der zweite Weltrekord ging auf das Konto von Karsten Dellbrügge (WSV Speyer) in der Altersklasse 60. 

Masters Weltrekorde:

Strecke

Schwimmer

Jahrgang

Zeit

1500m Freistil

Karsten Dellbrügge (WSV Speyer)

1962

17:27,56

200m Freistil

Frank Gruner (SCW Eschborn)

1970

1:58,60

 

Masters Europarekorde:

Strecke

Schwimmer

Jahrgang

Zeit

200m Brust

Klaus Spranz (SV Cannstatt)

1960

02:45,75

800m Freistil

Frank Gruner (SCW Eschborn)

1970

08:55,64

1500m Freistil

Karsten Dellbrügge (WSV Speyer)

1962

17:27,56

200m Freistil

Frank Gruner (SCW Eschborn)

1970

1:58,60

100m Brust

Sergei Pakhomov (Dynamo Moscow)

1960

1:15,63

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Links zum Thema:

Bild: 1. SSV Ingelheim

 

 

Olympiateilnehmerin Hannah Küchler beendet ihre Karriere

Ihr größter Erfolg war die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. Nun beendet Hannah Küchler mit gerade einmal 22 Jahren ihre Schwimmkarriere. 

Als Teil der 4x100m Freistilstaffel verstärkte die gebürtige Potsdamerin das deutsche Olympiateam 2021. Und auch bei zahlreichen anderen internationalen Großveranstaltungen wie der Junioren-Europameisterschaft und der Universiade war Hannah Küchler in den letzten Jahren Teil der Nationalmannschaft.

Ihren Trainingsstandort hatte die Freistilspezialistin mit 16 Jahren nach Hamburg verlegt, bevor es sie zum Studium an die University of Southern California in die USA zog.

Zuletzt hatte Hannah Küchler jedoch vermehrt mit gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen, die sie nun dazu bewegt haben, mit dem Leistungssport aufzuhören. Diese Entscheidung sei ihr jedoch alles andere als leicht gefallen, wie sie auf Instagram verriet: "Es war keine leichte Entscheidung. Ich hatte während meiner Karriere mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen, die mich zurückgehalten haben. Und es ist hart das zu akzeptieren", erklärt sie, zeigt sich aber dennoch dankbar: " aber dieser Sport hat mir so viel gegeben.". 

Deutsche Schwimm-Asse mit starker Medaillenausbeute bei Eisschwimm-WM

Bei einer Wassertemperatur von gerade einmal 1,8 Grad Celsius gingen die besten Eisschwimmer der Welt in der vergangenen Woche auf die Jagd nach WM-Titeln. Mit dabei war auch ein großes deutsches Aufgebot, das sich angeführt von Andreas Waschburger und Alisa Fatum-Böker in bestechender Form präsentierte und über zahlreiche Medaillen jubeln durfte. 

Ausgetragen wurden die eisigen Titelkämpfe im italienischen Molveno in einem 50m-Außenbecken. Neoprenanzüge sind laut Regelwerk nicht gestattet. Insbesondere Andreas Waschburger und Alisa Fatum-Böker drückten der Weltmeisterschaft im Eisschwimmen aus deutscher Sicht ihren Stempel auf, denn beide standen mehrfach auf dem Podium. Der mehrfache EM-Medaillengewinner im Freiwasser und Olympiateilnehmer Andreas Waschburger triumphierte gleich zweimal. Sowohl über die Königsdisziplin 1000m als auch auf der 500m Distanz war der 37-jährige Saarbrücker nicht zu schlagen.

Hinzu kam jeweils Silber über die 250m als auch in der 4x250m Staffel gemeinsam mit Alisa Fatum-Böker, Marie-Therese Bartel und Christof Wandratsch. „Diese Woche war ein unglaubliches Erlebnis. Zwei Weltmeistertitel sowie zwei Silbermedaillen sind einfach überwältigend. Ich bin mit meiner Bilanz dieser WM sehr zufrieden“, reflektierte Andreas Waschburger im Anschluss an die Titelkämpfe. 

Neben Staffelsilber glänzte die Leipzigerin Alisa Fatum-Böker unter anderem mit dem WM-Titel über die 500m sowie dem zweiten Platz über die 100m Schmetterling. Silber gab es auch für Marie-Therese Bartel über die 50m Freistil und für Christina Gockeln über die 100m Brust. Einen weiteren Vizetitel gab es für die Beiden zudem in der 4x50m Lagenstaffel gemeinsam mit Kilian Franke und Kilian Graef

Die beeindruckende Medaillen-Ausbeute des deutschen Teams in der offenen Klasse wurde durch zahlreiches Edelmetall in den verschiedenen Altersklassen zusätzlich untermauert. Die wachsende Beliebtheit des Eisschwimmens zeigte sich auch durch mehrere prominente Teilnehmende, die man aus der Spitzenszene des (Warm)Schwimmsports kennt. So waren unter anderem auch die deutsche Nationalschwimmerin Leonie Beck und der einstige österreichische Spitzenschwimmer und Olympiamedaillengewinner Markus Rogan in Molveno mit von der Partie.

Bild: Janis Scheuermann/ Hylo Sports 

GEWINNSPIEL: Signierten Speedo-Wettkampfanzug von Angelina Köhler gewinnen!

Ein neues Schwimmjahr beginnt und wir haben zum Start ein besonderes Highlight 🤩 Wir verlosen auf unserm Instagram-Kanal einen Speedo-Wettkampfanzug der Weltmeisterin Angelina Köhler mit original Autogramm der Top-Schwimmerin!

So könnt ihr mitmachen:
1. Kommentiert unter unserem Instagram-Post, was euer Ziel für das Schwimmjahr 2025 ist!
2. Teilt diesen Post in eurer Story und taggt @swimsportnews
3. Die Teilnahme ist bis Dienstag, 21.01.2025, um 23:59 Uhr möglich!

GER Angelina Koehler Gewinnspiel2

Danke Angelina Köhler und Speedo für diese einzigartige Aktion 🥳

Der/die Gewinner*in wird innerhalb von 48 Stunden nach Ende des Gewinnspiels benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Instagram.

Fördergelder gestrichen: ,,Schwimmsport in Dresden wird nicht mehr existieren können‘‘

Die Aufruhr ist groß: Wie im Dezember bekannt wurde, haben die Sparpläne der Stadt Dresden handfeste und weitreichende Konsequenzen für den Schwimmsport. Konkret geht es um die zwei Millionen Euro Vereinsförderung, die bislang durch die Dresdner Bäder GmbH geleistet wurde und nun ersatzlos gestrichen werden soll. Es droht ein flächendeckendes Vereinssterben. 

Ab dem neuen Schuljahr soll die gesamte Fördersumme von zwei Millionen Euro wegfallen - eine Entscheidung, die von einem parteiübergreifenden Aufsichtsrat der Technischen Werke Dresdens gemeinsam mit dem Oberbürgermeister getroffen wurde. Die Schwimmvereine erfuhren davon erst im Nachgang und das, trotz der unmittelbaren Betroffenheit, lediglich durch die Medien. 

"Der Schwimmsport in Dresden wird in der Zukunft dann nicht mehr existieren können", bringt Carsten Selling, Leistungssportwart des Dresdner SC und Vorsitzender des Schwimmbezirk Dresden, die zu erwartenden Folgen der Kürzungen auf den Punkt. Denn bislang bewirkte die Vereinsförderung durch die Dresdner Bäder GmbH, dass die Vereine deutlich geringere Kosten für die Bahnmiete aufbringen mussten.

Anstatt den regulären Preis von 53 Euro pro Stunde pro Bahn zu bezahlen, wurde der Mietpreis auf 6 Euro beschränkt. Die Differenz wurde von den Fördergeldern getragen. Fallen diese nun weg, erhöhen sich die Kosten für die Bahnmiete um ein Neunfaches. Konkret bedeutet dies beispielsweise für den Dresdner SC, dass die Jahressumme von aktuell 32.000 Euro auf 283.000 Euro steigen würde. Die Vereine hätten dann keine andere Wahl, als ihre Mitgliedsbeiträge entsprechend radikal zu erhöhen. Es wird befürchtet, dass viele der 4500 Mitglieder der Dresdner Schwimmvereine im Angesicht der hohen Kosten aus den Vereinen austreten würden - mit gravierenden Folgen. 

Neben dem regulären Trainingsbetrieb im Schwimmen, Wasserspringen, Wasserball und Synchronschwimmen würden jegliche Schwimmkurse und Vereinsangebote in Dresden ins Wanken geraten und langfristig womöglich ganz wegfallen. Somit würden in Dresden auch beliebte Wettkämpfe wie das jährliche Christstollen-Schwimmfest nicht mehr ausgerichtet werden können. Ebenso betroffen wären der Landesstützpunkt und die dazugehörige Sportschule. Die durch die deutlich höhere Bahnmiete entstehenden Kosten würden komplett auf die Eltern umgelagert werden. Für alle der etwa 60 Nachwuchstalente auf der Sportschule würden die Kosten monatlich über 300 Euro betragen und das Training am Landesstützpunkt so zu einem kaum zu finanzierbaren Privileg werden. Und auch für die Öffentlichkeit würden die Eintrittspreise aller Voraussicht nach signifikant ansteigen. 

Aber damit nicht genug: Ebenfalls im Zuge der Sparmaßnahmen soll in den kommenden Wochen die Schwimmhalle Elbamare geschlossen werden, für zahlreiche Vereine ein wichtiger Trainingsstandort. Die Dresdner Bäder GmbH selbst hat sich auf Anfrage der Vereinen zu der gesamten Thematik nicht geäußert. Die Dresdner Schwimmvereine haben sich in ihrer Not zusammengeschlossen und kämpfen nun gemeinsam dafür, die angekündigte Streichung der Fördergelder doch noch rückgängig zu machen. "Wir stehen gemeinsam für die Sache ein. Der Zusammenhalt gibt uns Kraft und macht Mut", schildert Caroline Haberkorn von den Dresdner Delphinen. 

Im Rahmen einer Online-Petition konnten die Vereine bereits mehr als 8000 Unterschriften gesammelt. Parallel laufen zudem nun erstmals Gespräche mit der Politik, die die Hoffnung auf eine verträgliche Lösung für die Dresdner Schwimmwelt weiterleben lassen. Ein möglicher Kompromiss wäre es, die Fördermittel der anderen Sportarten so aufzuteilen, dass auch die Wassersportarten einen fairen Anteil bekommen. Ob dieser Vorschlag jedoch auf breite Begeisterung in der Stadt stößt, bleibt abzuwarten. 

Links zum Thema:

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Europas Schwimmerin des Jahres: Isabel Gose auf Platz 2 gewählt

Isabel Gose ist bei der Wahl zu Europas Schwimmerin des Jahres 2024 auf dem zweiten Platz gelandet. Das gab der kontinentale Schwimmverband "European Aquatics" am Donnerstag bekannt.

Gose, die 2024 bei den Olympischen Spielen Bronze über die 1500m Freistil geholt hatte, erhielt insgesamt 8,8 Prozent der Stimmen, die von Schwimmfans aus ganz Europa sowie von Vertretern der nationalen Schwimmverbänden abgegeben wurden. 

Den Vortritt musste die Magdeburgerin nur der schwedischen Schwimmlegende Sarah Sjöström überlassen. Die Olympiasiegerin erhielt überragende 71,70 Prozent der Gesamtstimmen. In Paris hatte die schnelle Schwedin, die 2025 eine Wetkampfpause einlegt, sowohl die 50 als auch 100m Freistil für sich entschieden.

Bei den Herren ging der Titel "Europas Schwimmer des Jahres" wenig überraschend an den französischen Überflieger Léon Marchand, der bei den Olympischen Spielen im eigenen Land viermal triumphiert hatte. Er setzte sich mit 63,5 Prozent der Stimmen vor dem Rumänen David Popovici (18,9%) und dem Italiener Thomas Ceccon (8,25%) durch.

Bild: Tino Henschel

WM, DM usw.: Die Highlights des Schwimmjahres 2025

Das Schwimmjahr 2025 hat begonnen und uns erwarten in den kommenden zwölf Monaten etliche Highlights des Schwimmsports. Wir haben euch die wichtigsten Termine des Jahres auf nationaler und internationaler Ebene zusammengestellt.

Das internationale Highlight werden die Schwimm-Weltmeisterschaften 2025, die im Juli und August in Singapur stattfinden. Die deutschen Schwimm-Asse können sich hierfür im Rahmen der von April bis Anfang Mai laufenden Qualifikationsphase empfehlen. Den Schlusspunkt der Jagd auf die WM-Tickets bilden vom 1. bis 4. Mai die Deutschen Meisterschaften in Berlin.

Für die Nachwuchstalente des Landes stehen mit DJM, DM SMK oder auch den internationalen Highlights wie Junioren-EM und -WM sowie EYOF etliche wichtige Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene im Kalender.

Auch die Masters kommen auf ihre Kosten: Neben der Masters-WM in Singapur können sie auf der internationalen Bühne auch bei der Kurzbahn-EM der Masters im Dezember ihr Können unter Beweis stellen.

Die wichtigsten Schwimm-Termine des Jahres 2025:

Offene Klasse:

  • 07. April - 04. Mai: Qualifikationsphase Schwimm-WM 2025
  • 01. - 04. Mai: Schwimm-DM | Berlin
  • 29. - 31. Mai: Freiwasser-EM
  • 17. - 23. Juli: World University Games | Berlin
  • 15. - 20. Juli: Schwimm-WM 2025 (Freiwasser) | Singapur
  • 27. Juli - 03. August: Schwimm-WM 2025 (Becken)| Singapur
  • 21.- 27. September: WM Para Schwimmen | Singapur
  • November: DKM 2025 | Wuppertal
  • 02. - 07. Dezember: Kurzbahn-EM | Polen
  • 13. - 14. Dezember: DMS Bundesliga | Ort tbd

Nachwuchs:

  • 06. - 08. Juni: Mehrkampf-DM | Ort tbd
  • 11. - 15. Juni: Deutsche Jahrgangsmeisterschaften | Berlin
  • 19. - 21. Juni: Freiwasser-EM Junioren | Setubal (POR)
  • 26. - 28. Juni: U23-EM | Samorin (SVK)
  • 01. - 06. Juli: Junioren-EM (Beckenschwimmen) | Samorin (SVK)
  • 20. - 26. Juli: European Youth Olympic Festival | Skopje (MKD)
  • 19. - 24. August: Junioren-WM | Otopeni (ROU)
  • 06. - 07. Dezember: DMSJ Bundesfinale | Ort tbd

Masters:

  • 14. - 16. März: Masters-DM Lange Strecke | Wolfsburg
  • 30. Mai - 01. Juni: Masters-DM Kurze Srecke | Dresden
  • 26. - 27. Juli: Masters-WM 2025 (Freiwasser) | Singapur
  • 07. - 14. August: Masters-WM 2025 (Becken) | Singapur
  • 22. - 24. August: Masters-DM 2025 (Freiwasser) | Rostock
  • 08. November: DMS-Bundesfinale Masters | Nürnberg
  • 28. - 30. November: Masters-DKM | Essen
  • 10. - 16. Dezember: Kurzbahn-EM Masters | Polen

Schwimmerkörper: Der geborene Sprinter

Von Start bis Anschlag, von Kopf bis Fuß! Bei einem Sprint muss alles passen. Die 50m verzeihen einem Schwimmer keine Fehler. Da zählt am Ende jeder Zentimeter. Die körperlichen Aspekte und wie der Schwimmer diese möglichst vorteilhaft einsetzt, sind im Kampf um die letzten Prozente entscheidend. Wir schauen uns daher einmal an, was der Sprinter von heute mitbringen muss und wie sich im Wasser die Spreu vom Weizen trennt. Gibt es tatsächlich den „geborenen Sprinter“?

Egal welche in welcher Schwimmart, bei einem 50m-Sprint kommt es darauf an, sich in kürzester Zeit größtmöglich zu mobilisieren und seine gesamte Energie in diese maximal 30 Sekunden Belastungszeit zu stecken. Einige Schwimmer haben damit ein echtes Problem. Nach einen 50m-Rennen kommen sie aus dem Wasser und meinen, sie hätten eigentlich noch weiter schwimmen können. Nicht jeder ist in der Lage, so explosiv seine Leistung abzurufen, wie es bei der Kurzstrecke gefordert ist. Einige Athleten, besonders natürlich die Langstreckler unter uns, können deshalb nichts mit Sprints anfangen. Der Grund hierfür kann in der Anatomie unserer Muskeln liegen.

Schnelle Sprints dank schneller Muskeln

Ein Skelettmuskel besteht aus zahlreichen Muskelbündeln. Diese wiederum setzen sich aus einzelnen Muskelfasern zusammen. Hierbei ist zwischen drei verschiedene Arten von Muskelfasern zu differenzieren: ST-Fasern, FT-Fasern und FTO-Fasern. Sie unterscheiden sich in Aufbau, Energiebereitstellung und vor allem der Kontraktionsgeschwindigkeit.

ST-Faser steht für „Slow-Twitch-Faser“ und wie der Name bereits andeutet, sind dies eher die Sonntagsfahrer unter den Muskelfasern. Sie sprechen eher langsam auf Reize an und haben eine längere Kontraktionszeit. Dafür ermüden ST-Fasern nicht so schnell. Die in der Muskelfaser arbeitenden Muskelfibrillen sind umgeben von einer Vielzahl von Mitochondrien. Dies sind die Zellbestandteile, die aus Sauerstoff und Glucose den Treibstoff der Muskelzelle synthetisieren – ATP. Je mehr Mitochondrien in einer Muskelzelle vorhanden sind, desto mehr und schneller kann der Muskel den aus der Lunge aufgenommenen Sauerstoff zu Energie verarbeiten. Dafür muss aber auch genug Sauerstoff zur Verfügung stehen. Für Ausdauerspezialisten ist dieser Muskeltyp essentiell. Er arbeitet zwar langsamer, dafür aber sehr effektiv und hinterlässt dabei auch weniger Laktat im Blut.

Für den Sprinter sind diese „Streber-Fasern“ aber weniger interessant. Sprinter brauchen viel und vor allem schnell Energie in Form von Muskelkraft. Der beste Freund eines Sprinters ist deshalb die Fast-Twitch-Faser, kurz FT-Faser. Dieser Fasertyp wird auch „weiße“ Faser genannt, da sie weniger gut durchblutet werden. Sie sind in der Lage schnell zu kontrahieren und reagieren sehr unmittelbar auf Nerven-Reize. FT-Fasern besitzen weniger Mitochondrien, was bedeutet, dass sie im Vergleich zu den ST-Fasern schlechter Energie aerob nachproduzieren können. Sie tendieren stattdessen stark dazu, ihre Energie auf anaerobem Weg, also unter Sauerstoffmangel und Produktion von Laktat, zu gewinnen. Die schnellkräftigen Fasern sind bei einem Sprint also wie der Download-Ordner eines Computers – sehr schnell voll.

Zwischen ST- und FT-Fasern gibt es noch einen dritten Typ. Die FTO-Fasern (fast-twitch-oxidativ) bilden einen Intermediärtyp zwischen den beiden anderen. Sie lassen sich durch Training in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Die Struktur in diesen Muskelsträngen kann je nach Belastungsart also in Richtung Ausdauer, Mittelstrecke oder Sprint angepasst werden. Der Anteil von Muskelfasertypen ist genetisch vorbestimmt. Sprinter haben somit meist von Haus aus mehr FT-Fasern in ihrem Muskel als Marathonläufer. Durch gezieltes Training ist es laut einigen Experten möglich, FT- in ST-Fasern oder zumindest FTO-Fasern umzuwandeln. Aus einem guten 50m-Sprinter kann also durchaus noch ein passabler Langstreckenschwimmer werden. Einen Freiwasserschwimmer hingegen bekommt wohl man nicht mehr dazu die 25m-Challenge in Wuppertal zu gewinnen. An der Aussage „Sprinter werden geboren, Marathon-Läufer gemacht“ ist also durchaus etwas dran!

Lange Arme für großen Abdruck

Sprinter haben nicht nur schnelle Muskeln sondern auch große Körper. Man könnte nun durchaus meinen, dass wir damit nur ein Klischee bedienen. Aber: Die Betrachtung der Körpergrößen aller Medaillengewinner dieses Jahrhunderts bei FINA Weltmeisterschaften offenbart, dass da durchaus etwas dran ist. Im Vergleich zu den 1500m-Freistil-Schwimmern sind die Sprinter im Schnitt satte fünf Zentimeter größer. Mit einer durchschnittlichen Körperhöhe von knapp 1,94m bei den Herren gehören Freistil-Sprinter zu jenen, die bei einem Konzert nicht unbedingt in vorderster Reihe stehen müssen. Bei den Frauen ergibt sich ein ähnliches, wenn auch nicht so extremes Bild. Im Schnitt kommen die WM-Medaillengewinnerinnen der 50m Freistil auf 1,78m. Die Spezialistinnen auf der langen Kante sind im Schnitt 1,75m groß. Mit 1,82m Körperlänge ist die Sprintqueen Sarah Sjöström im wahrsten Sinne des Wortes die „größte“ Weltmeisterin der letzten neun WM-Ausgaben. Florent Manaudou ist mit 1,99m der Höchste bei den Herren. Doch wie so oft im Leben gilt auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Australierin Libby Lenton, die 2005 und 2007 Weltmeisterin über die 50m Freistil wurde, liegt mit 1,67m deutlich unter dem Durchschnitt. Der Russe Vladimir Morozov – Jahr für Jahr einer der schnellsten auf den kurzen Strecken - ist mit seinen 1,80m ebenfalls kein Riese. Die Größe ist also nicht unbedingt alles, jedoch ein gewichtiger Faktor. Gerade bei den Schlagschwimmarten, bringt die Größe zwei Vorteile mit sich: lange Arme und Masse. Die bei großen Menschen oft auch längeren Arme verschaffen dem Sprinter nicht nur einen längeren Zugweg, sie machen diesen auch für das Sprinten effektiver. Bei hohen Geschwindigkeiten strömt das Wasser nahe des Körpers stark mit. Drücken sich die Arme dann in diesem Wirbel ab, geht eine Menge Energie verloren. Je weiter die Arme vom Rumpf entfernt ziehen, desto unbewegter ist das Wasser. Mit beinahe gestreckten Armen hat der Schwimmer also mehr „Abdruck“ vom Wasser und verpasst sich zudem eine widerstandsgünstige hohe Lage. Da diese Art des Schwimmens natürlich sehr kraftintensiv ist, findet die Technik lediglich auf kurzen Distanzen Anwendung. Bei den längeren Strecken bietet sich unter Wasser wiederum der klassische „hohe Ellenbogen“ mit der Kraftübertragung deutlich näher am Körper an, weswegen mehr Variabilität bei der Armlänge möglich ist.

Masse ist Macht

Der zweite Aspekt, der oft mit einer größeren Körperhöhe einhergeht, ist das Gewicht. Das Wasser ist ein sehr träges Element. Ein leichter Körper wird hier deutlich stärker abgebremst, als einer mit größerer Masse. Beim Eintauchen ins Wasser nach dem Start wirkt diese „Schwungmasse“ dem Abbremsen im dichteren Medium entgegen. Das führt zu einer höheren Endgeschwindigkeit. Da ein Körper im Wasser ohnehin „leichter“ und der Auftrieb bei hohen Geschwindigkeiten sehr hoch ist, rücken die Nachteile eines erhöhten Körpergewichts im Wasser in den Hintergrund. Dies ist auch ein Grund warum Sprinter eher zu den kräftiger gebauten Schwimmern zählen. Besonders Brustschwimmer leben von diesem Massevorteil. Beim Tauchzug und der Brust-Grätsche bietet das Moment des Körpers einen Schwungvorteil, der dem Abbremsen im Wasser entgegenwirkt.

Das mehr an funktionaler Masse macht sich aber auch im Antrieb bemerkbar. Mit mehr Kraft ist der Schwimmer auch in der Lage mit jedem Zug für einen stärkeren Impuls zu sorgen. Das führt natürlich zu mehr Geschwindigkeit im Wasser. Zudem dienen die Muskeln auch als Widerlager. Im Rumpfbereich müssen die Muskeln für eine hohe Körperspannung sorgen, sodass die Energie von Armen und Beinen nicht einfach verpufft. Einfach gesagt: Je dicker die Arme sind, desto stärker muss also auch die Stützmuskulatur des Körpers arbeiten, um die Kraft am Ende auch in die richtige Richtung wirken zu lassen.

Dicke Schenkel für schnelle Zeiten

Unser letzter Punkt wird oft von einigen Athleten stiefmütterlich behandelt: die Beinarbeit. Auf den langen Kanten sieht man gern, dass die Beine lediglich hinterher gezogen werden und höchstens als Stabilisator dienen. Energetisch gesehen macht das aus Sicht vieler Sportwissenschaftler auch Sinn, da der Oberschenkel der größte Muskel im Körper ist und somit am meisten Sauerstoff verbraucht. Auf sehr kurzen Distanzen kann ein Sprinter aber enorm von kräftigen Stelzen profitieren. Zum einen haben die Beine und speziell die Oberschenkelmuskulatur eine wichtige Funktion bei den sogenannten azyklische Bewegungen. Gemeint sind dabei vor allem der Start und die Wende, die während des Wettkampfes im Gegensatz zur zyklischen Schwimmbewegung nur punktuell auftreten. Auf den langen Strecken gilt es, diese mit Blick auf die weiteren Energieleistungen, die der Körper vollbringen muss, so effizient wie möglich zu gestalten. Bei den Sprintern hingegen machen die azyklischen Elemente einen großen Teil des Rennens aus und spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Geschwindigkeitsentwicklung. Dementsprechend hilfreich ist es, durch kräftige Beinmuskulatur mit viel Abdruck direkt zu Beginn des Rennens viel Speed mit ins Wasser nehmen zu können. Zum anderen kann sich ein Sprinter dank starker Beine auch die Physik zunutze machen. Bei höheren Geschwindigkeiten bilden sich zwei Wellenberge entlang des Körpers: einer in Höhe des Kopfes und einer in Höhe der Beine. Je schneller der Athlet schwimmt, desto weiter entfernen sich die Berge voneinander. Das führt dazu, dass sich der zweite Wellenberg immer mehr in Richtung der Füße verschiebt. Mit dieser Wellenverschiebung ergeben sich bei hohen Geschwindigkeiten deutlich bessere Antriebsvoraussetzungen für die Beinarbeit. Das heißt, je schneller der Athlet schwimmt, desto wichtiger und effektiver wird seine Beinarbeit, wie wir schon im Artikel zur „Physik des Sprintens“ gelernt haben. Wer diesen Vorteil für sich zu nutzen weiß, hat am Ende die Nase vorn.

Also: Beinarbeit und Muskelmasse kann man beeinflussen, die Art der Muskelfaser und Körpergröße hingegen kaum. Es muss einiges zusammenkommen, um zum Sprinter „geboren“ zu sein. Niedrigere Geschwindigkeiten können durch eine Vielzahl unterschiedlich gestalteter Antriebskombinationen und körperlicher Voraussetzungen generiert werden. Je höher die Geschwindigkeit aber werden soll, desto limitierter wird hier der Spielraum. Man sieht also, dass es eine Menge Faktoren gibt, die bei einem Sprinter stimmen müssen. 

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Katinka Hosszu verkündet Karriereende

Mit Katinka Hosszu verabschiedet sich eine der erfolgreichsten Athletinnen der letzten Jahre aus dem Schwimmsport. Die ungarische "Iron Lady" gab in dieser Woche ihr offizielles Karriereende bekannt. 

Nachdem die 35-Jährige Ausnahmeschwimmerin im Sommer 2023 das erste Mal Mutter wurde, wagte sie in den Folgemonaten ein Comeback, verpasste jedoch zuletzt die Qualifikation für ihre sechsten Olympischen Spiele und die in ihrer Heimat stattfindenden Kurzbahn-Weltmeisterschaften. Nun hängt Katinka Hosszu ihre Schwimmbrille endgültig an den Nagel. 

Die dreifache Olympiasiegerin von Rio stellte in den vergangenen Jahren neben 20 Weltrekorden - mehr als jede andere Schwimmerin in diesem Jahrhundert - auch zahlreiche Medaillenrekorde auf. Insgesamt 26 Mal triumphierte Katinka Hosszu bei Weltmeisterschaften auf der Kurz- und Langbahn und auch auf europäischer Ebene stand die Alleskönnerin 35 Mal ganz oben auf dem Podium. Hinzu kamen unglaubliche 309 Weltcupsiege und zahlreiche Silber- und Bronzemedaillen bei internationalen Titelkämpfen. 

Ihren Rücktritt erklärte Hosszu nun auf Instagram und blickte voller Zufriedenheit und Dankbarkeit auf ihre außergewöhnliche Karriere zurück: "Wenn ich auf meine Karriere zurückschaue, fühle ich eine große Erfüllung. Medaillen und Rekorde sind wertvoll, aber das was am Ende den Ausschlag gibt, ist meine unendliche Liebe für das Schwimmen.". Dem Schwimmsport möchte Katinka Hosszu als Trainerin weiterhin treu bleiben. 

Die Normzeiten für die Junioren-EM 2025

Einen Saisonhöhepunkt für Deutschlands Schwimmtalente bilden auch in diesem Jahr wieder die Junioren-Europameisterschaften, die vom 30.Juni bis 6. Juli in Šamorín (Slowakei) ausgetragen werden. Startberechtigt sind die Jahrgänge 2007 bis 2009 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Die geforderten JEM-Normen des Deutschen Schwimm-Verbandes sind mittlerweile offiziell. 

Laut der Qualifikationsrichtlinien des DSV können pro Strecke bis zu vier Personen nominiert werden, sofern diese die geforderte Normzeit unterbieten. Der Qualifikationszeitraum ist für den 21. April-4. Mai angesetzt und schließt die Deutschen Meisterschaften der offenen Klasse mit ein. Die offizielle Nominierung erfolgt dann direkt im Anschluss am 8. Mai. 

Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Team bei der Junioren-EM mit insgesamt 13 Medaillen glänzen können. 

Die vollständigen Nominierungsrichtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes sind HIER zu finden. 

 Normzeiten für die Junioren-EM 2025:

Frauen

 

Männer

Jg. 2007

Jg. 2008-2009

Strecke

Jg. 2007-2009

0:25,50

0:25,80

50m Freistil

0:23,10

0:55,60

0:56,30

100m Freistil

0:50,50

2:00,60

2:02,30

200m Freistil

1:50,90

4:15,00

4:16,50

400 m Freistil

3:54,00

8:41,80

8:51,90

800m Freistil

8:07,00

16:45,80

16:58,00

1500m Freistil

15:25,00

1:09,40

1:10,20

100m Brust

1:03,00

2:29,00

2:31,40

200m Brust

2:17,00

1:02,00

1:02,80

100m Rücken

0:56,10

2:13,30

2:15,00

200m Rücken

2:02,40

1:00,00

1:00,70

100m Schmetterling

0:54,20

2:13,20

2:14,80

200m Schmetterling

2:01,50

2:16,50

2:18,20

200m Lagen

2:04,20

4:49,50

4:53,50

400m Lagen

4:27,10

 

 

 

 

 

3:44,00

4x100m Freistil

3:20,80

 

8:10,00

4x200m Freistil

7:24,00

 

4:08,00

4x100m Lagen

3:41,00

 

3:32,00

4x100m Freistil Mixed

3:32,00

 

3:52,00

4x100m Lagen Mixed

3:52,00

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Sportschwimmer in Dortmund e. V.
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58239 Schwerte

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